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Analyse Erneut mehr Corona-Infektionen unter Reiserückkehrern

Durch kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer werden Fälle effektiver erkannt. Die Tests führen nun zu weiter steigenden Covid-19-Zahlen in Deutschland, senken aber auch das Risiko von Folgeinfektionen. Insgesamt sind die Fälle für das Gesundheitssystem noch handhabbar.

Ein Flugzeug im Anflug auf den griechischen Flughafen Skiathos. © AirTeamImages.com / Danijel Jovanovic

Der PDF-Lagebericht des RKI vom 11. August zeigt erneut, dass die Anzahl der über das Ausland eingeschleppten Covid-19-Fälle steigt. Das gilt sowohl relativ zum Anteil der deutschen Fälle als auch in absoluten Zahlen. Der Berichtszeitraum erfasst die Kalenderwochen 29 bis 32. Die Besonderheit ist nun, dass die seit 25. Juli in einigen Bundesländern kostenlosen Tests für Rückkehrer einen starken Anteil in der Statistik haben.

Der relative Anteil am Infektionsgeschehen durch Reiserückkehrer steigt demnach von vormals 20 Prozent auf grob 30 Prozent. Wie stark diese Zahlen durch die neuen Kostenlos-Tests beeinflusst werden, ist allerdings unbekannt. Zu beachten ist zudem, dass auch die Anzahl der lokalen Erkrankungen in Deutschland zugenommen hat: von 7.606 auf 8.607 Fälle. Während die kostenlosen Tests die Relation zuungunsten der importierten Infektionen verändert, sorgt das steigende Inlandsgeschehen für eine Verbesserung der Relation.

Das tatsächliche Verhältnis der jeweiligen Infektionen mit Sars-Cov-2 ist aber mit den aktuellen Zahlen nicht eindeutig. Statistische Besonderheiten (s. Kasten) erschweren die Einordnung erheblich. Ohne Betrachtung der unbekannten Faktoren steigt der Anteil des Infektionsgeschehens durch Grenzübertritte aber erheblich. Das war allerdings durch die neuen kostenlosen Tests zu erwarten. Damit werden nun auch verstärkt asymptomatische Corona-Fälle erkannt, die vorher gar nicht getestet wurden. Die Tests reduzieren damit die Gefahr für die Bevölkerung erheblich.

Statistische Besonderheiten

Wie immer bei dieser Berichtsform des RKI sind statistische Besonderheiten zu beachten, bedingt durch die sich überlappenden Vier-Wochen-Zeiträume. Besonders stark steigende Zahlen sind vor allem durch die letzte der vier betrachteten Wochen zu erklären. Sollten die Zahlen irgendwann fallen, erklärt sich das nicht notwendigerweise durch die herausgefallene erste Woche des vorherigen Zeitraums.

Schwierig ist zudem, dass für den Berichtszeitraum keine Gesamtzahl der Reiserückkehrer genannt wird. Derzeit sind die vier Berichtswochen auch nicht einheitlich zu bewerten. Das gilt insbesondere durch die seit dem 8. August eingeführte Testpflicht. Diese betrifft nur das Ende der Kalenderwoche 32.

Potenzielle Verbreitungen werden erkannt ehe sie zu einem Problem werden

Die Zahlen haben damit auch etwas Gutes. Sie zeigen, dass die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer infizierte Personen erkennen, die sonst ohne das Wissen um eine Infektion möglicherweise lokale Ansteckungen auslösen könnten. Außerdem zeigt sich in Teilen, dass sich die vom RKI als Risikoländer definierten Gebiete größtenteils tatsächlich in den Zahlen zeigen. Im deutschen Gesundheitssystem sollten die Zahlen zudem nach derzeitiger Datenlage beherrschbar sein.

Gleichzeitig kann davon ausgegangen werden, dass die Ansteckungsgefahr in Nicht-Risikoländern wirklich gering ist. Fälle aus Nicht-Risikoländern sind zwar in der Statistik zu finden. Deren Anteil ist bisher jedoch nicht besonders relevant. Es gibt aber auch Risikoländer, die gar nicht auffallen, wie etwa Luxemburg. Dieses Land ist zwar klein, liegt aber in direkter Nachbarschaft zu Deutschland, stellt also durch den Grenzverkehr einen besonderen Fall dar.

Von: Andreas Sebayang

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