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Corona-Lage 01/2021 Neue Corona-Varianten bedrohen schnelle Erholung im Luftverkehr

Zum Jahresende war die Lage rund um die Verbreitung von Sars-Cov-2 bereits angespannt. Jetzt behindern neu entdeckten Mutationen den Restart im Tourismus. Nicht nur in Deutschland wird deswegen über umfangreiche Einschränkungen in der Luftfahrt diskutiert. Der aktuelle Corona-Lagebericht für die Luftfahrt.

Ein Mitarbeiter des Flughafens Ben Gurion International Airport entnimmt einer Passagierin eine Probe für einen Corona-Schnelltest. © dpa

Mit der Serie zur Corona-Lage ordnet airliners.de seit April 2020 regelmäßig die Sars-Cov-2-Situation speziell für die deutsche Luftfahrtbranche ein. Welche Märkte sind besonders betroffen, welche Entwicklungen stimmen zuversichtlich? Im Januar leidet die Passagierluftfahrt vor allem durch die drohende Verbreitung von gefährlicheren Coronavirus-Varianten.

Die weltweite Corona-Lage ist zum Jahresanfang 2021 besonders komplex. Es gibt auf der Nordhalbkugel hohe Inzidenzen, die Verbreitung besorgniserregender Sars-Cov-2-Mutationen wird oft kaum erfasst und erste Impfstoffe werden millionenfach verteilt, deren Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche noch nicht absehbar sind. Dies alles sind Faktoren, die den Luftverkehr drastisch beeinflussen und eine baldige Öffnung der Grenzen unwahrscheinlich machen. Im Gegenteil, es gibt aktuell zahlreiche Diskussionen, den Flugverkehr weiter einzuschränken und in manchen Fällen kommt es sogar zur kompletten Schließung aus Furcht vor Virusvarianten.

In der unübersichtlichen Lage soll der Blick neben den Fallzahlen auch auf die neue Klassifizierung der Risikogebiete gelegt werden. Dazu kommen gegebenenfalls Erleichterungen an der Grenze für Geimpfte. Vor allem Island ist hier als interessanter Fall hervorzuheben. Entgegen der negativen Berichterstattung ist Europa bei der Verteilung von Impfdosen nämlich besonders schnell. Manche Industrieländer und insbesondere Urlaubsdestinationen werden erst in mehreren Monaten anfangen, ihre Bevölkerungen zu impfen. Sobald die Informationslage umfassend ist, wird es von airliners.de dazu einen ausführlichen Artikel geben.

Soviel sei allerdings schon gesagt: Während Europa kurz vor der Zulassung eines dritten Impfstoffes steht, brauchen selbst Länder wie Japan oder Taiwan noch einige Monate, um die ersten Dosen zu verteilen. Für Japan ist das Ende Februar geplant und Taiwan wird erst im März beginnen. Das sind Beispiele für zwei wirtschaftlich sehr starke Länder mit gutem Gesundheitssystem. In ärmeren Ländern - und damit auch in vielen Urlaubsdestinationen - sieht es in der Tendenz eher schlechter aus. Hierzu kommt, dass dies mitunter mit hohen Investitionen verbunden ist. Doch die Impfung ist nicht die einzige Schwierigkeit, die im Januar auffällt.

Variantenverbreitung ist unklar, aber wichtig für die Luftfahrt

In Deutschland selbst sehen die Zeichen derzeit gut aus. Die Inzidenzen sinken und die Maßnahmen zeigen Wirkung. Auch die Lage auf den Intensivstationen bessert sich. Gleichzeitig sieht es derzeit danach aus, dass keine der Varianten hierzulande zu einem Problem wird. Jedoch ist die Datenlage, wie fast überall, alles andere als ideal.

Das gilt vor allem für die Zahlen zur Verbreitung der neuen, ansteckenderen Corona-Mutationen. Weiterhin problematisch bleibt, dass in Europa kaum sequenziert wird. Derzeitige Berichte über Varianten, die hier und da gefunden wurden, sind mit Vorsicht zu lesen. Oft werden gezielt positive Fälle mit Reisehintergrund aktuell oder im Nachhinein sequenziert. An dem Vorgehen ist an sich nichts falsch, schließlich ist es so möglich, zu erfahren, ob eine Variante präsent ist. Es sagt aber oft nichts über die tatsächliche Verbreitung aus.

Von: Andreas Sebayang

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