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Concorde-Prozess: Auch Air France geht in Berufung

Der Rechtsstreit um den Concorde-Absturz vom Juli 2000 geht weiter. Nach Continental Airlines legt nun auch Air France Berufung gegen das kürzlich gefällte Urteil ein.

Concorde-Takeoff © AirTeamImages.com

Der Rechtsstreit um den Absturz einer Air-France-Concorde am 25. Juli 2000 geht in die nächste Runde. Die französische Fluggesellschaft legte nach Informationen der Zeitung «Le Figaro» Berufung gegen ein Urteil ein, in dem der US-Gesellschaft Continental Airlines eine erhebliche Mitschuld am Absturz gegeben wurde.

Air France wolle sich damit in erster Linie bei der angekündigten Berufung von Continental gegen das Urteil gleichen Zugang zu allen Prozess-Unterlagen sichern.

Französische Richter hatten sich am 6. Dezember der These angeschlossen, dass der Überschalljet beim Start über eine Titan- Lamelle gerollt war, die von einer Continental-Maschine abgefallen war. Dabei platzte ein Reifen der Concorde, Gummiteile durchschlugen einen Tank des Flugzeugs und der ausströmende Treibstoff ging in Flammen auf.

Ein zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilter Continental-Mitarbeiter hatte dem Urteil zufolge ein Ersatzteil verwendet, das nicht den Vorschriften entsprach. Die Richter hatten das US-Unternehmen daher zu einer Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro verurteilt. Continental soll zudem eine Million Euro Schadenersatz an Air France zahlen, der die Maschine gehörte.

Der Continental-Anwalt hatte angekündigt, das Urteil anzufechten. Auch Air France habe Fehler begangen. Es seien Beweise verschwunden. Das werde in den nächsten Wochen bekanntwerden. Die Concorde habe bereits gebrannt, ehe sie das Metallstück überrollte.

Bei dem Absturz am 25. Juli 2000 waren insgesamt 113 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück läutete das Ende des Flugbetriebs mit diesen Überschallflugzeugen ein.

Von: dpa

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