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DFS muss sparen und sucht einen neuen Chef

Die Deutsche Flugsicherung sucht weiter einen Nachfolger für Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle. Gleichzeitig drohen dem bundeseigenen Unternehmen in Folge der Corona-Krise in den kommenden Jahren massive Verluste.

DFS-Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle. © dpa / Britta Pedersen

Bei der Deutschen Flugsicherung wächst die Unruhe. Gut zwei Monate vor dem geplanten Dienstende des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Klaus-Dieter Scheurle, ist noch kein Nachfolger benannt, kritisierte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). Verhandlungen über ein Sparkonzept in Folge des in der Corona-Pandemie stark verminderten Flugbetriebs beginnen nach dpa-Informationen erst in diesen Tagen.

Scheurle soll das bundeseigene Unternehmen nach acht Jahren mit Auslaufen seines Vertrages zum Jahresende verlassen. Der frühere Staatssekretär wird dann 66 Jahre alt sein. Für eine Neubesetzung ist der Aufsichtsrat der DFS zuständig, dem die aktuelle Verkehrsstaatssekretärin Tamara Zieschang (CDU) vorsitzt. Zu der Personalie wollte sich die DFS auf Anfrage nicht äußern und verwies auf das Ministerium, das sich aber ebenfalls nicht äußerte.

"Ich würde mir einen politisch gut vernetzten Finanzexperten wünschen", sagte GdF-Chef Matthias Maas. Skeptisch blicken die Lotsen auf die komplett erneuerte Geschäftsführung, der außer dem erfahrenen Scheurle zwei Männer und eine Frau angehören, die alle weniger als ein Jahr in ihrer Funktion sind.

Zwei Milliarden Euro Verlust bis 2024

Auch die Flugsicherung muss auf den durch Corona dauerhaft reduzierten Flugverkehr reagieren. Ein DFS-Sprecher bestätigte, dass man entsprechende Gespräche mit dem Tarifpartner plane. Allein in diesem Jahr müsse man mit 560 Millionen Euro Umsatzausfall rechnen. Bis Ende 2024 könnten rund zwei Milliarden Euro Erlöse fehlen, worauf man dringend reagieren müsse.

© Flughafen München, Lesen Sie auch: Flugsicherung erwartet Flugaufkommen von 2019 erst wieder 2025

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen will die DFS-Führung in Tarifverhandlungen niedrigere Entgelte, flexiblere Arbeitszeiten und weniger Personal durchsetzen. Die Verhandlungen dazu sollen noch in dieser Woche beginnen.

Einer ersten Flexibilisierung bei den Arbeitszeiten der rund 2200 Fluglotsen hatte die Gewerkschaft zu Krisenbeginn noch zugestimmt. Nunmehr dürfe aber niemand eine schnelle Lösung erwarten, schrieb Maas an die GdF-Mitglieder.

Von: dpa, br

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