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Continental weist Verantwortung zurück Concorde-Prozess zu Ende

Nach vier Monaten ist der Prozess um den Absturz der Concorde vom 25. Juli 2000 am Freitag zu Ende gegangen. Die Verteidigung der angeklagten Continental Airlines hat noch einmal die Verantwortung zurückgewiesen.

Aerospatiale / BAC Concorde © AirTeamImages.com

Nach vier Monaten ist der Prozess in Pontoise nördlich von Paris zu Ende gegangen, der die Schuld am Absturz der Concorde vor zehn Jahren klären sollte. Zum Abschluss des Verfahrens hatte am Freitag die Verteidigung der US-Fluggesellschaft Continental Airlines das Wort. Ebenfalls angeklagt waren zwei Continental-Mitarbeiter, zwei französische Ingenieure und ein früherer Mitarbeiter der französischen Flugaufsicht.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe von 175.000 Euro für Continental Airlines, 18 Monate Haft auf Bewährung für die beiden Mitarbeiter sowie zwei Jahre auf Bewährung für den "Vater" des Überschallflugzeugs, den Ingenieur Henri Perrier. Das Urteil wird gegen Ende des Jahres erwartet.

Die französische Luftfahrtgesellschaft Air France macht die amerikanische Konkurrenz für die Katastrophe am 25. Juli 2000 verantwortlich, bei der 113 Menschen starben. Nach ihren Angaben wurde das Unglück durch ein schlecht gewartetes Flugzeug von Continental Airlines ausgelöst, das beim Start am Pariser Flughafen Charles de Gaulle ein Metallteil verloren hatte. Die Lamelle aus Titan zerschnitt beim Start der Concorde einen Reifen; herumfliegende Teile beschädigten einen Treibstofftank des Überschallflugzeuges, der sich entzündete. Die Concorde stürzte zwei Minuten nach dem Start brennend auf die kleine Ortschaft Gonesse.

Continental Airlines macht dagegen geltend, dass die Concorde schon gebrannt habe, bevor sie über das Metallteil gerollt sei. Zwei Dutzend Augenzeugen am Flughafen Charles de Gaulle haben dies ausgesagt, wie Starverteidiger Olivier Metzner mehrfach wiederholte, unter ihnen auch Feuerwehrleute und Piloten. "Aber man hat ihnen kein Gehör geschenkt."

Unter den Zeugen war auch ein früherer Air-France-Pilot, der an dem Unglückstag zu seinem letzten Flug vor der Rente aufbrechen sollte. Er sagte Anfang März im Verfahren aus, er habe die Concorde - mit seinem Freund im Cockpit - deutlich früher brennen sehen.

Die Verteidigung verwies außerdem darauf, dass es schon vor der Katastrophe ähnliche Vorfälle mit der Concorde gegeben habe. Daran besteht kein Zweifel, weshalb auch Ingenieure des Flugzeugbauers Aérospatiale und ein Vertreter der französischen Luftfahrtaufsicht DGAC angeklagt waren. Sie sollen nicht energisch genug dafür gesorgt haben, dass die Probleme beseitigt und etwa die Treibstofftanks der Maschine verstärkt wurden.

Von: AFP

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