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Im Inneren einer Airbus-Maschine von Small Planet Airlines. © AirTeamImages.com / Jan Severijns

Die deutsche Small Planet Airlines hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zum Sachwalter sei der Jurist Joachim Voigt-Salus bestellt worden, teilt die Airline mit. Voigt-Salvus bestätigt die Informationen auf Anfrage von airliners.de. Das Amtsgericht hat die Insolvenz inzwischen bekanntgemacht.

Man habe mit dem Luftfahrt-Bundesamt vereinbart, dass "unser AOC zeitlich unbegrenzt fortgeführt werden kann", heißt es in einem Brief der beiden Geschäftsführer Andreas Wobig und Oliver Pawel an die Mitarbeiter. Das Schreiben liegt airliners.de vor. Alle Flüge unter dem Flugcode "P5" sollen daher wie geplant durchgeführt werden.

Small-Planet-Kapazitäten an deutschen Flughäfen
0
Paderborn/Lippstadt 18.7
Leipzig/Halle 15.9
Hamburg 10.7
Hannover 10.7
Düsseldorf 9.1
Köln/Bonn 9.0
Frankfurt 6.9
Berlin-Schönefeld 4.9
Bremen 4.4
Übrige Airports 9.7

Die Grafik zeigt die prozentuale Sitzplatzangebot von Small Planet Deutschland an deutschen Flughäfen im Zeitraum vom 19. September bis 27. Oktober. "Übrige Airports" sind jene mit jeweils weniger als vier Prozent Anteil.Quelle: ch-Aviation

"Eure Gehälter, die Reisekosten sowie sonstige mitarbeiterbezogene Zahlungen sind nach dem deutschen Insolvenzrecht sicher und werden in voller Höhe ausbezahlt", versichern die Geschäftsführer dem Personal. Gleichzeitig weisen sie daraufhin, dass das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet ist; dieser Schritt werde voraussichtlich erst zum 1. Dezember vollzogen.

Die Gehälter aller Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld abgesichert. "Gehälter, die über der Sozialversicherungsgrenze liegen, werden ebenfalls von der Small Planet Airlines GmbH in voller Höhe ausgezahlt", heißt es in dem Schreiben. Und auch hier findet sich eine Parallele zu Air Berlin: Die Airline war nach Insolvenzanmeldung branchenintern in die Kritik geraten, weil viele Barreserven dazu genutzt worden sein sollten, um die Angestellten wie gewohnt zu entlohnen.

Gewinnprognose gekürzt

Gerüchte über eine drohende Pleite des Ferienfliegers gab es schon länger. Ein Manager, der wegen einer möglichen Übernahme die Bücher von Small Planet Deutschland prüfte, sagte schon im Frühjahr zu airliners.de, dass der Carrier bald in die Insolvenz rutschen würde. Das Management antwortete damals auf Anfrage, dass man sich "immer wieder in Investorengesprächen, um die weitere Entwicklung zu finanzieren".

Doch die finanziellen Probleme wurden über den Sommer gepaart mit einer Häufung von negativen Schlagzeilen aufgrund vieler technischer Ausfälle offenbar immer größer. Unbestätigten Informationen zufolge soll die Airline vergangene Woche die Prognose für das Jahresergebnis intern auf minus 30 Millionen Euro korrigiert haben.

Management erklärt Gründe

In einem Statement macht die Airline "die angespannte finanzielle Lage auf Grund der Geschehnisse des aktuellen Sommers" als Ursache für die Insolvenz aus. Weiter führt sie dies nicht aus. In dem Mitarbeiterbrief werden die Geschäftsführer deutlicher.

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Der Airline hat nach eigener Aussage der ambitionierte Wachstumsplan zugesetzt. So hat Small Planet nach airliners.de-Informationen die Anzahl der Flüge in diesem Sommer im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Zudem wuchs das Programm von vier auf zehn Maschinen. "Da lief einiges nicht so wie geplant", konstatieren die Geschäftsführer.

"Späte Besatzungsrekrutierung und -ausbildung, mangelnde Harmonisierung der Prozesse zwischen den AOCs, formal geänderte Anforderungen aus der Zivilluftfahrt, verspätete Flugzeuglieferung und unglückliche Vorfälle wie zum Beispiel der Triebwerksschaden auf D-ASPC waren entscheidende Faktoren." Diese hätten zuerst die operative Performance und "im Anschluss unsere finanzielle Situation sehr stark belastet". Hohe Kosten für Subcharter hätten ihr Übriges getan.

Verspätungen und Flugausfälle belasten

Nach den Performance-Problemen der vergangenen Monate hatte sich das Management der Airline in der vergangenen Woche bei den Fluggästen entschuldigt. Gleichzeitig wurden die Passagiere aufgerufen, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen und ihnen versichert, dass man vollumfänglich "den rechtlichen Vorgaben" nachkomme.

Nach dem rapiden Wachstum hatte Small Planet für den Winter bereits angekündigt, einen Gang zurückzuschalten. Anders als ursprünglich vorgesehen, plante die Airline zuletzt auf dem deutschen Markt nur noch mit sechs Maschinen fliegen. Eigentlich sollten es zehn Flugzeuge sein.

© AirTeamImages.com, Dirk Grothe Lesen Sie auch: Deutsche Small Planet entschuldigt sich

Bei Small Planet Deutschland sind vier A320 und zwei A321 registriert. Insgesamt verfügt die Small-Planet-Gruppe mit weiteren Gesellschaften in Litauen und Polen nach eigenen Angaben über 29 Flugzeuge. Der deutsche Ableger führt vor allem Charter-Flüge für Reiseveranstalter zu Warmwasserzielen durch. Hauptabnehmer sind die großen Anbieter Tui, Thomas Cook, DER Touristik und FTI.

Die im Juni als FTI-Charter angekündigten Flüge von Small Planet nach Gambia wurden zuletzt abgesagt. Stattdessen setzt der Veranstalter im Sommer auf Corendon - "unserem Wunschpartner", wie ein Sprecher betont. Im Winter seien die Kunden von FTI aufgerufen, Linienflüge zu buchen - von der angekündigten Kooperation mit Small Planet war Anfang September keine Rede mehr.

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