Coronavirus zwingt Lufthansa zum Sparen

Das Coronavirus setzt Airlines unter wirtschaftlichen Druck. Lufthansa setzt einen neuen Sparkurs auf. Geplante Neueinstellungen werden verschoben. Eigentlich wollte die Airline Tausende Stellen schaffen.

Lufthansa-Stewardess auf einer Messe © dpa / Inga Kjer

Die Lufthansa nimmt im Zusammenhang mit dem Coronoavirus Kostensenkungen ins Visier. "Aktuell überprüfen wir zum Beispiel bei der Kernmarke Lufthansa alle geplanten Neubesetzungen von offenen Stellen. Möglicherweise müssen diese ausgesetzt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden", sagte Harry Hohmeister, im Konzernvorstand für alle Passagier-Gesellschaften der Gruppe zuständig, dem "Handelsblatt".

Lufthansa bestätigte mittlerweile die Aussagen Hohmeisters in einer Pressemitteilung. "Alle geplanten Stations- und Flugbegleiter-Lehrgänge ab April 2020 werden nicht durchgeführt", heißt es in der Mitteilung. Die Kursteilnehmer der bereits laufenden Lehrgänge würden vorerst nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen. "Ziel bleibt es jedoch, den Teilnehmern langfristig einen Arbeitsvertrag anbieten zu können", teilte das Unternehmen mit.

Zudem wolle man mit erweiterten Angeboten für unbezahlten Urlaub und Teilzeit weitere Kosten sparen. "Wir werden außerdem auch nicht verhindern können, einzelne Projekte zu streichen und in der Verwaltung bei den Ausgaben zu sparen. Keine leichtfertigen Entscheidungen, aber leider unverzichtbar", sagte Hohmeister.

Anfang des Jahres hatte Lufthansa angekündigt, im kommenden Jahr mehr als 4.500 neue Mitarbeiter in der DACH-Region einstellen zu wollen. Rund 3.000 davon in Deutschland, teilte die Fluggesellschaft mit. Dabei handele es sich sowohl Nachbesetzungen wie in Teilen um Stellenaufbau.

Der Schwerpunkt der in Deutschland, Österreich und der Schweiz geplanten Neueinstellungen liege mit rund 2.500 beim Bodenpersonal. Es sollen jedoch auch knapp 1.300 neue Flugbegleiter gruppenweit neu beginnen, davon 450 am Hub in München.

13 Maschinen temporär am Boden

Nachdem auch in Italien die Zahl der Erkrankten am vergangenen Wochenende sprunghaft angestiegen ist, wächst in der Luftfahrtbranche die Sorge, dass nicht nur der Luftverkehr von und nach China beeinträchtigt wird, sondern auch der im Heimatmarkt Europa. Lufthansa hat nach Angaben von Hohmeister auf den Verbindungen auf das chinesische Festland bereits die Kapazität von 13 Flugzeugen vorübergehend aus dem Angebot genommen.

© Lufthansa Cargo, Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo stockt China-Umläufe auf

"Flüge nach Festland-China auszusetzen schmerzt, und das hat natürlich auch deutliche wirtschaftliche Folgen für uns und andere Industrien", sagte der Manager. Genaue Zahlen will der Konzern aber erst am 19. März auf der Bilanzpressekonferenz nennen.

Luftfahrt kann mit solchen Situationen umgehen

Eine Prognose, wie lange das Coronavirus die Branche noch beschäftigen wird, wagt Hohmeister nicht. Diese Frage kann seriös keiner beantworten. Wir bereiten natürlich verschiedene Szenarien vor für die Zeit nach Corona. Die Luftfahrt kennt solche Situationen und hat gelernt, damit umzugehen", sagte das Vorstandsmitglied. Klar sei aber, dass so etwas das Geschäft beeinträchtigt. "Keiner weiß zum Beispiel, in welchem Umfang und wie lange der Tourismus in und aus China heraus ausfällt."

Von: br, dpa-AFX

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