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Analyse Deutschlandtakt bringt für einige Flughäfen mehr Intermodalität

Der wichtigste Flughafen aus Bahnsicht ist und bleibt Frankfurt. Für den Deutschlandtakt ist einiges zu erwarten. Ein Flughafen wird sogar stark an Bedeutung gewinnen. airliners.de hat sich die Netzgrafiken genauer angesehen.

Die Empfangshalle des Fernbahnhofs am Flughafen Frankfurt Main. © Deutsche Bahn / Axel Hartmann

Der dritte Entwurf der Netzgrafik für den kommenden Deutschlandtakt zeigt viele interessante Neuerungen. Verbesserungen der Anbindungen von Flughäfen gehören aber nur selten dazu. Neben einer allgemeinen Darstellung gibt es noch zahlreiche Netzgrafiken im Detail im Download-Bereich der Projektseite. Ein Blick auf die Planungen für die sieben größten Flughäfen.

Frankfurt Airport mit neuem S-Bahnhof und als wichtiger Fernverkehrshalt

In Deutschland hat der Airport Frankfurt am Main auch beim Bahnanschluss eine Sonderstellung. Hier kreuzen sich viele Fernverkehrslinien, sodass hier nicht nur ein Zubringer zum Flughafen entstanden ist. Der Bahnhof ist gleichzeitig ein wichtiger Umsteigeknoten im Netz der Deutschen Bahn. Das liegt auch daran, dass es einige Fernzüge dort gibt, die Frankfurt am Main gar nicht bedienen. Normalerweise vermeidet die Deutsche Bahn das Umfahren wichtiger Städte.

Dieses Konzept wird beibehalten. Vor allem vom Süden kommen viele Hochgeschwindigkeitslinien, die Frankfurt über den Flughafen umfahren. Hier sind vor allem zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen von Interesse. Eine neue Schnellfahrstrecke, die an Darmstadt vorbeiführt, gehört genauso dazu wie die angedachte, zweigleisige Untertunnelung von Frankfurt mitsamt eines viergleisigen neuen Bahnhofs.

Der Deutschlandtakt zeigt bereits den S-Bahnhof des Frankfurter Terminal 3. Foto: © Deutschlandtakt / Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Vor allem von Osten kommend dürfte sich die Untertunnelung bemerkbar machen. Der Kopfbahnhof Frankfurt ist für Fernzüge zwischen Berlin und Frankfurt Flughafen sehr ungünstig gelegen. Züge von Berlin müssen erst die Innenstadt Frankfurt südlich umfahren und dann über eine langsame 180-Grad-Kurve in den Bahnhof fahren. Das dortige Kopfmachen ist zudem prinzipbedingt zeitaufwendig und der Kopfbahnhof hat schon jetzt gelegentlich Kapazitätsengpässe bei der Zuführung.

Ebenfalls schon im Deutschlandtakt vermerkt ist der neue S-Bahnhof Terminal 3, der voraussichtlich zwischen Walldorf und Zeppelinheim direkt am Terminal 3 positioniert wird. Der Start des Planfeststellungsverfahrens ist für Anfang 2025 vorgesehen, wie die Deutsche Bahn auf Nachfrage mitteilte. In Zukunft wird es eine direkte Verbindung nach Frankfurt, Neu-Isenburg und Worms geben. Zwei Express-Regionalbahnen je Stunde verbinden zudem Mannheim über Terminal 3 mit Frankfurt.

Deutschlandtakt in Datenbankform

Mit dem Deutschlandtakt soll die Bahn hierzulande attraktiver werden. Der Ansatz nimmt zunächst einen Fahrplan mit klaren Knotenpunkten sowie -zeiten und soll dann die Grundlage für eine Optimierung der Infrastruktur bieten. Da die Netzgrafiken mitunter etwas komplex in der Handhabung sind, empfiehlt sich auch ein Blick auf das Portal fernbahn.de von Marcus Grahnert und Marco Krings. Die beiden haben die Verbindungen für einen hypothetischen Start im Jahr 2030 in großen Teilen schon in die Datenbank eingepflegt. Wichtig ist hierfür zu wissen, dass der Deutschlandtakt ein zeitlich lange gestrecktes Infrastrukturprogramm ist. Mitunter befinden sich einzelne Projekte noch in der Ideenphase oder sind erst kürzlich vom Deutschlandtakt berücksichtigt worden.

Der Münchener Flughafen wird keinen echten Fernverkehr bekommen

Für eine Fernverkehrsanbindung von Deutschlands zweitgrößtem Flughafen sieht es weiter nicht gut aus. In der großen Netzgrafik wird der Flughafen München gar nicht behandelt. Die Detail-Netzgrafik für Bayern offenbart dann aber doch Details zu länger geplanten Neuerungen. Die betreffen allerdings den SPNV. Zwei Fern-Regional-Linien (Zugtyp G) halten immerhin in der Nähe in Freising.

Von: Andreas Sebayang

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