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Vorstellung des Projekts "D328NEU" in Leipzig am 21.08.2019. © airliners.de / Dennis Kazooba

Die Sonne strahlt bei der nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Leipzig/Halle ebenso wie die Gesichter von Martin Dulig (SPD), sächsischer Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Sachsens, Götz Ahmelmann, Vorstandvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG und Nico Neumann, Produktionschef der 328 Support Services Gmbh (328 SSG), einer Tochterfirma des amerikanischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Sierra Nevada Coorporation (SNC).

Im Rahmen der Konferenz an Sachsens größtem Flughafen und wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen verkünden die drei gemeinsam den "Projektstart für einen neuen Hersteller von Flugzeugen in Deutschland" und unterschreiben eine entsprechende Absichtserklärung. Am Flughafen Leipzig/Halle soll die Endmontagelinie für das Kurzstreckenflugzeug "D328Neu" entstehen, eine Weiterentwicklung der Turboprop-Maschine Dornier 328-100, die bereits von 1992 bis 2005 von Fairchild Dornier in Oberpfaffenhofen gebaut wurde.

250 neue Arbeitsplätze für Luftfahrtstandort Sachsen

250 neue Arbeitsplätze sollen am Leipziger Standort geschaffen werden, wofür die DRA GmbH, eine Tochtergesellschaft der 328SSG, 80 Millionen Euro investieren will. Im Marktsegment für zivile Regionalflugzeuge um 30 Sitzplätze würden in den nächsten Jahren altersbedingt zahlreiche Flugzeuge außer Dienst gestellt, sagte Produktionschef Neumann im Rahmen der Projektvorstellung. Derzeit gebe es keinen Hersteller für Neuflugzeuge am Markt. Daher wolle die 328SSG an ihrem Hauptsitz im bayerischen Oberpfaffenhofen die "D328Neu" entwickeln. Die Firma ist Halter der Musterzulassung der Dornier 328, darf also den Flugzeugtyp bauen und Betreiber mit Ersatzteilen beliefern.

In Bayern sollen die Entwicklung, Prototypenfertigung und Flugtests der neuen Version stattfinden, wofür weitere 120 Stellen im Engineering- und Technik-Segment geschaffen werden. Auch der weltweite Support für die D328-Flotte soll wie bisher in Oberpfaffenhofen beheimatet sein. Darauf aufbauend soll durch die neue Tochtergesellschaft DRA GmbH die Endfertigung der D328Neu am Flughafen Leipzig/Halle erfolgen.

Zu geplanten Fertigungszahlen und den generellen Marktchancen wollte sich Produktionschef Neumann zunächst nicht äußern und verwies auf den geplanten offiziellen Projektstart im ersten Quartal 2020. Spätestens 2024 soll dann der erste "Entry to Service" einer in Leipzig gebauten "D328Neu" erfolgen. Insgesamt rechne man mit einer Nachfrage von bis zu 4000 Flugzeugen mit 30 bis 40 Sitzen in den kommenden Jahrzehnten.

Wirtschaftsminister Dulig zeigte sich während der Unterzeichnung der Absichtserklärung begeistert. Die Entscheidung der Sierra Nevada Corporation für Leipzig sei ein besonderer Tag für Sachsen, mit seinen 160 Firmen und 7000 Arbeitsplätzen in der Luftfahrtbranche. Nach 60 Jahren kehre die Produktion ganzer Flugzeuge zurück in den Freistaat. Der Flughafen mit seinem großen Platzangebot, die Stärke der ansässigen Unternehmen im F&E-Bereich und der Rückhalt in der Bevölkerung machten Leipzig/Halle zum idealen Standort. Auch habe man alle Möglichkeiten des Beihilferechts genutzt, um das Projekt zu unterstützen und nennt 6,5 Millionen Euro als maximale Fördersumme.

Bundesregierung gibt 125 Millionen Euro als Kredit

Für den Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, ist "der Bau eines hochmodernen Flugzeugs" in Deutschland vor allem ein industriepolitischer Erfolg, von dem auch viele Zulieferer im ganzen Land profitieren würden. Die Regierung stelle für die Entwicklung der D328Neu daher einen Kredit von 125 Millionen Euro bereit. Man könne stolz sein, dass sich ein Schwergewicht wie SNC für Deutschland entschieden habe. Jarzombek spielt damit darauf an, dass SNC vor fünf Jahre eigentlich die Produktion einer neuen Version der 328 in der Türkei geplant hatte, sich jetzt aber anders entschieden hat.

Die neue Version der Dornier 328 wird eine Reihe von Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Entwurf beinhalten. Das Flugzeug soll eine neue, aktuelle Avionik erhalten. Zudem soll der Rumpf gestreckt werden, um künftig bis zu 39 Passagieren Platz zu bieten. Ein neues Triebwerk mit neuem Propeller soll für größtmögliche Effizienz, geringere Lärm-Werte und eine Reichweite von circa 1000 nautischen Meilen (1852 Kilometer) sorgen. Auch soll die Maschine künftig ohne großen Aufwand mit einem Hybrid-Antrieb ausgerüstet werden können. Die ersten Flugzeuge werden jedoch konventionelle Triebwerke haben. Eine Neuauflage der Version mit Jet-Triebwerken, der Dornier 328-300, soll es nicht geben. "Wir sehen, auch mit Blick auf die Fortentwicklung von Antriebsarten, die Zukunft im Regionalflugzeug-Bereich eindeutig bei Turboprops," so Neumann.

Mit der Entscheidung für den Bau in Deutschland gehe für viele, die bereits am Bau der "alten" Do 328 mitgewirkt hätten, ein Traum in Erfüllung, sagte Neumann. Die Entwicklung der neuen Version werde daher auch keinesfalls von Grund auf wie auf einer grünen Wiese stattfinden, sondern man könne auf umfangreiches Know-How zur Dornier 328 zurückgreifen. Sogar Bauteile und Werkzeuge seien im großen Stil für die Vision einer "neuen" Dornier 328 aufbewahrt worden. Dave Jackson, Geschäftsführer der produzierenden DRA GmbH, ergänzte, dass "die weiterentwickelte "D328Neu", ein Flugzeug mit der DNA und der Zuverlässigkeit der Dornier 328, die ideale Plattform bieten wird, um unter Verwendung neuester Technologien eine wirtschaftliche Produktion in Deutschland über Jahre sicherzustellen."

Leipzig/Halle hat sich gegen Bremen durchgesetzt

Bei der Standortauswahl für die neue Endmontagelinie hat sich der Flughafen Leipzig/Halle zum Schluss dem Vernehmen nach vor allem gegen Bremen durchgesetzt. Laut Thomas Jarzombek sei die Standortauswahl jedoch "keine politische, sondern eine unternehmerische Entscheidung" gewesen. Leipzig habe das beste Gesamtpaket geboten.

Auch Flughafenchef Ahmelmann strich die Vorteile des Standortes hervor. Mit der Absichtserklärung zeige sich, wie attraktiv die Region für die Luftfahrtindustrie sei. In den vergangenen Wochen hat bereits das Logistik-Unternehmen Volga-Dnepr umfangreiche Investitionen am Flughafen Leipzig/Halle angekündigt.

Von der Dornier 328 wurden bis 2005 insgesamt 217 Stück in der Turboprop- und der Jet-Version produziert. Das Flugzeug ist für seine Robustheit, gute Leistungswerte und Kurzstart-Fähigkeiten bekannt. Einen Launch-Customer für die Wiederaufnahme der Produktion gibt es noch nicht.

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