Personal & Karriere Corona-Kurzarbeit, Corona-Rotstift, verschobene Tarifverhandlungen

Das wöchentliche airliners.de-Personalmanagement-Briefing. Dieses Mal unter anderem mit der kollektiven Beantragung von Kurzarbeit in der deutschen Luftfahrtbranche, Tarifverhandlungen in Krisenzeiten und freiwilligem Gehaltsverzicht.

: Ein Sicherheitsbeamter steht in der menschenleeren Abflughalle des Leonardo da Vinci-Flughafens in Rom. © dpa / Roberto Monaldo

Jour fixe auf airliners.de: Immer sonntags präsentieren wir die wichtigsten Meldungen der Woche aus den Bereichen Human Resources, Beruf und Karriere. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie immer auf unserer Übersichtsseite.

Luftfahrtbranche setzt auf Kurzarbeit

Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet, dass Fluggesellschaften weltweit die Corona-Krise nur mit Hilfe staatlicher Unterstützung überleben werden. Aktuell fliegen die Airlines der Gruppe nur noch fünf Prozent des Angebots - und setzen auf Kurzarbeit. Weiterlesen

Deutschlands größtes Drehkreuz in Frankfurt beantragt für knapp 80 Prozent der Belegschaft Kurzarbeit. Fraport-Chef Schulte will damit Kündigungen vorbeugen. Auch andere deutsche Flughäfen haben Kurzarbeit angekündigt. Weiterlesen

Weil der reguläre Flugbetrieb nach und nach zum Erliegen kommt, hat der Hamburger Flughafen für seine Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Man stelle sich für die nächsten Wochen auf höchstens zehn Prozent des Normalbetriebes ein, sagte Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler.

© Adobe Stock, 321112322, Anna Lesen Sie auch: Coronavirus – ein arbeitsrechtlicher Überblick Gastbeitrag

Es werden schwierige Monate für Tui. Das Reisegeschäft wird wegen der Corona-Pandemie für mindestens einen Monat eingestellt, eine Regelung für Kurzarbeit ist beschlossen. Gibt es auch Staatshilfen? Weiterlesen

Das Sicherheitsunternehmen Kötter hat für die Luftsicherheitsassistenten an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn Kurzarbeit beantragt, berichtet die "Rheinische Post". Das Unternehmen rechne wegen der Corona-Pandemie damit, dass deutlich weniger Personal für die Kontrollen der Passagiere angefordert wird.

Der Flughafen Memmingen hat für seine rund 160 Mitarbeiter aufgrund der Coronakrise Kurzarbeit beantragt, teilte der Airport in einer Pressemeldung mit. Die Entscheidung habe man in Absprache mit den mit dem Betriebsrat und dem Aufsichtsrat entschieden. Dennoch sieht sich der Flughafen für die kommende Zeit gut aufgestellt.

Der Flughafen Münster/Osnabrück will mit harten Einschnitten die Coronakrise meistern. Laut Mitteilung wird ab Dienstag das Terminalgebäude geschlossen. Die Abfertigung erfolgt ausschließlich über das GAT. Zudem hat der Flughafen für alle Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt.

© dpa, Lorenzo Carnero Lesen Sie auch: Corona wird Verlierer und Gewinner hervorbringen Hintergrund

Die Schweizer Lufthansa-Airline Swiss hat angesichts der Corona-Krise Kurzarbeit für den fliegenden Teil der Beschäftigten beantragt, berichtet "Travel Inside". Gleichzeitig appelliert Swiss-Chef Thomas Klühr im "Blick" an die Politik: Das Überleben der Airline hänge von der staatlichen Unterstützung ab.

Edelweiss hat wegen der Coronakrise für alle ihrer rund 1150 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Laut Mitteilung parkt der Schweizer Ferienflieger zudem zwei ihrer zehn Airbus A320 Flugzeuge temporär auf dem Flugplatz Dübendorf. Dort will auch Schwester Swiss 24 Maschinen abstellen.

Die Flughäfen in Österreich bleiben nach den Corona-Reisebeschränkungen mit Minimalbesetzung betriebsbereit. Das teilten die Flughäfen in Wien und Salzburg mit. Der Linienflugverkehr kommt ab Mittwochabend durch Flugstreichungen weitgehend zum Erliegen, ausgenommen sind Rückholungen österreichischer Staatsbürger.

