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Die Bezeichnung Operations (OPS) wird in der Luftfahrt für unterschiedliche Aufgaben verwendet. © AirTeamImages.com/airliners.de / JHribar/Montage: airliners.de

Nach Abschluss der Arbeiten am Flugdurchführungsplan (Operational Flight Plan, siehe OPS-Tutorial Folge 2 und Folge 3) durch die Mitarbeiter im "Flight Operations", werden die benötigten Kraftstoffmengen für einen Flug (Folge 3) an die Abteilung "Ground Operations" übermittelt, um die Beladung zu planen.

Folge 4 hat bereits erklärt, dass es dabei unter anderem auf die Verteilung ankommt. Das Erstellen des Ladeplanes, auch Load- & Trimsheet genannt, erfordert eine große Anzahl unterschiedlicher Werte. Diese werden von den verschiedenen an der Abfertigung beteiligten Stellen an Ground OPS übermittelt.

Für einen Beispielflug von Saarbrücken nach Lanzarote könnten die wichtigsten Informationen etwa so aussehen:

  • Flugnummer LS0101 am 01. Juli 2015, eine Boeing 737-800 mit der Kennung D-ALAS, Standardbesatzung.
  • Eingecheckt wurden 60 Männer, 75 Frauen, keine Kinder, 2 Kleinstkinder sowie 3.070 Kilogramm Gepäck und 500 Kilogramm Fracht.
  • Die Flugzeit wurde mit 3 Stunden und 34 Minuten berechnet.
  • Die Masse des Take-Off-Fuels sei 13.640 Kilogramm, die des Trip-Fuels 10.000 Kilogramm.
  • Flight OPS hat aufgrund der kurzen und angenommenen nassen Piste in Saarbrücken eine maximal zulässige Startmasse („Maximum Allowed Take-Off Mass“, MALTOM) von 71.200 Kilogramm errechnet.

Die Passagierzahlen und Gepäckmassen kommen von der Passageabteilung, die für das Check-in der Passagiere verantwortlich ist. Die Frachtzahlen übermittelt derweil die Frachtabteilung, die für die korrekte Abfertigung der Frachtstücke zuständig ist. Dry Operating Mass (DOM) und Dry Operating Index (DOI) gibt die Fluggesellschaft bekannt. Der Flugdienstberater übermittelt zum Abschluss seiner Berechnungen die Masse des Take-Off-Fuel, des Trip-Fuel sowie die Flugzeit.

Da die endgültige Entscheidung über die tatsächliche Kraftstoffmenge bei den Piloten liegt, sollte vor Erstellung des Load- & Trimsheet mit der Cockpitbesatzung Rücksprache gehalten werden. Dies geschieht entweder beim Cockpitbriefing im Flight-OPS-Büro oder durch den Ramp-Agenten. Sie sind die Verbindungspersonen zwischen dem am und im Flugzeug tätigen Personal und den anderen OPS-Abteilungen.

© Matthias Baier

Über den Autor

Matthias Baier ist Verkehrsflugzeugführer sowie Lehrer bei der Schule für Touristik in Frankfurt. Auf airliners.de veröffentlicht der Airline-Operations-Experte Basiswissen-Tutorials, die auf seinem Fachbuch "Operations" basieren. Alle Tutorials "Basiswissen Airline Operations" lesen.

Load- & Trimsheet wird per Computer erstellt

Es ist naheliegend im täglichen Flugbetrieb aufgrund des Zeitaufwandes bei der Erstellung eines Load- & Trimsheets Computerprogramme zu verwenden, beispielsweise „DCS“ (Departure Control System). Dazu verteilt der Ladeplaner die Massen im Computerprogramm gemäß der Faustformel, also zu einem Drittel in den vorderen Bereich des Flugzeuges und zu zwei Dritteln in den hinteren Bereich des Flugzeuges. Sofern Container oder Paletten zum Einsatz kommen (in unserem Beispielflug wurde eine Boeing 737 verwendet, die diese nicht laden kann) müssen auch die Massen dieser Lademittel berücksichtigt werden.

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