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Ein VOR/DME UKW-Drehfunkfeuer. © DFS

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Die Bundesregierung will mehr Flächen für den Ausbau der Windkraft an Land schaffen. Dazu sollen der Deutschen Flugsicherung (DFS) finanzielle Mittel für die Umrüstung von UKW-Drehfunkfeuern zur Verfügung gestellt werden, wie das Wirtschaftsministerium jetzt erklärte.

Drehfunkfeuer sind Navigationsanlagen für den Luftverkehr, die durch Windenergieanlagen gestört werden können. Um diese Beeinträchtigungen zu vermeiden, werden Windenergieanlagen im Umfeld von Drehfunkfeuern häufig nicht zugelassen. Die Flugsicherung soll nun die Luftfahrtnavigation weitgehend auf satellitengestützte Verfahren umstellen. Die nicht mehr benötigten Drehfunkfeuer am Boden könnten dann zurückgebaut werden, das soll weitere Flächen für den Windenergieausbau schaffen.

UKW-Drehfunkfeuer (englisch VHF Omnidirectional Range – VOR) als bodengestützte Navigationsanlagen sind dabei nach Angaben der DFS auch in Zeiten von Satellitennavigation als Ausfall-Infrastruktur für eine sichere Flugdurchführung unverzichtbar. Aktuell betreibt die DFS noch einige herkömmliche Anlagen (CVOR). Als robustere Variante gegenüber den Störeinflüssen von Windkraftanlagen hat sich dabei laut DFS in den letzten Jahren jedoch das Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) erwiesen.

Vielerorts rüstet die Flugsicherung daher bereits seit einigen Jahren auf die DVOR-Technologie um, sie mache bereits mehr als zwei Drittel der VORs aus. Für den Umbau der verbleibenden CVOR-Anlagen habe das Wirtschaftsministerium nun die 14 Millionen Euro bereitgestellt. Nach der Umrüstung könnten in Folge mehr Windkraftanlagen in den Schutzbereichen von DVOR genehmigt werden, so die DFS.

Zukunft liegt in Satellitennavigation

Perspektivisch könne die DFS aber auch auf die Mehrzahl der heute genutzten 55 Drehfunkfeuer verzichten, sagte der DFS Geschäftsführer Technik, Friedrich-Wilhelm Menge. Mit Nutzung der Satellitennavigation werde nur noch ein Drittel der heutigen Drehfunkfeuer benötigt - als Ausfallinfrastruktur, falls die GPS-Daten nicht zur Verfügung stehen.

Die DFS stellt nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2030 alle An- und Abflugverfahren an den mehr als 60 deutschen Flughäfen auf satellitengestützte Flächennavigation um. Die zeitliche Abfolge der Umrüstung der CVOR- in DVOR-Drehfunkfeuer im Zeitraum 2021 bis 2025 ergebe sich dabei aus der sukzessiven Einführung satellitengestützter Flugverfahren.

Geplante VOR-Umrüstungen
Standort CVOR Umrüstung 
Nürnberg 2021 
Köln/Bonn 2021/22 
Düsseldorf 2022 
Frankfurt am Main, Charlie 2023 
Nienburg 2023 
Frankfurt am Main, Metro 2024 
Rügen, Trent 2024 
Magdeburg 2025 
Plan-Zeiträume für die Umrüstung laut DFS. Quelle: DFS

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, es würden zusätzliche Flächen für die Errichtung von Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 700 Megawatt frei. Zum Vergleich: 2020 kamen nach Branchenangaben in Deutschland Windenergieanlagen an Land mit einer Leistung von insgesamt 1431 Megawatt hinzu.

Der Ausbau der Windkraft an Land kommt auch aus Sicht der Windbranche und vieler Politiker nicht schnell genug voran. Als Gründe gelten lange Planungs- und Genehmigungsklagen, viele Klagen und zu wenig ausgewiesene Flächen. Die Bundesregierung will ihre Klimaziele verschärfen, dies macht aus Sicht vieler Experten noch mehr Windräder nötig

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