Krisenfolgen für Luftfahrtpersonal

Lufthansa fliegt aktuell nur rund fünf Prozent ihrer normalen Kapazität. Doch der Kranich plant schon für die Zeit nach der Coronakrise. Der Konzern wolle schrumpfen, weniger Geld für Gehälter und Lieferanten ausgeben und sich mehr auf den Urlaubsverkehr konzentrieren, schreibt die "Wirtschaftswoche".

Die Flugschule der Lufthansa Gruppe setzt in der Schweiz die Pilotenausbildung aus. Das "Grenchner Tagblatt" berichtet, dass wegen der Corona-Pandemie bis Ende April neben der praktischen Ausbildung auch der theoretische Unterricht vorübergehend nicht stattfindet.

Die Coronavirus-Krise führt bei Helvetic zu ersten Stellenstreichungen. Die Regional-Airline habe erste Crew-Mitglieder entlassen und einen Einstellungsstopp verhängt, berichtet "Travel Inside". Die Airline fliegt vor allem für Swiss.

Emirates bittet ihr Kabinenpersonal und Piloten, unbezahlten Urlaub zu nehmen, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Emirates beschäftigte 2019 über 21.000 Flugbegleiter und rund 4.000 Piloten. Wegen der Corona-Pandemie musste der Golf-Carrier zahlreiche Strecken streichen.

Piloten von British Airways und Aer Lingus müssen für die kommenden beiden Monate auf rund die Hälfte ihres Gehalts verzichten. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur "Reuters" versuchen die Fluggesellschaften damit, ihre Kosten zu senken, um die Corona-Pandemie zu überstehen.

Aufgrund der zu erwartenden Herausforderungen rund um die Corona-Krise verzichtet das Zeitfracht-Senior-Management auf die Hälfte ihres Gehalts. Das sagte ein Sprecher jetzt zu airliners.de. Zeitfracht betreibt die Regionalfluggesellschaften unter der "German Airways"-Marke und fliegt unter anderem für Eurowings.

Tarifverhandlungen und Gewerkschaften

Die Corona-Krise setzt den Bodenverkehrsdienstleistern zu. In Berlin wird die nach zähen Verhandlungen gerade erst beschlossene Lohnerhöhung verschoben. Weiterlesen

© Kötter Services, Lesen Sie auch: DSW wird Kötter-Nachfolger für Sicherheitskontrollen in Düsseldorf

Der BDLS und die Gewerkschaften Verdi, DBB Beamtenbund und Tarifunion haben sich aufgrund der Coronakrise darauf geeinigt, den nächsten Termin für die Mantelrahmentarifverhandlungen für die Beschäftigten der Luftsicherheit auszusetzen. Laut Mitteilung des BDLS sei die Priorität in den Unternehmen momentan darauf gerichtet, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Der Bremer Flughafen steht nach Informationen von "Buten und Binnen" auch schon vor der Coronakrise kurz vor der Insolvenz. Nun muss der Airport rund eine Million einsparen. Wenn der Betrag über die Personalkosten erreicht werden müsse, hätte das eine Gehaltskürzung von circa fünf Prozent für die rund 450-köpfige Belegschaft zur Folge.

Personalien

Swiss führt die Position Chief Operation Officer (COO) ein und besetzt diese ab Anfang April mit Thomas Frick. Frick ist damit für sämtliche flugbetrieblichen Bereiche des Unternehmens verantwortlich, schreibt das Portal "Travelnews". In dieser Funktion wird er auch Mitglied der Geschäftsleitung. Foto: © Swiss

Markus Binkert ist ab sofort neuer Finanzvorstand bei Swiss, berichtet "Abouttravel". Binkert war bereits langjähriges Management- und Geschäftsleitungsmitglied von Swiss. Er kommt vom Lufthansa-Hub München, wo er bis zuletzt als CCO das Marketing verantwortete. Foto: © Swiss

Wechsel an der Vorstandsspitze des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR): Anke Kaysser-Pyzalla folgt auf Pascale Ehrenfreund. Kaysser-Pyzalla ist noch Präsidentin der TU Braunschweig. WeiterlesenFoto: © TU Braunschweig

IAG-Konzernchef Willie Walsh verschiebt wegen dem Ausbruch des Corona-Virus laut britischen Medien seinen für Ende März geplanten Abschied in den Ruhestand. "Wir sind sehr dankbar, dass Willie diesem Schritt zugestimmt hat", teilte der Verwaltungsrat des Unternehmens mit. Die jetzige Situation durch den Ausbruch von Covid-19 sei sehr herausfordernd. Foto: © dpa, Georg Hochmuth/APA

Von: airliners.de

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