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Ein Passagier schiebt am Flughafen in Düsseldorf seine Koffer auf einem Gepäckwagen zur Abfertigung. © dpa / Roland Weihrauch

Eines der lästigsten Dinge beim Fliegen ist sicher das Schleppen der Koffer zum Flughafen. Während sich der moderne Fluggast online einchecken kann und direkt zur Sicherheitskontrolle gehen kann, bleibt einem die Abgabe der Koffer am Baggage Drop selten erspart. Die Iata möchte das ändern, wie Andrew Price, zuständig für globale Gepäckfragen des Airline-Verbandes, auf dem Euro Air Transport IT Summit der Sita erklärte.

Im Kern geht es darum, das Gepäck von den Bewegungen des Fluggastes loszulösen, intelligenter zu sortieren und vor allem zu transportieren. Die Hürden sind allerdings hoch. Zum einen sind die zu erwartenden steigenden Fluggastzahlen zu bewältigen und zum anderen das dazugehörige Gepäck. Ein weiteres Problem sind Regularien, die sich nicht immer mit dem Trennen von Gepäck und Passagier vertragen.

Price stellte ein paar Gedankenspiele vor. So könnte das Gepäck etwa bereits von Zuhause abgeholt werden und in Logistikzentren sortiert werden - fernab vom Flughafen, da dies günstiger ist. Ob das Gepäck dann wirklich in ein Flugzeug verladen wird, entscheiden verschiedene Faktoren. Auf der Kurzstrecke wäre ein Transport per LKW zum Ziel durchaus in Betracht zu ziehen. Dann holt der Fluggast das Gepäck auch nicht am Flughafen ab.

Eine weitere Option wäre, dass das Gepäck auf dem Luftweg einfach in anderen Flugzeugen transportiert wird. So kann die Frachtauslastung verbessert werden. Zudem könnte das Gepäck auch intelligenter in den Frachtcontainern gestapelt werden. Price fast das alles unter Operational Intelligence zusammen.

Auf Nachfrage von airliners.de gab Price an, dass mit einer Standardisierung der dafür notwendigen Prozesse vermutlich Anfang 2020 begonnen wird. Bisher standen die Themen Electronic Bag Tag (EBT) und RFID im Fokus.

In-Town-Check-In-Systeme sieht Price nicht als Lösung des Problems, wie er auf Nachfrage angab. Vor allem die hohen operativen Kosten stünden der weiten Verbreitung im Weg, Price verweist dabei auf Kuala Lumpur. Zwar werde der dortige Flughafenzug sehr gut angenommen, die Check-In-Stationen im Bahnhof liefen jedoch im Minimalbetrieb.

© airliners.de, Lesen Sie auch: In-Town-Check-In: Mit der Bahn ohne Koffer zum Flughafen