Die Bahn macht auf noch grüner

Die Deutsche Bahn setzt in ihrer neuen Konzernstrategie voll auf das Thema Umwelt - und malt dazu sogar ihre ICE-Züge grün. Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion ums Klima setzt sie sich ehrgeizige Ziele - und will den Fernverkehr ausbauen.

Ein ICE 4 mit dem neuen "grünen Band". ©: Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn macht den Klimaschutz zum Angelpunkt ihrer neuen Konzernstrategie. "Dass Bahnfahren aktiven Klimaschutz bedeutet, erkennt man künftig schon beim Blick auf die Züge", kündigte das Unternehmen jetzt an.

Für die neue Strategie ändert die Bahn sogar das Corporate Design auf ihren ICE-Zügen: Unter dem Motto "Das ist grün" erhalten jetzt 280 Züge am ersten und letzten Wagen einen grünen Streifen - laut Konzernchef Richard Lutz als "Symbol der klimafreundlichen Bahn."

Gleichzeitig setzt sich die Bahn hohe Klimaziele. Aktuell beträgt der Anteil erneuerbarer Energie am Bahnstrommix rund 57 Prozent. Bis 2030 will man diesen Anteil auf 80 Prozent ausbauen. Bis 2050 soll die Bahn dann CO2-frei fahren.

Schon heute spricht die Bahn im Fernverkehr von 100 Prozent Ökostrom - was allerdings nur durch die Verrechnung des aktuellen Ökostromanteils von 57 Prozent im Bahnstrom mit dem Güterverkehr möglich wird.

Einfach ausgedrückt fahren die Fernverkehrs-Passagiere nach Bahn-Lesart grün, während die Güterloks rein rechnerisch zu 100 Prozent mit fossil hergestelltem Strom - vor allem, aus Stein- und Braunkohle unterwegs sind. Dieser Anteil der Bahn-Emissionen wird laut Umweltbundesamt in den offiziellen Ausweisungen nicht einmal dem Sektor Verkehr zugeordnet. Stattdessen verstecken sich die Bahn-Verschmutzungen aus dem Elektrobetrieb im Energiesektor.

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Die im Verkehrssektor ausgewiesenen CO2-Emissionen der Bahn sind daher lediglich die Emissionen aus dem Dieselfahrbetrieb - denn die große Mehrzahl der Kilometer im deutschen Bahnnetz ist noch nicht elektrifiziert, so dass vor allem regionale Verbindungen oft mit Diesel gefahren werden.

Aber auch diesen Bereich will die Bahn angehen. Mit neuen Zügen wie dem "EcoTrain", der "HELMS" oder "Dehlo"-Lok sowie den "H3"-Hybridloks schaffe man in einem ersten Schritt "emissionsarme Alternativen" zu herkömmlichen Antrieben. Im nächsten Schritt werde man dann auch im Regionalverkehr auf Diesel verzichten und auf nicht-elektrifizierten Strecken beispielsweise mit batterie- oder wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen fahren, so die Bahn.

Mit der neuen Strategie zieht die Bahn gleichzeitig einen Schlussstrich unter die zuvor geplante Internationalisierung. Alles was die Bahn tut, werde sich auf Deutschland beziehen, sagte Lutz. Dabei hat die Bahn Großes vor. Im Fernverkehr soll sich die Fahrgastzahl nahezu verdoppeln, in Regionalzügen soll sie um gut 50 Prozent zulegen.

Bahn plant "Deutschlandtakt"

Investieren will man vor allem in neue Züge und die Infrastruktur. So soll der Zugbestand im Fernverkehr von aktuell rund 460 Zügen auf 600 wachsen. Angepeilt wird dann ein Halbstundentakt in mehr als 30 Großstädten.

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Dass sich die staatliche Bahn für Ihre Vorhaben auf Geldmittel einstellen kann, gilt als sicher. Aktuell wollen Politiker so gut wie aller Parteien die Bahn stärken. Bereits bewillig sind 86 Milliarden Euro über die kommenden zehn Jahre. Die hauptsächlich vom Steuerzahler geschulterten Mehrkosten sind allerdings noch nicht für Investitionen gedacht. Sie sollen lediglich helfen, das marode Netz zu sanieren.

Von: dh

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