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Hintergrund Das sind die fünf Thomas-Cook-Fluggesellschaften

Der insolvente Touristikkonzern Thomas Cook betreibt neben dem Veranstaltergeschäft auch fünf Flugbetriebe. airliners.de gibt eine Übersicht über Flotten, Basen und den aktuellen Stand - von Condor bis Thomas Cook UK.

Flugzeuge der Thomas-Cook-Tochter Condor. © Thomas Cook

In der Nacht zu Montag musste der britische Reisekonzern Thomas Cook Insolvenz anmelden. Neben dem Veranstaltergeschäft gehören auch fünf Flugbetriebe zum Konzern: Thomas Cook UK, Thomas Cook Airlines Scandinavia, Thomas Cook Airlines Balearics, Thomas Cook Aviation und die deutsche Condor. Zusammen besteht die Flotte der Airline aus 118 Maschinen.

Anders als der Reisekonzern insgesamt, konnten die Cook-Airlines im Geschäftsjahr 2018 ihren Gewinn um 37 Prozent auf 146 Millionen Euro - im gleichen Zeitraum machte der Reisekonzern einen Verlust von 283 Millionen Euro.

Thomas Cook UK

Die britische Fluggesellschaft Thomas Cook UK hat nach Angaben der britischen Luftfahrtbehörde CAA mit sofortiger Wirkung ihren Flugbetrieb eingestellt. Damit sind mittlerweile alle Flugzeuge der nach Kapazitäten siebtgrößten britischen Airline (3,3 Prozent Marktanteil) am Boden. Als letzte Maschine landete ein Airbus A330-200 aus Orlando am Drehkreuz in Manchester.

Neben Manchester unterhielt die Airline noch neun weitere Basen. An den Flughäfen Belfast, Birmingham, Bristol, Cardiff, East Midlands, Glasgow, London-Gatwick, London-Stansted und Newcastle sind Flugzeuge stationiert. Nach Kapazitäten sind Manchester (40 Prozent) und London-Gatwick (25 Prozent) die mit Abstand größten Basen.

Flottenstärke der fünf Thomas Cook Airlines
Airline Anzahl
Thomas Cook UK 47
Thomas Cook Airlines Scandinavia 12
Condor 45
Thomas Cook Aviation* 8
Thomas Airlines Airlines Balearics* 6

Die Grafik zeigt die Anzahl der Flugzeuge der fünf Thomas Cook Airlines. Die Übersicht enthält auch alle Wet-Lease-Partner, die aktuell für die fünf Airlines unterwegs sind. *= ist ausschließlich für die deutsche Condor unterwegs.Quelle: CH-Aviation

Die Flotte der Airline bestand aus insgesamt 47 Maschinen. Mit 36 Jets machen Airbus-Mittelstrecken-Jets vom Typ Airbus A321 den überwiegenden Teil aus. Allerdings ist nach Angaben von CH-Aviation nur eine einzige Maschine im Besitz von Thomas Cook selbst. Alle weiteren Maschinen kommen von verschiedenen Leasinggebern oder sind kurzfristig als Wet-Lease hinzugechartert.

Wet-Lease-Partner von Thomas Cook UK waren Avion Express und Smartlynx. Neben acht A321 flogen auch drei kleine Jets des A320-Musters der Wet-Lease-Spezialisten für die Briten.

Bei der Langstrecken-Flotte setzte die Airline auf eine Einheitsflotte. Laut CH-Aviation bestand diese aus acht Maschinen des Typs A330-200. Sieben Maschinen sind im Besitz der Airline, eine A330-200 stellte die skandinavischen Tochter Thomas Cook Airlines Scandinavia im Wet-Lease bereit.

Thomas Cook Airlines Scandinavia

Auch alle zwölf Maschinen der skandinavischen Tochter sind derzeit am Boden. Anders als der britischen Schwester wurde der Airline von den Behörden allerdings nicht die Betriebslizenz entzogen. Stattdessen habe sich das Management der Airline dazu entschieden, alle Flüge bis auf weiteres zu stornieren, berichten verschiedene schwedische Medien.

