DLR will Do 228 zum "Electric Flight Demonstrator" machen

Gemeinsam mit Industriepartnern planen Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, eine Do228 zum Elektroflugzeug umzubauen. Damit soll die Machbarkeit für regionale Zubringerflugzeuge demonstriert werden.

Visualisierung des "Electric Flight Demonstrator" von DLR, Siemens, Ruag und MTU auf Basis einer Do228 © DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) will gemeinsam mit Siemens, MTU und Ruag eine Dornier 228 zu einem "Electric Flight Demonstrator" umbauen. Der Konzeptentwurf sieht vor, zunächst eine vollelektrische Variante zu entwickeln und in die Luft zu bringen. Später solle zudem eine Version mit Hybrid-Antrieb folgen, wie ein DLR-Sprecher auf airliners.de-Anfrage sagte.

Während Elektroantriebe bisher nur in sehr kleinen Flugzeugen realisiert wurden, geht es bei der jetzt vorgestellten Machbarkeitsstudie um eine deutlich größere Maschine. Auf Basis einer Dornier Do228 soll ein 19-sitziges Testflugzeug entwickelt werden.

Die Pläne des DLR und seiner Industriepartner sehen vor, den "Electric Flight Demonstrator" mit einem elektrischen Antrieb in der 500 kW-Leistungsklasse auszustatten. Der als zweite Entwicklungsstufe geplante hybrid-elektrische Betrieb soll über eine zusätzliche Gasturbine realisiert werden, die als Generator arbeitet und Strom für die Elektromotoren erzeugt.

Geplante technische Daten der Do228 "Electric Flight Demonstrator"

  • Länge: 16,6 Meter
  • Höhe: 4,9 Meter
  • Spannweite: 17 Meter
  • Sitzplätze: sieben - drei für Besatzungsmitglieder und vier für Wissenschaftler
  • Leergewicht: 4,0 Tonnen
  • Maximales Startgewicht: 6,6 Tonnen

Das DLR geht davon aus, dass elektrische Antriebssysteme in Zukunft sowohl im Individual-Luftverkehr für die so genannte "Urban Air Mobility" als auch im Bereich kleinerer Zubringerflugzeuge zum Einsatz kommen. Mit Elektroantrieben könnten auch neue Flugzeugkonfigurationen ermöglicht werden.

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Aus Sicht der Forscher sind Hybrid-Antriebe eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zur Realisierung elektrisch angetriebenen Fliegens. Hybride böten die Möglichkeiten, CO2-, Stickoxid- und Lärm-Emissionen deutlich zu senken, heißt es in einer Mitteilung.

Durch Ihre Größe ermöglicht die Do228 laut DLR umfangreiche Forschungsarbeiten und auch die Weiterentwicklung zur Verwendung von Wassersoff als Energieträger. Damit wollen die Projektpartner die Potentiale des elektrischen Fliegens auf Kurz- und Mittelstrecke heben.

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Von: hr

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