DFS hat Satellitennavigation an norddeutschen Flughäfen eingeführt

Die DFS hat neue Navigationsverfahren an vier Flughäfen eingeführt. Langfristig soll die Luftraumsteuerung in ganz Deutschland umgestellt werden. Das neue Verfahren bietet mehr Genauigkeit und Effizienz. Zudem können Drehfunkfeuer abgebaut werden, zum Vorteil der Windkraft.

DFS-Tower am BER © DFS Deutsche Flugsicherung GmbH / Hans-Jürgen Koch

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat zum 18. Juni neue Flächennavigationsverfahren an den Flughäfen Hamburg-Fuhlsbüttel, Hamburg Finkenwerder, Kiel und Lübeck eingeführt. Mit der Nutzung von Satellitensignalen können An- und Abflugrouten flexibler und präziser gestaltet werden, was mehr Lärm- und Klimaschutz bedeute, teilte die DFS mit.

Die Umstellung der Flugverfahren auf die laut DFS "hochpräzise" Satellitennavigation soll bis 2030 auf mehr als 60 Flugplätzen in Deutschland erfolgen. Dafür müssten in Deutschland rund 2.500 An- und Abflugverfahren neu konstruiert werden, so die Flugsicherung. Mit den neuen Verfahren könnten Flugrouten flexibler gestaltet und die Genauigkeit im An- und Abflug erhöht werden, was auch zu einer Vergrößerung der Kapazität im Luftraum führe.

Neue Verfahren nicht verpflichtend

"Die DFS vollzieht mit diesem Schritt den Übergang von der konventionellen bodengebundenen zur modernen Flächennavigation mit Satelliten", sagte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle. Das sei überhaupt nur möglich, weil inzwischen rund 95 Prozent der in Deutschland verkehrenden Flugzeuge mit entsprechenden Bordempfängern ausgerüstet seien. Da die Ausrüstung mit den Empfängern jedoch nicht verpflichtend ist, muss die Flugsicherung auch weiterhin die konventionellen Drehfunkfeuer (VOR) vorhalten. Die nutzen zur Positionsbestimmung Navigationsanlagen am Boden, derzeit sind bundesweit 55 solcher Anlagen in Betrieb.

© AirTeamImages.com, Denis Roschlau Lesen Sie auch: DFS rechnet mit langfristig geringerem Lotsenbedarf durch Corona-Krise

Durch die Einführung der neuen Verfahren in Norddeutschland benötigt die DFS nach eigenen Angaben dort nun weniger Navigationsanlagen als bisher. Zum 18. Juni sei das VOR Michaelsdorf in Schleswig-Holstein abgeschaltet worden. Auch die bereits abgeschalteten Drehfunkfeuer Elbe und Lübeck müssten nun nicht neu aufgebaut werden. Langfristig könnte die DFS sogar auf die Mehrzahl der heute genutzten 55 Drehfunkfeuer verzichten. Da Windkraftanlagen die Signale von Navigationsanlagen stören können, ist die Zahl der Windräder, die um ein Drehfunkfeuer errichtet werden können, begrenzt. Mit dem Abbau von Drehfunkfeuern in Norddeutschland biete man daher Potenziale zum Ausbau der Windkraft, freut sich die DFS.

Von: dk

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