"Unser Ziel ist es, Flugzeuge so schnell wie möglich in die Luft zu bringen", sagt Fredrik Henriksson, Leiter Kommunikation bei den Vinggruppen Norden, laut "Svenska Dagbladet."

Die skandinavische Thomas-Cook-Airline betreibt insgesamt sieben Basen in Dänemark (Billund, Kopenhagen), Schweden (Göteborg, Stockholmund Malmö), Norwegen (Oslo) und Finnland (Helsinki). Die nach Kapazitäten wichtigsten Standorte sind Oslo (12 Prozent), Stockholm (7,8 Prozent) und Kopenhagen.

Die Flotte der Airline besteht aus zwölf Maschinen – acht Mittelstrecken-Jets vom Typ A321 und vier Langstreckenmaschinen – drei A330-300 und einer A330-200. Die vier Großraum-Jets sind im Besitz der Airline, während die acht Mittelstrecken-Jets von verschiedenen Leasinggebern kommen.

Condor Flugdienst

Die größte der Thomas Cook Airlines ist der deutsche Ferienflieger Condor. Für die Fluggesellschaft heben derzeit 59 Flugzeuge ab. Am frühen Montagmorgen teilte die Airline mit, dass alle Condor-Flüge weiterhin durchgeführt würden. Der Ferienflieger ist mit einem Markanteil von rund vier Prozent die viertgrößte Airline in Deutschland.

Von den 59 Maschinen der Flotte sind 42 im AOC der Condor Flugdienste registriert. Die 17 übrigen Jets kommen von Wet-Lease-Partnern oder den zwei weiteren Konzern-Airlines Thomas Cook Airlines Balearics und Thomas Cook Aviation, die beide ausschließlich für Condor fliegen.

Bei den 42 Condor-Maschinen handelt es sich um sieben A320, vier A321, 15 Boeing 757-300 sowie 16 Boeing 767-300ER. Hinzu kommen im Wet-Lease sechs A320, zehn A321 sowie ein Airbus 330-200.

Mit sieben A320, zwei Boeing 757 und eine Boeing 767 sind zehn Maschinen im Condor-Besitz. Die übrigen Maschinen gehören verschiedenen Leasingebern.

Thomas Cook Aviation

Die deutsche Condor-Tochter Thomas Cook Aviation, die seit ihrer Gründung ausschließlich für Condor fliegt, ist auch weiterhin in der Luft. Die ehemalige Air Berlin Aviation, eine Tochter der insolventen Airline, hatte der britische Reisekonzern aus der Insolvenzmasse der Air Berlin gekauft und unter dem Namen Thomas Cook Aviation neu aufgesetzt. Die Airline ist in Deutschland registriert und hat ihre Basen in Düsseldorf und Leipzig/Halle. Zur Flotte zählen acht Airbus A321, die alle von Leasinganbietern kommen.

Thomas Cook Airlines Balearics

Der Mallorca-Ableger der Thomas Cook Gruppe ist in diesem Sommer ausschließlich für Condor unterwegs. Das gilt auch nach dem Grounding der englischen Schwester. Die Fluggesellschaft hatte erst im März 2018 ihre Betriebsgenehmigung erhalten und setzt an ihrem Heimatflughafen Palma de Mallorca sechs Maschinen des Typs Airbus A320 ein. Dabei sind laut CH-Aviation alle Maschinen geleast.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot Lesen Sie auch: Thomas Cook Airlines Balearics erhält AOC

Die spanische Airline wurde gegründet, um für Condor und auch für die Thomas Cook UK im Wet-Lease flexibel einsetzbar zu sein. Gleichzeitig soll sie günstiger produzieren können als Condor und Thomas Cook UK.

Von: br

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