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Diskussionen um generelle Verkürzung der Quarantänepflicht

Fünf statt vierzehn Tage, das reicht auch aus Sicht führender Gesundheitspolitiker für eine effektive Quarantäne aus. Die Verkürzung könne auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigern, heißt es. Die Industrie drängt.

Eine Meldung zeigt die obligatorische Quarantäne bei der Einreise aus bestimmten Ländern an, bei der Ankunft am Flughafen Zürich. © KEYSTONE/dpa / Ennio Leanza

Ab dem 1. Oktober sollen die Corona-Pflichttests bei Einreise aus Risikogebieten durch eine pauschale Quarantänepflicht ersetzt werden. Derzeit beträgt die Dauer einer amtlich angeordneten Quarantäne nach Kontakt mit Covid-Infizierten 14 Tage. Stimmen aus der Wirtschaft und zunehmend auch der Politik halten diese Frist jedoch für deutlich zu lang.

"Ich halte es für sehr sinnvoll, die Quarantänezeit auf fünf Tage zu begrenzen", sagte der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach der Zeitung "Die Welt". "Wir wissen, dass die allermeisten Menschen fünf Tage nach Beginn der Symptome nicht mehr ansteckend sind, auch wenn der PCR-Test noch ein positives Ergebnis ausweist."

Auch Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, sprach sich in der Zeitung für eine lediglich fünftägige Quarantäne aus. Damit erhöhe man die Akzeptanz in der Bevölkerung und entziehe "zugleich den Verschwörungstheoretikern und Corona-Leugnern den Boden".

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: Quarantänepflicht bei Einreise aus Risikogebiet kommt ab Oktober

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche sagte laut tagesschau.de: "Für die breite Masse der Bevölkerung kann es sinnvoll sein, bei Verdacht auf einen Kontakt mit einer infizierten Person zunächst in eine verkürzte Quarantäne zu gehen und diese mit einem negativen Test abzuschließen."

"Wirtschaftliche Aktivität jetzt nicht ausbremsen"

Auch Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) spricht sich für die Begrenzung aus. "Die deutsche Industrie unterstützt den Vorschlag für eine Begrenzung der Quarantänepflicht für Corona-Verdachtsfälle auf fünf Tage. Ziel muss sein, wirtschaftliche Aktivität auf maximal möglichem Niveau zuzulassen. Für den Hochlauf der exportorientierten deutschen Unternehmen sind Reisen von Fachkräften ins Ausland unabdingbar, etwa um industrielle Großanlagen und Maschinen in Betrieb zu setzen und zu warten."

Auch eine verkürzte Quarantäne bleibe eine große Herausforderung insbesondere für kleinere Unternehmen, so der Chef des einflussreichen Verbandes. Deshalb sollten auch weitere Verkürzungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden, etwa durch Nutzung von neuen Schnelltests und noch intensiveren Austausch der Gesundheitsbehörden.

Zudem sind aus BDI-Sicht einheitliche Einreise- und Quarantänebestimmungen der EU-Mitgliedsstaaten zwingend erforderlich, um einen funktionierenden Binnenmarkt zu gewährleisten. Die Bundesregierung müsse sich im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für eine EU-weite Koordination und einheitliche Umsetzung von verkürzten Quarantänemaßnahmen einsetzen.

Von: dk

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