Lot-CEO will Condor-Langstreckenflotte erneuern und ausbauen

Lot-CEO Milczarski plant die schnelle Erneuerung und den Ausbau der überalterte Langstreckenflotte ihrer künftigen Schwester. Dazu nannte er konkreten Zeitraum. Zudem könnte der Ferienflieger auch künftig in Osteuropa stärker vertreten sein.

Condor-CEO Ralf Teckentrup und Lot-CEO Rafal Milczarski. © Chris Christes

Der PGL-Präsident und Lot-CEO Rafal Milczarski will die veraltete Langstreckenflotte von Condor nach der Übernahme durch die polnische Luftfahrtgruppe so schnell wie möglich erneuern und ausbauen. "Die Langstreckenflugzeuge müssen in den nächsten zwei bis drei Jahren ersetzt werden", sagte Milczarski bei der Präsentation des Kaufs am Freitag.

Der Ferienflieger Condor betreibt neben seinen Airbus-Mittelstreckenjets bisher 16 Langstreckenjets vom Typ Boeing 767, die deutlich mehr Treibstoff verbrauchen als modernere Modelle.

Weil Condor in der Vergangenheit zusätzlich Maschinen der kanadischen Air Transat im Einsatz hatte, fasst Milczarski den Kauf von 20 neuen Langstreckenjets für Condor ins Auge. Lot hat auf der Langstrecke derzeit 15 moderne Boeing-Jets vom Typ 787 "Dreamliner" im Einsatz. Deren Einführung habe den Treibstoffverbrauch um 20 Prozent gesenkt, sagte Milczarski.

Condor könnte auch in Polen und Ungarn starten

Condor könnte künftig auch aus weiteren Ländern starten, sagte der Manager weiter. "Wir haben große Pläne, aber wir müssen sicherstellen, dass das Wachstum sinnvoll ist und profitabel bleibt", so Milczarski.

Als mögliche weitere Länder, in denen Condor aktiv werden könne, lägen Österreich und die Schweiz auf der Hand, sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup. Milczarski hat Urlauber aus Polen und Ungarn als mögliche künftige Condor-Kunden im Auge.

© Chris Christes, Lesen Sie auch: Lot-Mutter PGL übernimmt Condor

Lot ist Teil der der 2018 gegründeten Luftfahrtgruppe Polish Aviation Group (PGL), die zu 100 Prozent im Besitz des polnischen Staates ist. Neben dem Flugbetrieb gehören auch ein MRO-Betrieb (Lot Aircraft Maintenance Services) ein Airport Services (LSAS) und mit LS Technics (LST) ein Technikbetrieb zur Gruppe. Im Jahr 2019 lag der Umsatz bei 1,9 Milliarden Euro, so Milczarski, der neben seiner Funktion als CEO bei Lot auch President der PGL ist.

Vor noch rund sieben Jahren stand die Airline jedoch selbst kurz vor der Pleite und musste mit staatlicher Hilfe gestützt werden. Dank eines damals aufgestellten Turnaround-Plans und der profitablen Wachstumsstrategie konnte die Airline die Kehrtwende erfolgreich meistern.

Im abgelaufenen Jahr konnte die Airline mit mehr als zehn Millionen Fluggästen rund 1,3 Millionen mehr Reisende begrüßen als noch 2018. Damit verbucht Lot zum vierten Mal in Folge einen starken Anstieg ihrer Passagierzahlen.

Die Flotte der Airline besteht derzeit aus 89 Maschinen, aufgrund der 737-Max-Groundings müssen allerdings fünf Jets bis zur Aufhebung des Groundings am Boden bleiben.

Die Airline bedient im aktuellen Winterflugplan 126 Routen zu 100 Zielen in 48 Ländern. Wichtigster Airport für den Netzwerk-Carrier ist der Flughafen-Warschau. Neben Warschau bietet die Airline auch Langstrecken vom Flughafen Budapest an.

Im Interview mit airliners.de kündigte der Vertriebschef der Airline für die DACH-Region und Asien Amit Ray an, dass Lot "Leading Carrier" für Osteuropa werden will:

© AirTeamImages.com, Yochai Lesen Sie auch: Lot will Leading-Carrier in Zentral- und Osteuropa werden Interview

Von: br, dpa-AFX

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