"Flughafen Dresden schließen" Diskussion um sächsische Flughäfen

Der Leipziger Europaabgeordnete Hermann Winkler (CDU) will mit dem Vorschlag, den Flughafen Dresden zu schließen, eine Diskussion über die Zukunft der sächsischen Flughafen auslösen. Eine Konzentration auf Leipzig sei nur logisch.

Flughafen Dresden aus der Vogelperspektive © Flughafen Dresden / Michael Weimer

Der Leipziger Europaabgeordnete Hermann Winkler (CDU) hat seinen umstrittenen Vorstoß zur Zukunft der sächsischen Flughäfen verteidigt. «Ich habe die Schwarze-Peter-Karte in die Hand genommen», sagte der CDU-Kreisvorsitzende der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. Medien hatten berichtet, Winkler schlage die Schließung des Flughafens Dresden vor. In Europa herrsche ein knallharter Konkurrenzkampf. «Mitteldeutschland muss aufpassen, dass es im Rennen bleibt», sagte Winkler.

Der neue Flughafen in Berlin und der Flughafen Prag werden den sächsischen Flughäfen Konkurrenz machen, sagte Winkler. Er wolle deshalb eine Diskussion anstoßen, was auf längere Sicht passieren solle. Die Frage sei, ob sich Sachsen mit Auslaufen des Solidarpaktes II noch zwei Flughäfen so nahe beieinander leisten könne. Wegen des Luftfrachtdrehkreuzes am Airport Leipzig/Halle wäre die Konzentration auf Leipzig nur logisch.

Das sächsische Finanzministerium und die Airport-Holding erteilten dem Vorstoß eine Absage. Der Entwicklung der Flughäfen liege eine langfristige Strategie zugrunde. In Leipzig/Halle seien bisher 1,5 Milliarden Euro und in Dresden 500 Millionen Euro investiert worden. «Und das aus dem gutem Grund, weil beides wichtige Wirtschaftsstandorte sind, die eine gute und leistungsfähige infrastrukturelle Anbindung brauchen», sagte Ministeriumssprecher Stephan Gößl. «Man fragt ja auch nicht, warum es zwei Hauptbahnhöfe gibt.»

Der Sprecher der Holding, Robert Hesse, betonte, beide Flughäfen würden markt- und bedarfsgerecht entwickelt. «Wir sorgen dafür, dass es zwischen den beiden Flughäfen keinen ruinösen Wettbewerb gibt.»  

Von: dpa

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