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China erwägt Übernahme von angeschlagenem HNA-Konzern

Der chinesische Mischkonzern HNA soll verstaatlicht werden. Zu der hochverschuldeten Unternehmensgruppe gehören neben Hainan Airlines auch zahlreiche Luftfahrtbeteiligungen in Europa, unter anderem der Flughafen Hahn.

Fracht der chinesischen HNA-Tochter Suparna wird am Flughafen Hahn entladen. © dpa / Thomas Frey

Der angeschlagene chinesische Mischkonzern HNA soll nach einem Medienbericht von der südchinesischen Provinz Hainan übernommen werden.

Wie die Finanzagentur Bloomberg am Donnerstag berichtete, sieht der Plan der Behörden auch vor, die Flugzeugsparte Hainan Airlines zu verkaufen. In Deutschland gehört der Flughafen Hahn zum Konzern. HNA hält 82,5 Prozent der Hahn-Anteile, das Land Hessen noch 17,5 Prozent.

Der Ausbruch der Lungenkrankheit in China, der unter anderem die Luftverkehrsindustrie schwer trifft, erschwere es dem massiv verschuldeten Konzern, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit dem Vorhaben vertraut seien.

So habe die Regierung der Inselprovinz Gespräche aufgenommen, um die Kontrolle über das Konglomerat zu übernehmen. Eine Ankündigung könnte schon am Donnerstag erfolgen, "obwohl die Gespräche auch andauern oder platzen könnten", bezog sich Bloomberg auf seine Quellen. Nach den sich abzeichnenden Plänen könnte der Großteil von Hainan Airlines an die drei größten chinesischen Fluggesellschaften Air China, China Southern und China Eastern Airlines, verkauft werden.

Zahlreiche europäische Luftfahrtbeteiligungen

In Europa hatte HNA bereits etliche Beteiligungen abgestoßen, so unter anderem die Anteile am Schweizer Duty-Free-Betreiber Dufry und die Beteiligung an der Gategroup. Daneben hatte HNA auch Anteile an der Swissport sowie SR Technics erworben. Die Beteiligungen stehen offenbar ebenfalls zur Disposition.

© Faungg's Photos, Lesen Sie auch: Das undurchsichtige Finanzgeflecht des Hahn-Betreibers HNA Hintergrund

Der Konzern hatte sich mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit schwer überschuldet. Zeitweise hielt HNA sogar knapp zehn Prozent Anteile an der Deutschen Bank, hat sich dort aber auch zurückgezogen. Der Konzern kämpfe seit Jahren mit einem riesigen Schuldenberg, der laut Bloomberg Mitte vergangenen Jahres noch 525 Milliarden Yuan, umgerechnet 69 Milliarden Euro, ausgemacht haben soll.

Von: dh mit dpa

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