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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Was bin ich froh, dass ich nicht in Helsinki war am Montag. Natürlich auch deswegen, weil dort gerade soviel Schnee fiel wie seit 1915 nicht mehr. Und ich heilfroh bin, dass ich warm im Büro sitzen kann und nicht genervt auf irgendwelche verspäteten Abflüge warten muss.

Eigentlich wollte ich Finnairs Einladung folgen, der Enthüllung ihrer neuen Markenidentität beizuwohnen. Sowas finde ich immer spannend, weil ich ein Faible für Grafik-Design habe und Flugzeuge erstklassige Leinwände sind, die im Idealfall faszinierende Botschafter der Gesellschaft sind, die sie betreiben.

Ich habe dazu vor einiger Zeit in London mal Peter Knapp bei der Agentur Landor besucht, den Guru des Airlinebrandings, der Millionen damit verdient, neue Farbkleider für Flugzeuge zu schneidern. Er hat mir erklärt, dass der Zeitpunkt sehr wichtig ist, an dem man so etwas macht. Und dass es nur Sinn hat, wenn man den Kunden wirklich etwas Neues zu bieten hat - sonst sei es Etikettenschwindel und Geldverschwendung. Vorallem müsse ein gutes Livery und Branding auch klar kommunizieren, woher eine Airline kommt – wie es zum Beispiel MEA aus dem Libanon mit ihrer Zeder am Heck macht.

Am Montag kam bald die Kunde aus Helsinki, wie Finnairs neue Gestaltung aussieht. Auf den ersten Blick wirkte es, als hätte sich Schnee auf dem Rumpf festgesetzt, soviel Weiß ist zu sehen. Aber es ist tatsächlich ihr Ernst. Was für eine Enttäuschung! Da hatten die Finnen - übrigens eine innovative Qualitätsairline die ich schätze - ein smartes Farbkleid, die Hecks in elegantem Blau, was sehr gut Finnland symbolisiert, dazu das stilisierte F, das etwas an ein Wikingerschiff erinnert.

Und was machen sie jetzt? Sie schreiben ihren Namen in riesigen blauen Lettern auf den nun komplett weißen Rumpf und klatschen dazu nur noch ein verkürztes F auf ein jetzt weißes Leitwerk, THAT’S IT! Kann mir mal jemand verraten was daran finnisch sein soll? Ein Land das zu Recht so stolz auf seine Designer ist? Ich trage nicht umsonst Hemden von Marimekko und sitze im Wohnzimmer auf einem finnischen Sessel.

Abgesehen davon, dass weiße Rümpfe immer nach Sparmaßnahmen aussehen und nach schnellem Zurückgeben hastig geleaster Flugzeuge, ist die Idee riesiger Lettern am Rumpf so was von Out! Erfunden hat sie 1983 als „Billboard-Design“ Airbus Chef-Designer Knut Marsen für die ersten Pan Am-A310-Jets, damals eine echte Innovation. Kopiert wurde die Idee von der wiedergegründeten Braniff in den USA und von Avensa in Venezuela, alle lange pleite.

Aber warum jetzt die Werbe(! nicht Design-)agentur SEK&Grey Millionen kassiert, indem sie so was aufwärmt und Finnair zehn Millionen Euro in die Umsetzung investiert, obwohl es ihr nicht gut geht wirtschaftlich, bleibt ein Rätsel. Dazu dann das Marketingkauderwelsch á la „das Reiseerlebnis soll zu einem angenehmen, einfachen und frischen Paket entwickelt werden“, mit dem die deutsche PR-Agentur in radebrechender Übersetzung den Relaunch begleitet, geht’s noch?

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Aber das Branding-Desaster hat die letzten Tage noch eine andere interessante Façette: British Midland, seit 2001 genannt "bmi", macht die volle Rolle rückwärts. Dabei wurde das durchaus elegante derzeitige Design vom Meister Peter Knapp persönlich in zweijähriger Arbeit entwickelt und 2001 eingeführt. Damals hoffte er, dass es mindestens 25 Jahre überdauern würde. So wie der Klassiker Alitalia, deren Livery sich seit den späten sechziger Jahren nur behutsam verändert hat und immer noch zeitlos wirkt.

Pustekuchen! Damals machte Knapp aus dem Kürzel "BMA" erstmal "bmi", um internationaler zu wirken. Das ganze kostete weit über 20 Millionen Euro, gefiel aber dem früheren Mehrheitseigner Sir Michael Bishop nicht, wie jetzt durchsickert. Inzwischen ist aber die Lufthansa neuer Herr im Haus, und der Chef ist Österreicher. Höchste Zeit für ein Rebranding!

Jetzt heißt die Firma also British Midland International, Tusch! Mit neuem Logo und verändertem Erscheinungsbild, aber weiter in Blautönen. „Erfrischende neue visuelle Identität“, nennt das der (deutsche) Chief Commercial Officer. Ich nenne das Herumeiern einer Firma, die nicht wirklich weiß, wo sie sich eigentlich positionieren will. Oder meint dort jemand, der Kunde bucht eher einen Flug, weil es nun nicht mehr bmi, sondern BMI heißt?

Vielleicht sollte ich in meinem nächsten Leben auch Farbkleid-Schneider für Flugzeuge werden. Dann würde ich entweder sehr reich sein oder aber vielleicht doch lieber den Airlines ihre Hirngespinste ausreden. Und zuerst würde ich für die russische S7 ein neues Livery entwerfen. Das heutige in Giftgrün geht nämlich gar nicht. Obwohl es auch vom Guru Peter Knapp stammt.

Die nächste Spaethfolge erscheint am 5. Januar 2011.

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