Das sind die Reaktion auf das A380-Aus

Airbus teilt das Produktionsende der größten Passagiermaschine mit. Die letzte A380 soll in zwei Jahren ausgeliefert werden. airliners.de gibt eine Übersicht auf Reaktionen aus Industrie, Wirtschaft und Politik.

A380-Produktion bei Airbus. © AirTeamImages.com / Paul Marais-Hayer

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat das Ende der A380-Produktion angekündigt. Als Grund nannte Airbus "Auftragsmangel". Auslöser für die Entscheidung war, dass die größte Kundin der A380, die arabische Fluggesellschaft Emirates, ihre Bestellung um 39 Maschinen reduziert hatte. airliners.de gibt eine Übersicht der ersten Reaktionen auf das Aus für den ehemaligen Prestige-Flieger.

Der scheidende Airbus-Konzernchef Tom Enders bedauert das Aus für den Airbus A380. Die Entscheidung sei schmerzhaft, man habe viel Mühe, Geld und Schweiß in den weltweit größten Passagierjet gesteckt, sagte Enders. "Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten." Man werde zukünftig die Flotte weiter unterstützen - insofern sei es auch nicht das Ende des Programms.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr lobte den Airbus A380 als "herausragendes Flugzeug". Er betonte aber zugleich die eingeschränkte Wirtschaftlichkeit. Ein profitabler Einsatz der A380 sei "nur auf den extrem nachgefragten Strecken möglich", so der oberste Lufthanseat. Nichtsdestotrotz sei die Maschine eine "Meisterleistung" aus Europa. "Unsere Kunden und auch unsere Crews lieben das Flugzeug."

Das Bundeswirtschaftsministerium fordert Klarheit für die Beschäftigten an den Standorten in Deutschland. "Airbus muss nun - und das hat das Unternehmen ja auch bereits angekündigt - schnell Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der rund 1000 in Deutschland betroffenen Stellen aufnehmen", teilte das Ministerium mit. "Ziel muss es sein, dass die Beschäftigten bei anderen Airbus-Flugzeug-Programmen beschäftigt werden." Airbus hat insgesamt mit vielen erfolgreichen Modellen ein volles Auftragsbuch.

Gewerkschaft gibt sich betont gelassen

Die Gewerkschaft IG Metall zeigte Verständnis für die Entscheidung und gibt sich gelassen. "Es ist schade um den schönen Flieger", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Aber die Entscheidung des Vorstands ist nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft." Geiken betont, dass Airbus durch das Auftragshoch in anderen Programmen weiterhin gut zu tun habe. So hätten die Beschäftigten an den norddeutschen Standorten durch die Modelle A320, A330 und A350 reichlich Arbeit. Betriebsbedingte Kündigungen seien per Tarifvertrag bis Ende kommenden Jahres ausgeschlossen.

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann würdigte ungeachtet der Einstellung des Programms die A380 als eine Erfolgsgeschichte für Hamburg. "Mit der Werkserweiterung und dem Ausbau der Start- und Landebahn in Finkenwerder hat Hamburg die Basis für die Zukunftssicherung des Standorts gelegt", sagte der Politiker. Die Innovationskraft der Luftfahrtbranche sei in Hamburg ein herausragender Standortfaktor, Airbus dabei einer der wichtigsten Innovationstreiber.

Auswirkungen für Zulieferer ungewiss

Der zweitgrößte deutsche Airbus-Standort in Bremen erwartet relative geringe Auswirkungen. "Betroffen sind in der Produktion und der Entwicklung schätzungsweise bis zu 80 Kolleginnen und Kollegen", sagte Betriebsratschef Jens Brüggemann und bezeichnete es als einen "überschaubaren Rahmen". "Wir sehen keinen Grund, dass diese Mitarbeiter in Bremen nicht weiter mit Arbeit versorgt werden können." Auch im Airbus Werk in Stade werden Teile der A380 gefertigt. Der Betriebsrat mahnte zunächst Klarheit und Zahlen von der Unternehmensleitung an.

Zulieferer Premium Aerotec könne die Folgen des A380-Aus noch nicht abschätzen, sagte eine Sprecherin. So könnten unter anderem 115 Beschäftigte am Werk in Augsburg betroffen sein. Das Unternehmen produziert dort Landeklappen und vordere Flügelkanten für die A380. An den weiteren Standorten in Nordenham, Bremen und Varel werden auch Teile für den größten Airbus-Flieger produziert. Neben A380-Teilen baut die Airbus-Tochter in ihren Werken aber Komponenten für andere Airbus-Flugzeuge - darunter auch für den Langstreckenflieger A350.

Aktienkurs im Aufwind

An der Börse setzte die Airbus-Aktie ihren schon länger anhaltenden Steigflug fort. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier bereits rund 30 Prozent an Wert gewonnen. Mit dem A380-Programm hatte Airbus wegen der geringen Produktionszahlen über Jahre Verluste geschrieben. Zudem war Airbus trotz der Sonderbelastung durch das A380-Aus bei seiner Jahresbilanz für 2018 eine positive Überraschung gelungen: Der Gewinn stieg deutlich.

Von: br mit Material von dpa, dpa-AFX

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