Hintergrund Wie die europäischen Corona-Apps bald miteinander kommunizieren sollen

Die Corona-Warn-App funktioniert derzeit nur in Deutschland verlässlich. Die EU-Kommission regt aber auch die länderübergreifende Funktion an. Das ist insbesondere für den Tourismus sowie dem Luftverkehr von Bedeutung.

Corona Warn-App © Adobe Stock / U. J. Alexander

Mehr als zwölf Millionen Mal wurde die deutsche Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts bereits heruntergeladen. Die Zahl deckt also schon kurz nach dem Start einen erstaunlich großen Teil der Bevölkerung ab. Aber eben nur in Deutschland.

Denn im Prinzip funktioniert die deutsche Corona-Warn-App derzeit nur in Deutschland. Zwar ist es denkbar, dass sich deutsche Touristen im Ausland mit der App begegnen, doch das ist unwahrscheinlich, wenn es nicht eine bei Deutschen besonders beliebte Destination ist.

Als Folge kann ein potenziell infizierter deutscher Tourist im Ausland mit der App weder Einheimische warnen - noch selbst gewarnt werden, obwohl es auch in zahlreichen anderen Ländern Corona-Warn-Apps gibt. Für den Tourismus und dem internationalen Luftverkehr ist eine App-zu-App-Kompatibilität jedoch von besonderer Bedeutung und zumindest für einige Länder könnte es bald soweit sein.

Unterschiedliche App-Konzepte sorgen für Verzögerungen

Dass die verschiedenen Apps der unterschiedlichen Länder noch nicht miteinander kommunizieren, liegt daran, dass in anderen Ländern andere Apps genutzt werden, die teils völlig unterschiedlichen Konzepten folgen. So gab die Informationsstelle für die Corona-App des RKI auf Nachfrage von airliners.de an, dass die Apps in Norwegen und Frankreich beispielsweise zentralen Ansätzen folgen, während die deutsche App die Daten dezentral auf den Geräten speichert.

Manche Apps, wie die der Slowakei, können sogar die Einhaltung einer Quarantäneverordnung überprüfen. All das kann die deutsche App schon aus Datenschutzgründen nicht. Was sie aber potenziell bald können soll, ist, Kontakte ausländischer Apps zu warnen oder auch von diesen Apps gewarnt zu werden. Die Europäische Kommission hat schon länger Ideen dazu vorgelegt.

Von: Andreas Sebayang

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