Deutsche Small Planet will schnell wachsen

Die neue deutsche Tochter der litauischen Charter-Fluggesellschaft Small Planet Airlines will Mitte Mai den Flugbetrieb mit zwei Flugzeugen aufnehmen. Anschließend werden weitere Maschinen zur Flotte stoßen - wie viele und bis wann, ist schon geplant.

Airbus A320 der Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com / Daniel Nicholson
Small Planet Airlines Germany Geschäftsführer Oliver Pawel (links) und Andreas Wobig. © airliners.de / Davd Haße

Small Planet Airlines sieht sich auf der Zielgeraden zum Erhalt einer deutschen Flugbetriebslizenz. Das sagten die beiden Geschäftsführer Andreas Wobig und Oliver Pawel jetzt auf einer Veranstaltung des Luftfahrt Presseclubs in Berlin. Der Start der Operations unter deutscher Registrierung sei für den 13. Mai geplant.

Die deutsche Tochter der litauischen Chartergesellschaft hat zunächst bei Air Berlin zwei Airbus A320 geleast. Die Flugzeuge werden mit eigenen Besatzungen bereedert und in Bremen und Paderborn stationiert, um für Reiseveranstalter wie Tui und Thomas Cook zu starten, sagte Finanzchef Pawel.

Schon im November sollen dann zwei weitere Maschinen der Mutter kurzzeitig zur Flotte stoßen. Diese werden auf den Kanaren stationiert und einige Wochen lang für den Airbroker Involatus nach ganz Deutschland pendeln.

Mindestens sechs Flugzeuge im deutschen AOC bis 2018

Für den Sommer 2017 plant die deutsche Small Planet dann bereits mit einer Flotte aus vier Flugzeugen unter deutscher Flugbetriebslizenz. Im Sommer 2018 sollen es dann schon mindestens sechs Maschinen sein. Die Flugzeuge werden den Angaben nach nicht aus anderen Small-Planet-Flugbetrieben nach Deutschland abgezogen, sondern sollen zum Wachstum der Gruppe beitragen.

Die Flotte der Small-Planet-Gruppe

Small Planet Airlines sieht sich als paneuropäischer Anbeiter im Chartermarkt. Insgesamt betreibt die Gruppe aktuell 21 Maschinen der A320-Familie, die vor allem aus Polen, Großbritannien und Litauen eingesetzt werden. Weitere Flugzeuge sind in Frankreich und Italien stationiert. Im europäischen Winter gehen etliche Flugzeuge im Rahmen von Chartervereinbarungen nach Asien. Eine thailändische Small Planet ist geplant.

"Wir fliegen überall dort, wo die Anbieter mit eigenem Gerät nicht kostendeckend operieren können", beschreibt Deutschland-CEO Wobig das Geschäftsmodell der neuen Charterfluggesellschaft. Im Gegensatz etwa zur Thomas-Cook-eigenen Condor - die sich in Paderborn aus Kostengründen zurückgezogen hatte - werde Small Planet zudem nicht nur das Fluggerät, sondern auch die Besatzung vor Ort stationieren. Das spare die teure Crew-Positionierung.

© Eurowings, HAM TV/I Aviation Management: Fremdvergabe des Flugbetriebs: Problem oder Lösung?

Um langfristig im Markt bestehen zu können, sei auch die schlank aufgestellte Unternehmensstruktur der deutschen Small Planet wichtig, die auf etliche Dienstleistungen des Gruppen-Headquarters in Litauen zurückgreifen könne, hieß es weiter. Insgesamt sei Small Planet zudem wie eine Low-Cost-Airline aufgestellt. Die Kosten pro Sitzplatzkilometer liegen den Angaben nach nur etwas unter denen von Ryanair und Wizz Air.

Von: dh

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