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Condor fliegt wieder nach Kuba und will Schutzschirm verlassen

Condor wird nach der Aufhebung der Reisewarnung durch das Auswärtige Amt wieder nach Kuba fliegen. Gleichzeitig könnte noch in diesem Monat das Schutzschirmverfahren enden. Derweil gibt es neue Konkurrenz von Eurowings.

Boeing 767 von Condor startet. © AirTeamImages.com / Ralf Meyermann

Condor will wieder nach Kuba fliegen. Die Flüge nach Varadero stehen jeweils dreimal wöchentlich im Flugplan ab Düsseldorf und Frankfurt. Zuvor hatten die kubanischen Behörden die Einreise deutscher Touristen zugelassen und das Auswärtige Amt seine pauschale Reisewarnung aufgrund niedriger Fallzahlen aufgehoben. Neben den reinen Flugtickets seien über verschiedene Veranstalter auch Pauschalreisen buchbar, sagte eine Sprecherin.

An ihrer Heimatbasis in Frankfurt bekommt Condor derweil ab Ende März wieder verstärkt Konkurrenz von Lufthansa. Denn die neue Billig-Langstreckenplattform Ocean wird dann unter dem Markennamen Eurowings ein halbes Dutzend Routen aufnehmen, die allesamt auch im Condor-Flugplan stehen.

So fliegt Lufthansa ab Ende März ebenfalls nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik und nach Mombasa (Kenia) - mit einem Weiterflug nach Sansibar (Tansania). Ab Anfang Juni bekommt Condor dann auch nach Anchorage in Alaska (USA). Darüber hinaus wird der Lufthansa-Konzern auch Mauritius und Male auf den Malediven anbieten. Die Flüge nach Punta Cana, Anchorage und Mauritius sind dabei eine Kooperation mit Eurowings und werden von Brussels Airlines durchgeführt.

Gläubiger entscheiden über Schutzschirm

Condor wird derzeit noch mit einem staatlichen Rettungskredit über 550 Millionen Euro in der Luft gehalten und befindet sich in einem Schutzschirmverfahren. Am 22. Oktober sollen die Gläubiger nun darüber entscheiden, ob das Unternehmen diese mildeste Form des Insolvenzverfahrens wieder verlassen kann.

Aktuell operiert Condor eigenen Angaben zufolge mit einem um rund 70 Prozent reduzierten Angebot einigermaßen kostendeckend durch Corona. Daher gibt es laut Condor-Chef Ralf Teckentrup auf absehbare Zeit auch keine Liquiditätsengpässe. Der aktuelle KfW-Kredit läuft für mehrere Jahre.

Ein neuer Investor soll daher auch erst nach der Corona-Erholung des Marktes gesucht werden. Bis dahin tritt nach dem Sanierungsplan ein Treuhänder an dessen Stelle. Eine Übernahme der früheren Thomas-Cook-Gesellschaft durch die polnische LOT-Mutter PGL war im März wegen der Corona-Pandemie geplatzt.

© AirTeamImages.com, Paul Buchroeder Lesen Sie auch: EU-Kommission genehmigt Staatshilfen für Condor in Corona-Krise

Vor der Corona-Krise galt der Ferienflieger besonders wegen seines Angebots zu touristischen Langstreckenzielen in Übersee als unentbehrlich für die Reisebranche, die stets einen Gegenpol zur mächtigen Lufthansa haben wollte. Mit dem fortgesetzten Stillstand erwarten aber die meisten Experten, dass sich der internationale Luftverkehr eher langsam von dem Corona-Schock erholen wird.

Von: dpa, br, dh

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