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Chinesischer Hahn-Eigentümer unter staatlicher Kontrolle

Der hochverschuldete chinesische HNA-Konzern steht jetzt unter staatlicher Verwaltung. Das bringt eine ungewisse Zukunft für den deutschen Flughafen Hahn. Dort hält der Mischkonzern die Mehrheitsbeteiligung.

Frachtmaschine der Suparna landet am Flughafen Hahn. © dpa / Thomas Frey

Die chinesische Provinzregierung von Hainan hat angekündigt, eine neue Führung bei HNA einzusetzen Das von der Regierung gestellte Management, das unter anderem aus Vertretern aus Luftfahrtbehörde sowie der China Development Bank besteht, soll die Geschicke des hochverschuldeten Mischkonzerns lenken.

Die Aufseher sollen unter anderem die Bücher der HNA prüfen und einen Plan entwickeln, wie die Aktiva verkauft und die Schulden getilgt werden können. Damit betreffen die Änderungen potentiell auch den Flughafen Hahn. 2017 hatte der chinesische Großkonzern 82,5 Prozent des Hunsrück-Flughafens für rund 15 Millionen Euro vom Land Rheinland-Pfalz gekauft. 17,5 Prozent hält noch Hessen.

HNA ruft nach staatlicher Hilfe

In einer Mitteilung der HNA hieß es, dass die Finanzprobleme nicht mehr alleine zu stemmen sind. Die chinesische Regierung befürchtet nun, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann und so zu einer Bedrohung für das gesamte chinesische Finanzsystem werden könnte. Neben zahlreichen Fluggesellschaften, Hotelgruppen und Reiseveranstaltern gehören auch Technologieunternehmen, Finanz-, Medien- und Logistikfirmen zu der Gruppe.

Das für HNA wichtige Tourismus-Geschäft steht dabei bereits seit spätestens Ende 2017 unter finanziellem Druck. Durch die Coronavirus-Entwicklung droht dem Konzern nun der Bankrott. Nach Angaben der chinesischen Luftfahrtbehörde waren die Passagierzahlen in China zuletzt gegenüber dem Vorjahr um 91 Prozent eingebrochen. Zu HNA gehören zahlreiche Fluggesellschaften, unter anderem Hainan Airlines.

Zahlreichen Beteiligungen bereits abgestoßen

In Europa hatte HNA bereits etliche Beteiligungen abgestoßen, so unter anderem die Anteile am Schweizer Duty-Free-Betreiber Dufry und die Beteiligung an der Gategroup. Daneben hatte HNA auch Anteile an der Swissport sowie SR Technics erworben. Die Beteiligungen stehen offenbar ebenfalls zur Disposition.

Der Konzern hatte sich mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit schwer überschuldet. Zeitweise hielt HNA sogar knapp zehn Prozent Anteile an der Deutschen Bank, hat sich dort aber auch zurückgezogen. Der Konzern kämpfe seit Jahren mit einem riesigen Schuldenberg, der laut Bloomberg Mitte vergangenen Jahres noch 525 Milliarden Yuan, umgerechnet 69 Milliarden Euro, ausgemacht haben soll.

© Faungg's Photos, Lesen Sie auch: Das undurchsichtige Finanzgeflecht des Hahn-Betreibers HNA Hintergrund

China-Verbindung am Hahn verschoben

Angesichts der Coronavirus-Entwicklung müssen nun auch die geplanten Passagierflüge von China zum Hunsrück-Flughafen Hahn erneut verschoben werden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet der Airport nun statt in diesem Sommer erst 2021 mit dem Beginn der Flüge. Aufgegeben werden sollen die Pläne aber keineswegs.

Ursprünglich waren die regelmäßigen Passagierflüge schon für das Jahr 2019 angekündigt. Damals war von mindestens drei Flügen pro Woche die Rede. Der Flughafen Hahn gab zu dem Thema keine Stellungnahme ab.

Von: dh mit dpa

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