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Flugzeuge zeichnen mit Kondensstreifen ein Muster am Berliner Himmel. © dpa / Paul Zinken

Der weltweite, offene Emissionshandel ist das beste Werkzeug, um die Verschmutzung zu verringern, ohne die Branche zu stark zu belasten. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der weltweite Emissionshandel würde dazu führen, dass die Konzerne stärker auf Klimaeffekte achten, teilten DLR-Vertreter jetzt in Berlin mit. Die Forscher hatten nach eigenen Angaben erstmals alle klimarelevanten Ausstöße der internationalen Luftfahrt-Branche berechnet und verschiedene Maßnahmen zum Klimaschutz verglichen.

Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) würden mit jedem Flug auch andere klimarelevante Stoffe ausgestoßen, sagte Robert Sausen vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, zum Beispiel Stickoxide, Schwefeloxide, Wasserdampf und Ruß. Kondensstreifen und daraus entstehende Zirruswolken können zur Klimaerwärmung beitragen, denn tagsüber reflektieren sie die Wärme zur Erde zurück. 2005 betrug der Anteil der Airlines am weltweiten CO2-Ausstoß 1,6 Prozent, der Gesamteffekt aus der Luftfahrt machte etwa fünf Prozent der weltweiten Erwärmung aus.

Fakten zur DLR-Studie

Die Untersuchung zur Klimaökonomie lief im Auftrag des Bundesforschungsministeriums von 2011 bis 2015. 30 Millionen weltweite Flugbewegungen pro Jahr wurden dafür analysiert. Die Studie als PDF

"Mit einem globalen Emissionshandel ist Klimaschutz mit einem moderat bremsenden Einfluss auf die Luftverkehrsnachfrage möglich", bilanzierte Studienleiterin Janina Scheelhaase vom DLR-Institut für Flughafenwesen. Die Airlines würden dann beispielsweise ihre Flugrouten, -höhen oder -geschwindigkeiten ändern, um Luftverschmutzung zu vermeiden. Andere Ansätze, wie zum Beispiel eine Klimasteuer, würde den Luftverkehr überproportional belasten und laut DRL zu steigenden Preisen führen. Mit einem globalen Emissionshandel könnten größere Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden.

Ob eine weltweite Regelung umgesetzt werden kann, ist jedoch fraglich. Schon die Verhandlungen für ein globales Handelssystem, das ausschließlich die CO2-Emissionen ab 2020 regeln soll, gestalten sich schwierig. Immerhin: In der EU gibt es eine entsprechende CO2-Verordnung. Dabei steht jeder Airline eine bestimmte Freimenge zu. Für jede weitere von den Flugzeugen ausgestoßene Tonne CO2 muss ein Zertifikat vorgewiesen werden. Laut dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft kostet es derzeit rund sieben Euro. Die Airlines kaufen die Zertifikate über Händler zum Beispiel von großen Energieversorgern, die dieses CO2 eingespart haben. Für Flüge, die außerhalb Europas starten oder landen, gilt diese Regelung jedoch nicht.