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Anzeigetafel in Zeiten der Corona-Pandemie. © dpa / Lino Mirgeler

Mit der Corona-Erholungsserie hat airliners.de im April und Mai erste Lageberichte zur Sars-Cov-2-Situation in Deutschland, Europa und in der Welt veröffentlicht. In der monatlichen Folgeübersicht schauen wir weiter auf die Zahlen. Im Dezember verschlechtert sich die ohnehin schwere Vorhersehbarkeit erheblich. Eine Mutation des Virus macht Sorgen

Die Dezember-Ausgabe unseres Corona-Lageberichts für die Luftverkehrsbranche beginnt ausnahmsweise nicht mit Deutschland. Zu sehr wird die Lage derzeit durch neue Informationen aus dem Vereinigten Königreich beeinflusst. Unterschiedliche Länder zeigen derzeit unterschiedliche Stärken und Schwächen, was die Corona-Bekämpfung angeht. Während in Großbritannien und Nordirland zum Anfang der Pandemie einiges nicht funktionierte und die Kritik am Vorgehen weiterhin anhält, hat das Land allerdings einen besonderen Fokus gesetzt, der nun der ganzen Welt hilft. Auch wenn das kurzfristig schlechte Nachrichten bedeutet.

Über den Hintergrund zu der neuen Mutation des Coronavirus hat airliners.de schon ausführlich berichtet. Die deutlich ansteckendere Variante ist unter vielen Namen bekannt: 501Y-69/70, VUI, VOC 20201201 oder der Strang aus B 1.1.7. Das sind alles sehr beschreibende Namen für die Mutation, die sich schneller von Mensch zu Mensch verbreitet. Und hier liegt das Gute an der Nachricht: Die großen Anstrengungen bei der Sequenzierung von Viren sorgte für eine frühzeitige Entdeckung und erlauben eine deutlich gezieltere Bekämpfung, die aber gleichzeitig insbesondere die Luftfahrtbranche enorm trifft.

Höhere Infektionsrate bestätigt sich bisher

Die Nachrichten waren so bedrohlich, dass innerhalb kürzester Zeit ein großer Teil des Flugverkehrs zwischen Großbritannien und damit vorwiegend London und dem europäischen Festland zum erliegen kam. Auch weltweit reagierten viele Länder schnell und schnitten den Passagierverkehr ab, während der Frachtverkehr aufrecht gehalten wurde.

Die Eingangs aufgestellten Befürchtungen einer höheren Übertragungswahrscheinlichkeit bestätigen sich derzeit mit jedem weiteren Forschungstag. Nachzulesen ist das im Technical Briefing vom 21. Dezember aus London, das nun unter Wissenschaftlern diskutiert wird. Die schnelle Reaktion war offenbar gerechtfertigt, da der R-Wert in England enorm stieg.

Allgemein sollte man aber vorsichtig sein bei der Verwendung und Beurteilung der R-Werte. Diese sind eigentlich für Wissenschaftler und weniger für öffentliche Debatten. Insbesondere ist zu beachten, dass die in dem Dokument genannten R-Werte zur Reproduktionszahl nicht mit denen des deutschen Robert Koch Instituts vergleichbar sind. Es gibt unterschiedliche Definitionen als Grundlage. Doch der Anstieg in einem Beispiel enorm. Basierend auf einem Infektionsgeschehen von R 0,8 schaffte es die Variante, die Reproduktionszahl auf 1,32 zu erhöhen, wenn sich ausschließlich die neue Variante verbreitet.

Diese Zahl ist natürlich nicht fest. Das sogenannte 95-Prozent-Konfidenzintervall, also der Vertrauensbereich, liegt zwischen 1,19 im besten Fall und 1,5 im schlimmsten Fall. Beide Werte sind eine unangenehme Steigerung. Anders formuliert, die Steigerung von bis zu 70 Prozent, die Premier Minister Boris Johnson nannte, ist nach derzeitiger Lage realistisch.

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Britischer Luftverkehr ist stark betroffen

Doch was bedeutet das für den Luftverkehr? Zuerst einmal nichts Gutes. Denn der Luftverkehrs-Lockdown ist insbesondere für British Airways und andere Airlines mit starkem UK-Fokus wie Ryanair und Easyjet hart. EInfach weiter fliegen geht aber nicht, denn eine freie Verbreitung der B.1.1.7-Mutation wäre so kurz vor dem Start der Impfungen für den Luftverkehrsmarkt nicht wünschenswert. Zu viele Länder in Europa sind schon am Rande ihrer Leistungsfähigkeit bei der Bekämpfung des Virus oder schlicht ausgelaugt.

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