Corona-Rückholflüge laufen an

Die von der Bundesregierung beauftragte Corona-Rückholaktion für im Ausland gestrandete Deutsche ist angelaufen. Lufthansa, Condor uns Tuifly holen erste Touristen zurück. Auf den Hinflügen werden teilweise ausländische Staatsangehörige mitgenommen.

Passagiere mit Mundschutzmasken stehen am Flughafen Barcelona. © dpa / Emilio Morenatti/AP

Die größte Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland in der Geschichte der Bundesrepublik ist angelaufen.

Am Mittwochnachmittag soll in München die erste von der Bundesregierung gecharterte Maschine mit Urlaubern landen, die wegen der Coronakrise in Tunesien gestrandet sind. Später folgen nach Angaben des Auswärtigen Amts zwei Maschinen aus Ägypten in München und drei aus Marokko in Frankfurt am Main. Am Donnerstagabend soll der erste Flieger mit Touristen in der philippinischen Hauptstadt Manila starten.

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind Bundesbürger besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

© dpa, Sonja Wurtscheid Lesen Sie auch: Verschärfte Einreisebestimmungen für Passagiere aus Deutschland

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Dienstag angekündigt, 30 bis 40 Maschinen bei Lufthansa, Condor und Tui zu chartern, um Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine Linienflüge mehr gibt. Die Bundesregierung will dafür bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

Die Rückholflüge deutscher Urlauber aus dem Ausland sollen auch über Leipzig/Halle abgewickelt werden. Unklar sei aber noch, wie viele Flugzeuge mit heimgeholten Touristen auf dem Airport landen werden, sagte Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart am Mittwoch.

Ausländische Staatsbürger werden auf Hinflügen mitgenommen

Bei der Rückholaktion seien die Maschinen voll besetzt, teilte Condor mit. Auf den Hinflügen würden teilweise auch Staatsbürger der Zielländer transportiert. Dazu sei man im Kontakt mit den jeweiligen Regierungen.

In einer Mischung aus dem eigenen Flugprogramm, Rückholflügen der Veranstalter und einsetzend auch der "Luftbrücke" der Bundesregierung werde Condor in den nächsten Tagen rund 50.000 Urlauber zurückholen, erklärte die Sprecherin. Man prüfe noch weitere Rückholflüge, zu denen sich auch viele Piloten und Flugbegleiter freiwillig gemeldet hätten.

"Die Leute sind extrem erleichtert", berichtete eine Sprecherin. In einigen Zielländern wie beispielsweise der Dominikanischen Republik hatte es zunächst geheißen, dass gar keine Flieger aus Europa mehr landen dürften. Inzwischen habe man die Hindernisse aber abgeklärt.

Rückholaktion hat klare Priorität

Mit Tuifly würden - einschließlich angebotener Sonderkontingente und zusätzlicher Maschinen - etwa 10.000 Passagiere zurück nach Deutschland gebracht, wie ein Firmensprecher mitteilte. Dazu gehören auch Rückflüge, die bereits zuvor von Tui selbst geplant waren.

Flüge ins Ausland hatte Tui schon in der Nacht zum Montag eingestellt - ebenso wie den Großteil des gesamten Programms aus Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb. Die Rückholaktion habe "klare Priorität", erklärte das Unternehmen. Es gehe vor allem um Deutsche in Ägypten und Spanien. Zu Beginn am Dienstag habe Tui zehn Zusatzflüge aus beiden Ländern angeboten. Am Mittwoch und Donnerstag seien ebenfalls zehn Sonderflüge geplant.

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Aus dem ägyptischen Badeort Hurghada gebe es im Tagesverlauf fünf Sondermaschinen nach Berlin-Tegel, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Köln. Aus Spanien kämen vier Extra-Verbindungen aus Palma de Mallorca sowie eine von der Kanaren-Insel Fuerteventura hinzu. Reguläre Rückflüge von anderen Kanaren-Inseln würden weiter bedient.

Von: dh mit dpa

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