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Flughäfen melden sich mit neuem Hilferuf

Milliardenhohe Verluste stehen den Flughäfen für dieses und das kommende Jahr ins Haus, erinnert der Flughafenverband ADV. Die Hoffnung liegt auf dem versprochenen staatlichen Hilfspaket, doch das lässt weiter auf sich warten.

Passagiere tragen Mund-Nasen-Bedeckungen. © dpa / Ahmed Gomaa

Der Flughafenverband ADV bekräftigt seine "hohen Erwartungen" an die von Bund und Länder beim Luftverkehrsgipfel Anfang November in Aussicht gestellten Hilfen und fordert, dass diese zügig geleistet werden.

Die Airports befänden sich im Überlebenskampf. "Viele Standorte sind in ihrem Fortbestand gefährdet. Die dauerhaften Einbrüche der Verkehrszahlen lassen eine wirtschaftliche Stabilisierung aus eigener Kraft nicht zu", so Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer der Flughafen-Arbeitsgemeinschaft.

Die Zahlen, die die ADV veröffentlicht, um ihre mittlerweile im Wochentakt erfolgenden Hilferufe zu untermalen, geben in der Tat wenig Grund für Zuversicht: Nach einem Vorsteuergewinn von 800 Millionen Euro über alle Standorte im vergangenen Jahr rechnet der Verband für die Jahre 2020 und 2021 mit drei Milliarden Euro Verlust. Das tägliche Einnahmedefizit belaufe sich derzeit auf zehn Millionen Euro. Akut gefährdet sei dadurch ein Viertel der 180.000 Arbeitsplätze in der Branche.

Etwaige Zuschüsse dürfen aus Sicht der Flughäfen keine Kredite sein. Andernfalls drohten "irreparable Strukturbrüche", womit auch auf die Schließung von Standorten angespielt wird. So erheben die Flughäfen unter anderem einen Anspruch auf Kompensation für die Offenhaltung der Standortewährend der Zeit des Lockdowns im Frühjahr. Diese "Vorhaltekosten" beliefen sich auf 740 Millionen Euro. Demgegenüber ständen Erlösaufälle von 1,3 Milliarden Euro während der Zeit des Lockdowns.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte rund um den Luftverkehrsgipfel Anfang November ein Hilfspaket im Umfang von einer Milliarde Euro für die Flughäfen in Aussicht gestellt. An diesem Paket werde nun gearbeitet, hieß es nach dem Gipfel. Ein Ergebnis soll zwar zügig erzielt werden, ein Datum gibt es jedoch nicht. Die Flughäfen müssen sich zudem weiter gedulden, hieß es.

Beisel machte derweil klar, dass neben monetären Zuwendungen eine möglichst unbeschränkte Wiederaufnahme des Luftverkehrs für die Flughäfen essentiell ist. "Der Luftverkehr kann sich langfristig nur erholen, wenn pauschale Quarantäneregelungen verbesserten Teststrategien Platz machen. Sicheres, länderübergreifendes Reisen mit Freude und Vertrauen - diese Normalität müssen wir zurückgewinnen - und genau dafür brauchen die Flughäfen jetzt finanzielle Ad-hoc-Unterstützung".

Passagierzahlen während Corona und im Jahresvergleich
KW 2019 2020
2 3386446 3419270
3 3428605 3373029
4 3520583 3419750
5 3586855 3504258
6 3722868 3442378
7 3925046 3584486
8 4062985 3869477
9 4165236 3674885
10 4157264 3037660
11 4436412 2400185
12 4314992 904323
13 4374110 203300
14 4677718 96646
15 5028805 68261
16 4835650 55576
17 5069053 69224
18 4837288 73049
19 4971308 84557
20 5032714 98314
21 5200744 116058
22 5106103 133956
23 5393457 201375
24 5417752 226833
25 5421807 408846
26 5688757 494873
27 5476269 808446
28 5544302 965241
29 5605714 1153192
30 5615057 1235438
31 5654786 1342876
32 5537911 1412983
33 5445087 1369829
34 5463913 1278130
35 5471826 1215378
36 5544104 1174612
37 5592602 1118729
38 5669120 1082711
39 5754683 1051354
40 5585687 1047993
41 5596185 1012228
42 5442648 940454
43 5147257 817157
44 4460164 632316
45 4018413 479447

Wöchentliche Passagierzahlen an deutschen Flughäfen 2019 und 2020.Quelle: ADV

Von: dk

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