Deutsche Small Planet Airlines startet im Oktober

Der deutsche Ableger der litauischen Small Planet Airlines wird schon bald erste Flüge ab Deutschland anbieten. Später soll eine deutsche Betriebsgenehmigung folgen - entscheidend für die weiteren Pläne.

Small-Planet-Marketingchef Simonas Bartkus und Airline-CEO Vytautas Kaikaris (rechts). © airliners.de / Gunnar Kruse

Der deutsche Ableger der litauischen Charter-Fluggesellschaft Small Planet Airlines nimmt weiter Gestalt an. Ab Anfang Oktober werden erste Flüge von verschiedenen deutschen Flughäfen, darunter Düsseldorf, auf die Kanarischen Inseln angeboten.

Darüber informierten jetzt Small-Planet-CEO Vytautas Kaikaris und Simonas Bartkus, Marketingchef der Airline, bei einem Pressegespräch in Vilnius, zu dem auch airliners.de eingeladen war. Geflogen werde für den Airbroker Involatus aus Kaarst in der Nähe von Düsseldorf.

Zum Einsatz kommt zunächst ein Flugzeug entweder unter litauischer oder polnischer Betriebsgenehmigung, so Kaikaris. Denn ein eigenes AOC hat die deutsche Small Planet Airlines GmbH noch nicht. Dieses sei aber nötig, um von Deutschland aus Flüge in die Türkei anbieten zu können, erläuterte Bartkus. Und die Türkei sei für deutsche Veranstalter ein sehr wichtiges Ziel.

Wenn die deutsche Betriebsgenehmigung vorliegt, sollen ab Sommer kommenden Jahres zwei Airbus A320 ab Deutschland eingesetzt werden. Bis Mai soll es soweit sein. Derzeit arbeite in Berlin ein neunköpfiges Team um die Geschäftsführer Andreas Wobig und Oliver Pawel an den notwendigen Voraussetzungen. Das Duo hatte im Mai den deutschen Ableger aus der Taufe gehoben.

© AirTeamImages.com, Daniel Nicholson Lesen Sie auch: Ex-Germania-Chefs heben deutsche Small Planet Airlines aus der Taufe

Welche Ziele die in Deutschland registrierten Flugzeuge dann ansteuern werden und von welchen Flughäfen die Maschinen abheben werden, wollte Airline-Chef Kaikarus mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen noch nicht sagen. Auch zu potenziellen Reiseveranstalter-Kunden hielt er sich bedeckt. Eines ist seinen Worten zufolge aber klar: Es soll ein komplett deutsches Produkt angeboten werden. Sowohl Piloten als auch die Kabinenbesatzungen sollen in Deutschland angestellt sein.

Germania zählt zu Hauptkonkurrenten

Hierzulande sieht Small Planet Airlines, die die deutsche Germania und die polnische Enter Air im Charterfluggeschäft als Hauptkonkurrenten nennt, großes Potenzial. In fünf Jahren, so sagte Marketingchef Bartkus auf Nachfrage von airliners.de, könnte Small Planet in Deutschland ähnlich stark vertreten sein wie in Polen. Im Nachbarland habe die Airline derzeit acht Flugzeuge im Einsatz.

Small Planet Airlines mit Heimatbasis in Vilnius war 2010 aus der "FlyLAL Charters" entstanden. Derzeit besteht die Flotte der Charterfluggesellschaft aus 18 Flugzeugen hauptsächlich des Typs Airbus A320. Im kommenden Jahr soll die Flotte auf 20 Maschinen wachsen. Neben dem neuen deutschen Spin-off arbeitet Small Planet auch an einer thailändischen Fluglizenz. Eine 2010 gegründete italienische Ableger-Airline hatte im vergangenen Jahr die Flüge eingestellt.

Von: gk

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