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Condor-Sachwalter sieht Rettung auf gutem Weg

Condor kann nach Aussage des Sachwalters Lucas Flöther das Schutzschirmverfahren wahrscheinlich bald verlassen. Zu konkreten Plänen äußerte sich der Sanierungsexperte nicht.

Air-Berlin-Abwickler Lucas Flöther: "Eine schnelle Lösung war unumgänglich." © privat

Sanierungsexperte und Sachwalter von Condor, Lucas Flöther, sieht die Rettung des angeschlagenen Ferienfliegers auf einem guten Weg. So äußerte sich Flöther auf einem FVW-Kongress zuversichtlich, dass "Condor dieses Schutzschirmverfahren ganz schnell verlassen kann".

Konkrete Namen nannte der Jurist, der auch schon die Air-Berlin-Insolvenz betreute, zwar nicht, aber man habe nun einen neuen Plan erarbeitet und bereits zur Prüfung eingereicht.

PGL-Rückzug in Flöthers Karriere einzigartig

Zum plötzlichen Rückzug der Lot-Mutter PGL sagte Flöther, dass es so was in seiner Karriere auch noch nicht gegeben habe, dass ein fertiger Restrukturierungsplan, der schon von den Gläubigern verabschiedet worden war, gescheitert sei, weil der Investor selbst in Schwierigkeiten gekommen sei.

Nachdem überraschenden Rückzug der Polen hatten die Bundesregierung und das Landes Hessen den Ferienflieger ein weiteres Mal vor dem finanziellen Absturz bewahrt. So wurde der Kreditrahmen auf 550 Millionen Euro erweitert werden. Der Plan wurde von der EU-Kommission abgesegnet.

Somit könne Deutschland Condor einen Teil der coronabedingten Einbußen ersetzen, sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. "Wir bemühen uns in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten um Lösungen, wie Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten im Einklang mit den EU-Beihilfevorschriften unterstützt werden können."

"Operativ gesund"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begründete die weitere Unterstützung mit guten Aussichten für die Airline: "Das Unternehmen war in normalen Zeiten operativ gesund und profitabel und hat eine gute Zukunftsperspektive." Vertreter des Landes Hessen bekundeten ihr starkes Interesse, dass Condor als großer Arbeitgeber am Frankfurter Flughafen die Krise überlebt.

© Condor, Lesen Sie auch: Condor will ohne Kündigungen durch die Krise kommen

Vor der Corona-Krise galt der Ferienflieger besonders wegen seines Angebots zu touristischen Langstreckenzielen in Übersee als unentbehrlich für die Reisebranche, die stets einen Gegenpol zur mächtigen Lufthansa haben wollte. Nach der Thomas-Cook-Pleite hatten große Veranstalter sogar erwogen, sich selbst an der Fluggesellschaft zu beteiligen. Die Lufthansa hatte zwar im Frühjahr 2019 Interesse an einer Übernahme gezeigt, aber letztlich auch aus kartellrechtlichen Gründen nicht für die Condor geboten.

Von: br

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