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DHL zieht in Italien von Bergamo nach Malpensa

Weitgehend unbemerkt ist DHL von seinem bisherigen italienischen Gateway Bergamo zum 100 km entfernten Flughafen Mailand Malpensa umgezogen. Damit will der Logistikarm der Deutschen Post sein Netzwerk optimieren und die Umschlag- und Sortierkapazität deutlich erhöhen.

Das neue DHL-Hub am Standort Malpensa. © DHL Group

Der Flughafen Mailand Malpensa ist das neue Gateway des Integrators DHL in Italien. Der Verkehr am bisherigen Drehkreuz Bergamo wird gleichzeitig zurückgefahren wird. Im brandneuen DHL-Sortierzentrum in Malpensa können stündlich 38.000 Sendungen bearbeitet und verteilt werden, was dem Volumen von 37 Flügen pro Tag entspricht. Insgesamt hat DHL rund 110 Millionen Euro in Einrichtungen und Anlagen am neuen Standort investiert, was circa einem Drittel der Gesamtausgaben von DHL in Italien entspricht. Nach Leipzig, East Midlands (UK) und Brüssel ist Malpensa das viertgrößte europäische DHL Drehkreuz.

Das Drehkreuz wurde nach den neuesten Richtlinien in Sachen Nachhaltigkeit, Sicherheit und Effizienz der Deutschen Post DHL Group (DPDHL) gebaut. So ermöglicht die neue Anlage ermöglicht es DHL Express, alle Prozesse unter einem Dach zu integrieren. Dazu gehört unter anderem auch ein Servicecenter für die schnelle Abholung und Zustellung von Sendungen, betonte Nazzarena Franco, CEO von DHL Express Italien.

Malpensa als Leuchtturmprojekt

Das neue Logistikzentrum bietet bereits jetzt 900 direkten und indirekten Mitarbeitern Arbeit, und in Spitzenzeiten könnte diese Zahl um weitere 10 Prozent steigen. "Der Malpensa Hub ist das Aushängeschild unserer Strategie zur Stärkung des Italien-Geschäfts, für die wir einen ehrgeizigen Investitionsplan von über 350 Millionen Euro aufgestellt haben, mit dem Ziel, der bevorzugte Geschäftspartner von Unternehmen zu werden, die italienische Spitzenleistungen produzieren und in die Welt exportieren", erklärte Nazzarena Franco.

Armando Brunini, CEO der SEA Group, die die Flughäfen Mailand Malpensa und Linate verwaltet, betonte in seiner Begrüßungsrede, dass der Flughafen Mapensa dank des Engagements von DHL seine führende Rolle in der italienischen Cargo-Landschaft stärkt und seine Position als bevorzugte Adresse für E-Commerce, Standard-Luftfracht und Express in Südeuropa festigt.

Vom DHL-Drehkreuz Malpensa in die Welt

DHL Express verbindet Mailand-Malpensa mit inländischen Zielen wie Neapel, Ancona und Pisa und bietet Flüge von/nach Leipzig, Brüssel, Paris, Barcelona, Vitoria, London, East Midlands, Köln, Zagreb, Athen, Budapest und Thessaloniki an und verbindet Malpensa schließlich mit Bahrain und Seoul. Am 17. November 2020 wurde als letzte Strecke ab Malpensa Cincinnati, USA, mit täglichen Flügen von Dienstag bis Samstag aufgenommen.

Das neue Zentrum nahe Mailand wird zum Tor für alle Waren, die in der Lombardei produziert werden und sowohl für die südlichen Teile Italiens als auch für die internationalen Märkte bestimmt sind, und damit eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung der norditalienischen Wirtschaft spielen, betonte SEA Group-Chef Armando Brunini.

"In diesem schwierigen globalen Moment der Corona-Pandemie ist die Fracht ein grundlegender Faktor der Widerstandsfähigkeit der nationalen wirtschaftlichen und industriellen Produktion", sagte der Beamte.

Was Bergamo betrifft, so wird der DHL-Verkehr ausgedünnt, was insbesondere für internationale Dienste gilt, aber es wird weiterhin Shuttle-Flüge von und nach Leipzig geben, dem größten globalen Drehkreuz von DHL Express.

DPDHL meldet Rekordjahreszahlen

Nach der Einweihung des Drehkreuzes Malpensa hat die Deutsche Post Group ihre Geschäftszahlen für 2020 vorgelegt und eine Prognose für 2021 abgegeben. Laut Vorstandschef Frank Appel erreichte der Gewinn des Konzerns fast drei Milliarden Euro, nach rund 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2019. Damit lag er nur leicht unter den Schätzungen der Analysten.

Das Internet-Shopping hat das Transportaufkommen massiv in die Höhe getrieben, vor allem weil der traditionelle stationäre Handel in den Süden geschickt wurde. Das von DHL betriebene Paket- und Expressgeschäft der Deutschen Post war daher der Haupttreiber des Ergebnisses.

Optimistischer Ausblick

Laut Appel wird sich das strukturelle Wachstum im Online-Handel auch 2021 fortsetzen und zu einem weiteren Anstieg der Sendungsmengen im nationalen und internationalen Paketgeschäft führen. Der Manager erwartet zudem, dass DPDHL von der Erholung des globalen Handels und der Geschäftskundenaktivitäten profitieren wird. Für das operative Ergebnis (EBIT) erwartet er im laufenden Jahr einen Anstieg auf mehr als 5,6 Milliarden Euro, für das Geschäftsjahr 2023 ist eine Verbesserung auf mehr als sechs Milliarden Euro geplant.

Aufgrund des Rekordgewinns 2020 hat der Vorstand eine Erhöhung der Dividende auf 1,35 Euro je Aktie vorgeschlagen und parallel dazu einen Aktienrückkauf von bis zu 1 Millirade Euro eingeleitet. Was die Zahl der Mitarbeiter betrifft, so stieg sie im vergangenen Jahr um 20.000 auf weltweit rund 570.000.

Dieser Artikel ist zuerst bei unserer Partnerpublikation CargoForwarder erschienen.

Von: Heiner Siegmund

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