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Der neue ICE der Deutschen Bahn ist ein alter Bekannter

Die Deutsche Bahn hat insgesamt 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge bestellt. "Der neue ICE" basiert allerdings nicht auf Siemens Velaro Novo sondern auf der alten Velaro-Plattform. Dafür sind sie schnell im Einsatz.

Der neue ICE wird ab Ende 2022 in den Einsatz kommen. © Deutsche Bahn

Ab Ende 2022 wird die Deutsche Bahn mit neuen ICE-Zügen ausgestattet, die in der Spitze 320 km/h schaffen. Entgegen erster Vermutungen handelt es sich hier allerdings nicht um Siemens' neue Velaro-Novo-Plattform, die seit einiger Zeit in einem ICE-S-Verband getestet wird. Stattdessen greift die Bahn auf die bekannte Velaro-Plattform zurück. Velaros fahren in Deutschland als ICE der 3. Generation auf den Strecken der Deutschen Bahn. Die Bahn nennt den Zug in ihrer Mitteilung "Der neue ICE".

Durch die Nutzung der Velaro-Plattform werden zumindest die ersten Züge allerdings schon schnell bereitstehen. Zehn Züge werden von Ende 2022 bis 2023 ausgeliefert. Die restlichen 20 Züge sollen bis 2026 der Deutschen Bahn zur Verfügung stehen. Bisher hat der Konzern 82 ICE 3 in seiner Flotte, die damit stark erweitert wird.

Option für weitere 60 Triebzüge

Die 30 neuen ICE werden insgesamt eine Milliarde Euro kosten. Der Ersteinsatz der Züge ist auf Strecken zwischen Nordrhein-Westfalen und München vorgesehen. Zudem gibt es eine Option auf weitere 60 Triebzüge. Es ist unklar, ob für diese Option auch für Velaro Novo genutzt werden können.

Die Züge werden nach derzeitigem Stand kaum andere Fahrzeuge ersetzen. Bis 2026 soll die Flottenstärke der schnellen ICE stabil bleiben. Nur der Bestand der vergleichsweise langsamen ICE-T wird zwischen 2023 und 2026 um zehn Triebzüge auf dann noch 60 Fahrzeuge reduziert.

Vom Aussehen wird sich die nächste ICE-Generation auf den ersten Blick nicht von den aktuell im Betrieb befindlichen ICE 3 unterscheiden. Am ehesten wird vermutlich ein Blick auf die Baureihen-Nummer verraten, ob es sich um einen neuen Zug handelt. Die ICE-3-Flotte besteht bereits schon jetzt aus mehreren Baureihen. Die neue Generation wird 440 Sitzplätze je Zug anbieten. Ein Hinweis dafür, dass ein Triebzug jeweils um die 200 Meter lang ist, da die anderen ICE 3 ähnlich viele Sitzplätze anbieten. Dies war auch die Bedingung der Ausschreibung.

Trotz der Velaro-Plattform wird der Zug einige Weiterentwicklungen besitzen. Eine Besonderheit laut der Deutschen Bahn ist die Verwendung von Fensterscheiben, die Mobilfunksignale leichter passieren lassen. Das wird möglich, weil durch sonst übliche sehr dünne transparente Metallschicht ein feines Raster per Laser eingearbeitet wird.

Damit bleibt die Temperatur-Isolation bestehen, während Smartphones mit weniger Antennenleistung arbeiten können, um noch ein Signal zu bekommen. Die Züge bekommen zudem von Anfang an Fahrradstellplätze und mit dem ICE 4 vergleichbare Gepäckablagen im Großraumabteil.

Die Deutsche Bahn arbeitet seit einigen Jahren an einer Modernisierung und Aufstockung seiner Fernverkehrsflotte. Neben der Verstärkung der Hochgeschwindigkeitsflotte durch ICE 4 wird auch der IC-und EC-Fernverkehr gestärkt. So hat die Deutsche Bahn neue lokbespannte Doppelstock-ICs von Bombardier bekommen. Erst seit wenigen Monaten sind Doppelstock-Triebzüge von Stadler angekommen, die derzeit die einzige Fernverkehrsverbindung zum Flughafen Schönefeld bedienen. In den nächsten Jahren kommen zudem ECx-Züge von Talgo in die Flotte, die etwa nach Amsterdam eingesetzt werden.

Von: as

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