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Matthias von Randow © dpa / Stephanie Pilick

Der wirtschaftliche Schaden der Corona-Epidemie für den Luftverkehr wird nach Einschätzung des Branchenverbandes BDL größere Ausmaße haben als frühere Krisen. Es sei jetzt schon sichtbar, dass die Folgen der Coronakrise gravierender seien als bei vergleichbaren Nachfrageeinbrüchen wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise oder in Folge des Sars-Virus, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow.

"Unsere Unternehmen passen mit großen Anstrengungen ihr Flugangebot an die einbrechenden Buchungen an, um den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen und Arbeitsplätze zu sichern", so von Randow gegenüber der dpa.

Dennoch sei der wirtschaftliche Schaden immens. Deswegen müsse die Politik Unternehmen unterstützen, "damit diese ein für Deutschland wichtiges Mobilitätsangebot aufrecht erhalten und gravierende Strukturbrüche in der Luftverkehrswirtschaft vermieden werden können".

Auch der Airportverband ADV verwies darauf, dass die wegbrechende Nachfrage im Luftverkehr die Flughäfen hart treffe: "Flughäfen unterhalten große Infrastrukturen. Der Fixkostenanteil liegt sehr hoch." Es sei zu begrüßen, dass die Politik Maßnahmen prüfe, um schwer betroffene Wirtschaftsbereiche zu unterstützen.

Slotvergaberegelung soll ausgesetzt werden

Aus Sicht der Airline-Branche sollte die sogenannte 80/20-Regel für die Slotvergabe an Flughäfen befristet ausgesetzt werden. Airlines, die an einem Airport fliegen wollen, brauchen dafür Slots, also Zeitfenster. Flughäfen haben laut Verband je nach Infrastruktur nur eine begrenzte Anzahl von Zeitfenstern für Starts und Landungen. Große Flughäfen, die an ihrer Kapazitätsgrenze operieren, unterliegen daher der 80/20-Regelung. Das bedeute, wenn eine Fluggesellschaft einen Slot hat, müsse sie ihn in einer Flugplanperiode auch mindestens zu 80 Prozent nutzen, sonst verfalle der Slot.

In einer akuten Krise wie der jetzigen sei die Regelung kontraproduktiv, da nun ein Riesenanteil der Slots zu verfallen drohe. Zudem forderte der Verband, Bund und Länder sollten bei ausgewählten Gebührenarten wie Luftsicherheitsgebühren die Kosten zeitlich befristet übernehmen, um die Liquidität der Unternehmen zu schützen. Dies wäre eine Entlastung bei fixen Kosten.

Der Reiseverband DRV verweist auf einen Umsatzeinbruch. Sowohl die Luftfahrt- als auch die Reisebranche pochen auf rasche Staatshilfen. Dazu gehöre etwa der vereinfachte Einsatz von Kurzarbeit.

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DRV setzt auf starkes Last-Minute-Jahr

Reiseverbands-Präsident Norbert Fiebig sagte, "die Menschen sind verunsichert und halten sich derzeit mit Buchungen zurück". Bei einer Umfrage unter mehr als 450 Unternehmen habe eine Mehrheit von Umsatzrückgängen von bis zu 75 Prozent berichtet. Ein Ende der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sehe die große Mehrheit der befragten Unternehmen frühestens im zweiten Halbjahr 2020.

"Urlaub hat bei den Deutschen einen sehr hohen Stellenwert, und daher setze ich auf ein starkes Last-Minute-Jahr", sagte Fiebig der dpa. Die Branche müsse aber Bestandteil eines Konjunkturprogramms für die deutsche Wirtschaft sein. "Reisebüros und Reiseveranstaltern muss es durch die Gewährung von Überbrückungskrediten ermöglicht werden, entstehende Liquiditätsengpässe abzufedern", forderte Fiebig.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte Unterstützung zu. "Die Lage ist sehr ernst. Die Tourismusbranche ist besonders betroffen. Wir müssen jetzt schnell prüfen, wo wir mit bestehenden Instrumenten schnell und unbürokratisch Hilfe leisten können", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Kurzfristig könne man sicher Einiges abfedern durch Kurzarbeitergeld und Liquiditätshilfen.

Sondersitzung im Bundeswirtschaftsministerium

Die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung für den Tourismus beschäftigt am Montag eine Spitzenrunde im Bundeswirtschaftsministerium. Im vergangenen Reisejahr hatte die Tourismusbranche, die mit der Insolvenz des Touristikkonzerns Thomas Cook und der Fluggesellschaft Germania zu kämpfen hatte, bereits an Tempo verloren.

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