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Condor kontert Ende von Lufthansa-Zubringerflügen mit Kartellbeschwerde

Die Kündigung eines langjährigen Abkommens über Zubringerflüge zu Condors Langstrecken durch Lufthansa sorgt für Ärger. Nun legt der Ferienflieger offiziell Beschwerde beim Bundeskartellamt gegen einen "Missbrauch" der Lufthansa ein.

Airbus der Condor in München. © AirTeamImages.com / Carlos Enamorado

Im Kampf mit der Lufthansa um künftige Passagiere hat der Ferienflieger Condor das Bundeskartellamt eingeschaltet. Man habe bei der Behörde eine Beschwerde eingelegt, erklärte eine Condor-Sprecherin in Frankfurt.

Der Vorwurf laute auf Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch Lufthansa, berichtet das "Handelsblatt". "Dieser Schritt ist erforderlich geworden, da Lufthansa eine breit angelegte Missbrauchsstrategie fortgesetzt hat, in dem sie ihre Monopolstellung im innerdeutschen Verkehr sowie ihre marktbeherrschende Stellung im europäischen Verkehr ausnutzt", erklärte Condor.

Im Kern geht es darum, dass Lufthansa den langjährigen Pauschal-Vertrag über Zubringerflüge zu den Condor-Fernreisen ("Special Prorate Agreement") im vergangenen November gekündigt hat.

Das Abkommen erlaubt Condor bisher, Zubringerflüge der Lufthansa über die eigenen Vertriebskanäle zu vermarkten und so eine durchgehende Urlaubsreise anzubieten. Condor konnte sich über die Vereinbarung feste Kontingente zu festen Preisen vorab sichern. So können Reisebüros den kompletten Urlaubstrip als Paket anbieten und vor allem frühzeitig vermarkten. Condor ist auf ein Zubringernetz angewiesen, um die eigenen Langstreckenflugzeuge zu füllen.

Lufthansa begründet den Schritt mit dem Ziel, in der aktuellen Krise die eigenen Jets auszulasten. Der Konzern will selbst größer in das Geschäft mit Ferienflügen einsteigen. Sowohl Lufthansa als auch Condor wurden mit Staatshilfen vor dem Aus gerettet.

Von: dk, afp, dpa

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