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DFS und Lufthansa haben neues Anflugverfahren etabliert

Ein durchgängiger, früh eingeleiteter Sinkflug spart Treibstoff und verursacht weniger Lärm als das bisher angewendete stufenweise Absinken. Lufthansa und die Flugsicherung haben ein entsprechendes Verfahren in Frankfurt und München nun umgesetzt.

Ein Airbus A350 der Lufthansa im Flug. © AirTeamImages.com / Alvin Man

Die Deutsche Flugsicherung und Lufthansa haben den Verkehrsrückgang in der Corona-Krise dazu genutzt, ein Flugprofil für Sink- und Anflug an deutschen Flughäfen zu entwickeln und zu implementieren. Das neue Efficient Flight Profile Concept (EFP) unterstütze den kontinuierlichen Sinkflug, der eine im Vergleich zu Standardanflügen verbrauchs- und emissionsärmere Landung ermöglicht, teilten die beiden Unternehmen mit.

Die DFS und Lufthansa geben an, das Konzept im Frühjahr in der Rekordzeit von nur fünf Wochen entwickelt und etabliert zu haben. Erste Auswertungen würden zeigen, dass allein die Lufthansa Group seit Einführung des EFP-Konzepts im Mai den Ausstoß von CO2 um mehr als 2.000 Tonnen pro Monat reduzieren konnte. Neben dem geringeren Verbrauch sorge das neue Anflugprofil dafür, dass die Lärmbelastung im Umfeld der Flughäfen geringer sei.

Neue Flugwegführung schon bei 200 Meilen Entfernung vom Ziel

Das EFP-Konzept ermögliche es, für Anflüge auf die Flughäfen Frankfurt und München "sowohl lateral als auch vertikal" optimierte Flugwegführungen nunmehr bereits ab Entfernungen von mehr als 200 Nautischen Meilen zu planen. Dabei erhielte ein Flugzeug mit einem Vorlauf von bis zu einer halben Stunde die Freigabe für einen Direktflug aus dem oberen Luftraum zum Initial Approach Fix – jenem Punkt, von dem es dann zum Landeanflug auf den Flughafen ansetzt. Die Planung könne bereits bis zu einer Woche vor dem eigentlichen Flug erfolgen.

Schematische Darstellung des neuen Anflugprofils Foto: © DFS

Ein weiterer, Schlüssel zum Erfolg des EFP-Konzepts liege in der hohen Transparenz zwischen Cockpitbesatzung und Lotsen sowie der zeitgerechten Bereitstellung der Informationen, so Lufthansa. Die Freigaben würden frühzeitig vereinbart und ermöglichten so einen ruhigen Anflug unter weitestgehender Vermeidung von lateralen und vertikalen Korrekturen.

Klaus Froese, Hub-Chef für Lufthansa in Frankfurt, betonte: "Wir haben die geringe Verkehrsnachfrage gemeinsam mit der Flugsicherung genutzt, um weiter optimierte Anflugprofile zu entwickeln und einzuführen – und zwar innerhalb weniger Wochen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das neue Anflugverfahren auch bei steigender Verkehrslast seinen Platz im täglichen Flugbetrieb haben wird.“

Von: dk

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