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Intersky-Gesch © Intersky / Intersky

Neulich wurde ich gefragt ob ich nicht an einer Wirtschaftstagung einen Vortrag über den Wandel im Regionalflugverkehr halten könnte. Und es ist wie so oft im Leben, erst wenn man sich in einer ruhigen Minute mit einem Thema auseinandersetzt, merkt man wie schnell sich die Dinge eigentlich verändern.

Heute genießen wir eine Art der Mobilität, die vor noch nicht allzu langer Zeit lediglich einem Bruchteil der Bevölkerung zur Verfügung stand. Als ich vor mehr als 20 Jahren in dieser Branche begonnen habe, da waren Regionalfluglinien in Deutschland ein häufig anzutreffendes Bild. Selbst kleine Flughäfen wie Bayreuth oder Augsburg wurden regelmäßig angesteuert. Die Schar der Regionalfluglinien war, sagen wir einmal, eine sehr illustre Runde. Die Flugzeuge waren kleiner, die Ticketpreise massiv höher. Ein innerdeutsches Ticket um mehr als 1.000 Deutsche Mark keine Seltenheit.

Und trotzdem sind sie fast alle ausgestorben, diese Dinosaurier einer längst vergangenen Zeit.

Heute bin ich Chef einer Airline, die fast keine Artgenossen mehr hat. InterSky ist eine der letzten Regionalfluglinien Mitteleuropas. Und seit unserem Erstflug, vor neun Jahren, haben wir viele Mitbewerber kommen und gehen gesehen. Dementsprechend oft werde ich gefragt wie wir es im Vergleich zu vielen anderen geschafft haben, in einer der härtesten und ruinösesten Branchen der Welt zu überleben.

Nun - wir haben die Ruhe bewahrt.

Wir haben uns weder in Boomjahren zu wahnwitzigen Investitionen hinreißen lassen, noch haben wir in schlechten Jahren in irgendeiner Form Belegschaft verringert oder Flugzeuge stillgelegt. Kurzum, wir sind unserem Prinzip des „schwäbischen Wachstums“ treu geblieben. Schwäbisches Wachstum, dass bedeutet für uns, wir geben nicht mehr Geld aus, als wir vorher verdient haben.

Für den Kunden bedeutet das aber auch, dass wir das von Ihm bezahlte Geld für Dienstleistung einsetzen. Keiner unserer Dienstwagen fällt in das Segment Oberklasse, dafür geben wir überdurchschnittlich viel Geld für Ausbildung und Sicherheit aus. Wir ersparen uns komplizierte Vertriebsstrukturen und teure Spielereien wie zum Beispiel ein Vielfliegerprogramm. Stattdessen verlangen wir für Online Buchungen keine Ticket Service Charge und generieren somit kumuliert ein Vielfaches an Mehrwert als dies jedes Meilenprogramm der Welt zu leisten vermag.

Regionalflug in Deutschland bedeutet heute im Großteil der Fälle - Fliegen mit InterSky. All unsere Flüge sind mit einem Einstiegspreis von 69,99€ für jedermann/frau erschwinglich und genau das ist unser Ziel, unsere Vision sozusagen.

Wir wollen, dass Innerdeutsches Fliegen die ökologisch günstigste (unsere Maschinen verbrauchen nicht mehr als 2,9 Liter pro Passagier auf Einhundert Kilometer) und beste Alternative zu verstopften Straßen und überfüllten Zügen in Deutschland wird. Kurzum wir wollen die Mobilität, die ein Zeichen unseres Fortschrittes ist, erhalten und verbessern.

Ich könnte Ihnen jetzt erzählen, wie ungerecht ich es finde, dass der Luftverkehr als einziger Verkehrsträger mit einem Deckungsbeitrag von 94% fast alle durch ihn entstehenden Kosten selbst trägt, während die Deutsche Bahn gut 52% aller Deutschen Nettosubventionen für Mobilität erhält. Oder dass wir im Gegensatz zur öffentlichen Meinung mit externen Umweltkosten von 0,7 Cent pro Verkehrskilometer viel umweltfreundlicher sind als die Bahn mit 1,1 Cent oder die Straße mit 1,6 Cent. Das sage übrigens alles nicht ich, sondern INFRAS und das Frauenhofer Institut in einer aktuellen Studie die ich Ihnen nur sehr ans Herz legen kann.

Aber ich wollte mich im neuen Jahr ja nicht mehr so oft über Ungerechtigkeiten aufregen (Ärztlicher Rat meiner Frau).

Stattdessen möchte ich Ihnen folgendes mit auf den Weg geben. Regionalflug in Deutschland hat eine Zukunft. Mehr denn je. Mit guten Partnern, einem starken Vertrieb und einem konsequenten Kostenmanagement kann man in diesem Segment Geld verdienen. Aber es ist kein Massenmarkt. Und sie werden nie ein Global Player. Sie bleiben typisch deutscher Mittelstand, welcher sich übrigens schon immer dadurch ausgezeichnet hat, dass er Nischenmärkte immer sehr viel besser verstanden hat als weltweit operierende Konzerne und deren Töchter.

Und um noch einen Bogen zur Landtagswahl in unserem Kernland Baden-Württemberg zu schlagen. Wer innerdeutsch, abseits der großen Verkehrsströme, mit einem Jet fliegt hat genauso wenig die Zeichen der Zeit verstanden wie die Bundesregierung mit Ihrer Atompolitik.

Ich wünsche mir und Ihnen einen schönen Frühlingsanfang und eine blühende Zukunft.

Zur Person:

Claus Bernatzik ist seit 2005 als Geschäftsführer für die Regionalairline InterSky mit Basis in Friedrichshafen verantwortlich. Das Handwerk hierzu erlernte er bei Eurowings und Rheintalflug. Zuvor arbeitete er als Geschäftsführer und Manager für Reisebüros und Hotels, unter anderem Hilton in Wien.

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