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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Als ob die Amis zu Thanksgiving nicht schon genug Probleme in der Fliegerei hätten. In Kalifornien kam es nun zu einem Vorfall, der absolut gar nichts mit aggressiven Sicherheitskontrollen oder der Empörung darüber an den verkehrsreichsten Tagen des Jahres zu tun hat und trotzdem von der Nachrichtenagentur Reuters aufgegriffen wurde:

Nachdem ein Passagier auf einem Southwest-Airlines-Flug seine Rückenlehne zurückgeneigt hatte, war sein Hintermann derart echauffiert, dass er dem „Rückenlehnen-Kipper“ vor ihm kräftig am Ohr zog. Noch eine Stunde später soll das Ohr rot gewesen sein, wie uns Reuters aufklärt. Da habe ich ja bisher noch Glück gehabt, wenn man anscheinend als bekennender „Rückenlehnen-Kipper“ heute schnell zum Freiwild werden kann.

Und ich sage es deutlich: Für mich gehört das Nutzen der Rückenlehnen-Kippfunktion zu den elementaren Grundrechten des Passagiers in einer stets zu engen Kabine. Ich bin 1,88 Meter groß, die üblichen, oft ausgesessenen Lehnen sind für meinen Lendenwirbelbereich Gift. Ich kriege Rückenschmerzen, wenn ich mir nicht mindestens ein Kissen hinten reinstopfen und die Lehne neigen kann.

Bis heute bin ich von gewalttätigen Protesten dagegen weitgehend verschont geblieben. Beschimpfungen wie „Unverschämtheit“ habe ich aber ebenso schon an mir abperlen lassen müssen wie gezielte Tritte oder Knieattacken von hinten auf meine Lehne. Da kann ich allerdings ein sehr dickes Fell entwickeln.

Klar sitzen wir Passagiere sozusagen alle in einem Boot, auch wenn es fliegt. Klar sind andere Menschen hinter mir unter Umständen auch groß und haben Rückenprobleme, aber die können dann ja ihren Sitz genauso neigen und damit wieder einige Millimeter Freiraum gewinnen.

Angeschmiert sind allerdings jene, die in Reihen vor Notausstiegen oder ganz hinten im Flieger sitzen, wo die Rückenlehnen arrretiert sind. Oder solche, die mit Ryanair fliegen, wo auf den modernsten 737 inzwischen keine verstellbaren Lehnen mehr existieren. Danke Mr. O’Leary!. Aber man kann ja Ryanair vermeiden und anderswo beim Online-Check-in einen verstellbaren Sitz reservieren.

Nach meiner Erfahrung ist es allerdings sehr wichtig, bei der Durchsetzung seiner Rückenlehnen-Entfaltung diplomatisch und schrittweise vorzugehen. Schon am Boden verstelle ich meine Lehne, auch um den Hintersassen schon mal dran zu gewöhnen. Beim Abrollen vom Gate fahre ich die Lehne dann vorschriftsmäßig sofort ein. Vielleicht staunt mein Hintermann, wenn ich in der Sekunde, wo der Flieger abhebt, meine Lehne wieder runterlasse. Allerdings auf keinen Fall ruckartig, sondern ganz langsam und sachte.

Vielflieger wissen, dass es den meisten Krawall stets dann gibt, wenn jemand sein Rückenpolster „Bang“ auf einen Schlag nach unten haut. Bei sensiblen Hinterleuten kann auch eine Schritt-für-Schritt-Strategie helfen, in der man fast unmerklich langsam, in kleinen Einheiten, über Minuten verteilt, seine Sitzposition nach hinten neigt. Und wenn man dann freundlich gebeten wird, zum Essen doch bitte wieder hochzuklappen, mache ich das brav, behalte allerdings den Fortschritt bei der Nahrungsaufnahme hinter mir sehr wohl im Auge, um gleich nach Dessert-Verzehr vorsichtig wieder Raum zu gewinnen.

Lufthansa und Austrian Airlines rühmten sich vergangene Woche ihrer neuen Recaro-Sitze, die dank dünnerer Lehnen sowohl mehr Sitze an Bord zulassen als auch mehr Beinfreiheit. Klingt wie die eierlegende Wollmilch-Sau. Das ganze ist nur gar nicht so neu, auch nicht im Kranich-Konzern, denn Swiss betreibt ihre neuesten A319 und A320 seit mehreren Jahren mit diesen „Wundersitzen.“ Und ich kann sagen: Guter Ansatz, aber das Rückenlehnen-Thema ist damit nicht gelöst.

Der „Rückenlehnen-Kipper“ mit dem Satz heißer Ohren aus der Southwest-Maschine will jetzt ein Gerichtsverfahren gegen den Ohrenzieher anstrengen. Wir wissen, wie sowas in Amerika enden kann – mit Millionen-Schmerzensgeld wegen vorgeblich erlittenem „Rückenlehnen-Trauma“ oder so ähnlich.

Komme nun aber ja niemand hinter mir im Flugzeug auf die Idee, sich für 14,95 Dollar ein Paar sogenannte „Knee Defenders“ zu bestellen, die das Zurückstellen der Lehne bei heruntergelassenem Tischchen durch das Aufsetzen zweier Klemmen unmöglich machen. Ich bin ein sehr friedlicher Mensch, aber dann könnte auch ich durchaus ungehalten werden.

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