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Der IWF ernannte den Renminbi im November 2015 neben US-Dollar, Euro, dem britischen Pfund und Yen zur globalen Leitwährung. (Foto: Faungg's Photos, gepostet auf Flickr, CC BY-ND 2.0) © Faungg's Photos

Die Finanzen der chinesischen HNA Group lassen aktuell weltweit aufhorchen. Umsatz und Ergebnis sind in der Höhe durchaus mit den Kennzahlen des Lufthansa-Konzerns vergleichbar. Zwar hat sich seit 2015 das operative Ergebnis auf rund drei Milliarden Dollar fast vervierfacht, allerdings stieg auch die Schuldenlast von 38 auf 87 Milliarden Dollar.

Und das wird nun zum Problem: Da dieses Jahr einige Finanzierungslinien unerwartet austrockneten, kam HNA mit seinen Rückzahlungen in Bedrängnis und musste schlechte Bedingungen für neue Kredite hinnehmen.

Quelle: Bloomberg | Darstellung: airliners.de

Laut "Bloomberg" verlor eine HNA-Airline wegen unbezahlter Rechnungen jüngst ihren Treibstofflieferanten. Gleichzeitig verpasste der Konzern angeblich Rückzahlungsfristen bei Banken.

Für 50 Milliarden Dollar Unternehmen übernommen

Um die aktuell scheinbar desaströse Finanzlage des Mischkonzerns aus Fernost zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit: Anfang des neuen Jahrtausends wurde aus Hainan Airlines der Mischkonzern HNA mit hunderten Tochterunternehmen. Die jahrelange Einkaufstour der Chinesen verschlang rund 50 Milliarden Dollar und sicherte ihnen etliche Beteiligungen.

So ist HNA mittlerweile der größte Einzelaktionär unter anderem der Deutschen Bank. Darüber hinaus ist die HNA Group in der europäischen Luftfahrt an mehreren Stellen aktiv:

Quelle: Bloomberg | Darstellung: airliners.de

Zudem hält der chinesische Konzern unter anderem noch eine Minderheitsbeteiligung mit dreistelligem Millionenwert an Virgin Australia. Der Beitrag des Airline-Geschäfts am Konzernumsatz betrug 2015 rund 20 Prozent - laut mehrerer Medienberichte ist er seitdem wohl weiter gesunken.

Zweifel an den Eigentümerverhältnissen

Hinter allem steckt Firmenlenker Chen Feng, dem knapp 20 Prozent von HNA gehören. Die weitere Eigentümerstruktur ist durch die zahlreichen Tochterunternehmen undurchsichtig. Offiziell liegt die Mehrheit der Anteile laut HNA in der Hand von Stiftungen. Der im New Yorker Exil lebende chinesische Regierungskritiker Guo Wengui bezweifelt diese Darstellung.

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Und auch die US-Regierung stört sich an der Intransparenz der HNA: Insidern zufolge will die Administration in Washington keine Zukäufe der Chinesen mehr genehmigen, solange der Konzern nicht seine Eigentümerverhältnisse und Aktionärsstruktur offen legt. Ähnliches fordert auch die Europäische Zentralbank (EZB) und droht mit einem Inhaberkontrollverfahren.

Doch die Chinesen wollen weder über ihr Firmengeflecht noch über ihre Bilanz sprechen. Gegenüber "CNN" lehnte die HNA jüngst noch einmal jeden Kommentar zu Finanzspekulationen ab und betonte, dass man sich "derzeit in einer sehr gesunden Position befindet" und Opfer einer Verschwörung gegen die chinesische Regierung und eines ihrer loyalsten Unternehmen sei.

Börsengänge sollen Geld bringen

Damit könnte natürlich auch gemeint sein, dass die Regierung in Peking dem Konzern Rückendeckung bietet. Mehrere Medien berichteten zuletzt von einem Milliardendarlehen an eine chinesische Bank, die komplett im Besitz der HNA ist. Peking spannt also einen Rettungsschirm. Auch an anderer Stelle sucht HNA liquide Mittel: So sollen laut Medienberichten mehrere Immobilien im einstelligen Dollar-Milliardenbereich verkauft werden.

Zudem soll der Börsengang der Tochter Swissport Geld in die leeren Kassen spülen. Der IPO der hundertprozentigen Tochter Gategroup jedoch scheiterte vergangene Woche ganz kurzfristig. Laut "Reuters" schreckte es potenzielle Investoren ab, dass HNA die Mehrheit an dem Schweizer Airline-Caterer behalten wollte.

Todd Schubert, Analyst der Bank of Singapore, fasst es in einem Gastbeitrag für die "NZZ" zusammen: "HNA tut, was sie können, um Vermögen zu verkaufen, aber sie haben eine enorme Menge an Schulden, und sie sind mit Refinanzierungsrisiken konfrontiert."

Airport Hahn sorgt sich nicht um HNA-Finanzen

Am Flughafen Hahn ist man nicht besorgt angesichts der anhaltend negativen Berichterstattung über den chinesischen Eigentümer HNA. "Ich glaube, dass es keinen Grund gibt, sich als Flughafen Hahn auch nur den Hauch eines Gedankens darüber zu machen", kommentiert Airport-Geschäftsführer Christoph Goetzmann im Gespräch mit airliners.de die Geschehnisse in Fernost.

Der chinesische Mischkonzern HNA kaufte im vergangenen Jahr für rund 15 Millionen Euro den Großteil des defizitären Hunsrück-Airports vom Land Rheinland-Pfalz ab. Im Vorjahr war ein Verkauf an andere chinesische Investoren geplatzt.

Der Minderheitsanteil des Landes Hessen steht nach wie vor zum Verkauf. Nachdem bisherige Interessenten (die Immobilienfirma ADC und ein unbenannter Investor) aus dem Rennen ausgestiegen war, hofft man in der Staatskanzlei laut Gerüchten seine rund 17 Prozent ebenfalls an HNA verkaufen zu können.

Hessen: Schwieriger Kontakt

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagte kürzlich der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Allerdings muss man die Frage aufwerfen: Ist der potenzielle Erwerber ein zuverlässiger Gesprächspartner?" Denn der Kontakt zu den Chinesen ist schwierig.

Jüngst luden sie nicht zu einer Gesellschafterversammlung ein, auf der die anderen Anteilseigner Einblick in die Finanzen des defizitären Hunsrück-Airports kriegen sollten. Das Land Hessen, das dadurch die Beschlussfähigkeit des Gremiums in Gefahr sieht, war erzürnt. Schäfer will den Gesprächsfaden aber nicht abbrechen lassen:

Wir sind noch da.

Thomas Schäfer (CDU), Finanzminister von Hessen
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