Condor setzt Teile des Cockpit-Tarifvertrages aus

Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und Geschäftsführung von Condor lockern Teile des Tarifvertrages, um die Stabilität des Flugbetriebs zu gewährleisten. Die Regelung soll bis Ende September gelten.

Airbus A320 von Condor. © dpa

Condor, deutsche Airline-Tochter des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook, setzt Teile des Tarifvertrags für ihre Cockpitbesatzungen bis einschließlich 30. September 2019 aus. Das geht aus einem Schreiben der Tarifkommission der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) vom 23. September an ihre Mitglieder hervor, das airliners.de vorliegt.

Laut dem Brief der VC hat die Geschäftsführung von Condor um zusätzlichen Spielraum gebeten, um die Flight-Ops am Laufen zu halten. Dieser Spielraum sei essenziell wichtig, um alle Flugzeuge in der Luft zu halten und damit das Überleben der Condor zu ermöglichen. Der Flugbetrieb laufe dadurch stabil, so die Tarifkommission in dem Schreiben.

Aus der angehängten Vereinbarung zwischen Condor und VC geht hervor, dass "bestimmte Regelungen des Manteltarifvertrages abgelöst werden und durch gesetzliche Regelungen ersetzt werden, um den für diesen Zeitraum erwarteten besonderen flugbetrieblichen Umständen besser gerecht zu werden." Gemeinsames Ziel sei eine langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen.

Regelungen zu Dienstzeiten betroffen

Konkret geht es um Regelungen zu Arbeits-, Ruhe-Flugdienst- und Flugzeiten, Dienstplanungs-, Standby- und Verstärkerregelungen sowie zu freien Tagen. Die betreffenden Paragrafen des Manteltarifvertrages zwischen Condor und VC werden für die betreffende Zeit außer Kraft und durch gesetzliche Regelungen gesetzt.

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In Hinblick auf die derzeitige Situation seien Intuition und Kreativität gefragt, so die Tarifkommission der VC. "Wie im Cockpit auch, muss manchmal schnell und unkonventionell reagiert werden und nicht für alle Fälle ist immer eine Checkliste parat", heißt es in dem Schreiben. Man befinde sich in einer Zeit, die jedem einzelnen viel abverlange.

Auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo ruft ihre Mitglieder zum Einsatz für ihre Unternehmen auf. Bereits am Freitag hatte Ufo-Vorsitzende Sylvia De la Cruz an die Condor-Crews appelliert, so gut es gehe Normalität zu leben. Es sei wichtig, dass die Condor-Flüge in gewohnter Qualität durchgeführt würden. Das würde beweisen, dass die Zukunfts- und Krisenfestigkeit der Condor gegeben sei.

Von: hr

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