Wirtschaft & Finanzen Airbus boomt, das Corona-Virus verunsichert und Friedrichshafen bangt

Das wöchentliche airliners.de-Wirtschafts-Briefing. Dieses Mal unter anderem mit den Folgen der Corona-Virus-Einschränkungen, dem Boom bei Airbus und einem zurückgehaltenen Darlehen für den Flughafen Friedrichshafen.

Die neue Strukturmontagelinie im Hamburg-Finkenwerder. © Airbus

Jour fixe auf airliners.de: Immer dienstags präsentieren wir ein Wochen-Briefing zu den wichtigsten Meldungen aus den Bereichen Luftverkehrswirtschaft und Finanzen. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie ab kommender Woche auf unserer Übersichtsseite.

Zahlen und Daten

Airbus ist mit einem Auftragsboom von 274 Bestellungen ins Jahr gestartet. Der europäische Hersteller sammelte im Januar ein Drittel der gesamten Neuaufträge des gesamten letzten Jahres ein. Bestseller bleibt die A320-Familie. US-Konkurrent Boeing erhielt dagegen im Januar keine neuen Flugzeugbestellungen. Weiterlesen

Airbus soll sich derweil in fortgeschrittenen Gesprächen befinden, Bombardiers Anteil am kleinsten Jet A220 zu übernehmen. Das berichtet das "Wall Street Journal". Bombardier hält 34 Prozent an dem Programm. Die kanadische Regierung wolle ihren 16-Prozent-Anteil an der Fertigung des Passagierjets behalten, schreibt die Zeitung weiter.

Die chinesischen Behörden haben Airbus die Genehmigungen für die Produktion im Werk in Tianjin wieder erteilt, teilte der Flugzeugbauer in Toulouse mit. Die Endmontage in China könne nun trotz der Corona-Virus-Epidemie schrittweise wieder hochfahren. Dabei würden alle geltenden Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften erfüllt. Dies habe weiterhin höchste Priorität.

Das Corona-Virus betrifft Touristen und unter ihnen Flieger und Kreuzfahrer ganz besonders. Wir alle können die derzeitige Situation als Reifeprüfung für die Rahmenbedingungen der globalen Logistik betrachten, findet Verkehrsjournalist Thomas Rietig. Weiterlesen

Tui meldet für ihr erstes Geschäftsquartal einen stark gestiegenen operativen Verlust. Doch der Reisekonzern rechnet mit steigenden Marktanteilen und einer Entschädigung von Boeing für die fehlenden 737 Max. Weiterlesen

© AirTeamImages.com, Matthieu Douhaire Lesen Sie auch: Tuifly holt Eurowings-Maschinen vorzeitig zurück

Posse um bereits zugesagtes Darlehen für den Flughafen in Friedrichshafen: Das baden-württembergische Finanzministerium hält einen Millionenbetrag zurück - zuerst soll der Flughafen seine Finanzen langfristig ordnen. Doch genau dafür war das Darlehen gedacht. Weiterlesen

Der BDL hat seinen Jahresbericht vorgelegt: Fluggesellschaft bauen Kapazitäten an den deutschen Airports ab, was zu einem Anstieg der Ticketpreise führt. Besonders betroffen sind innerdeutsche Verbindungen. Weiterlesen

Ausblicke und Erwartungen

Die Mitsubishi Aircraft Corporation hat Medienberichte bestätigt, wonach die Auslieferung des ersten Spacejet M90 erst nach März 2021 erfolgen soll, berichtet das Portal "Simpleflying". Über die Verzögerung wurde bereits Ende letzten Jahres spekuliert. Vier fertige Maschinen sollen derzeit in den USA verschiedene Tests durchlaufen.

Flugzeuge so zu bauen wie bisher, wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, warnen Wissenschaftler. Airbus und Boeing haben noch nicht erkannt, dass sie in Sachen CO2-Reduzierung komplett neue Flugzeugtypen entwickeln müssen. Sonst droht ihnen ein Schicksal wie der Autoindustrie, schreibt das "Handelsblatt".

Das hat Airbus wohl erkannt. Mit einem Verkehrsflugzeug ausgelegt als "Blended Wing Body" ließen sich nach Angaben des Herstellers bis zu 20 Prozent Treibstoff sparen. Ein Demonstrator soll nun unter anderem in Erfahrung bringen, wieviel Achterbahnfeeling das neue Design für die Passagiere bedeuten würde. Weiterlesen

Rendering des Airbus-Nurflügler-Konzepts "Maveric". Foto: © Airbus

Bis es soweit ist erwartet Airbus zunächst einmal eine starke Nachfrage nach seinem kleinsten Langstreckenjet A321 XLR. Binnen zehn Jahren dürfte das Unternehmen 1000 Maschinen des Typs verkaufen, sagte Airbus-Verkaufsmanager Francois Caudron auf der Luftfahrtmesse in Singapur.

© AirTeamImages.com, Bastian Ding Lesen Sie auch: Zulieferindustrie zwischen Bangen und Hoffen

Tesla-CEO Elon Musk erklärte unterdessen, dass auch Flugzeuge irgendwann elektrisch sein werden. Auf die Nachfrage eines der Podcast-Moderatoren, ob Tesla nicht geradezu als Vorreiter für die Entwicklung eines großen E-Flugzeugs prädestiniert sei erklärte Musk, das Problem dabei sei weniger technischer Natur: "Im Flugzeugbau hat man es mit einem ganz anderen regulatorischen Regime zu tun". Nicht zuletzt deshalb gebe es derzeit keinen Autohersteller, der auch Flugzeuge baue.

Reisen bildet und ist besonders für eher postmaterialistisch gestimmte Menschen ein wichtiger Teil des Lebensentwurfs. Gerade in dieser Gruppe wächst jedoch auch das Klimabewusstsein. Beides zu versöhnen wird eine wichtige Aufgabe für die Tourismusbranche, sagen Wirtschaftspsychologen. Weiterlesen

Von: airliners.de

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