Condor-Sanierung in Eigenverwaltung nun offiziell gestartet

Das Amtsgericht Frankfurt hat das Hauptverfahren zur Sanierung von Condor eröffnet. Die Fluggesellschaft sucht nun in Eigenverwaltung nach einem Investor und setzt den Flugbetrieb vollumfänglich fort.

Condor-Maschine nachts in Frankfurt: Im Juli deutlich seltener nach 23 Uhr. © AirTeamImages.com / Mathieu Pouliot

Vor dem Amtsgericht Frankfurt hat das Schutzschirmhauptverfahren der deutschen Fluggesellschaft Condor begonnen. Wie das Gericht am Montag mitteilte, wurde das Verfahren offiziell am 1. Dezember gestartet. Nach einem vorläufigen Schutzschirmverfahren wurde damit nun das offizielle Hauptverfahren zur Sanierung eröffnet.

Bis zum Abschluss des Verfahrens soll der Flugbetrieb "vollumfänglich und uneingeschränkt fortgesetzt werden".

Das Gericht benannte den vorläufigen Sachwalter Lucas Flöther auch zum Sachwalter des Hauptverfahrens. Flöther hatte Condor bereits im sogenannten Schutzschirmverfahren vor dem jetzigen Hauptverfahren betreut und erklärte nach Angaben des Gerichts in einem Gutachten, "dass die angestrebte Sanierung der Schuldnerin Aussicht auf Erfolg hat". Condor will sich demnach "durch einen Sanierungsplan für eine Zukunft mit einem neuen Eigentümer und ohne den insolventen ehemaligen Mutterkonzern" aufstellen.

Ausgestattet mit einem Überbrückungskredit der staatlichen KfW-Bank über 380 Millionen Euro hat Condor einen Investorenprozess gestartet, mit dem im ersten Quartal des kommenden Jahres ein neuer Eigentümer gefunden werden soll.

Das Frankfurter Unternehmen war in die Pleite seines britischen Mutterkonzerns Thomas Cook hineingezogen worden, hat aber in den vergangenen Jahren meist Gewinne eingeflogen. Airline-Chef Ralf Teckentrup will das Unternehmen mit zuletzt rund 4900 Beschäftigten möglichst als Ganzes erhalten.

Von: hr, afp, dpa

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