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Centogene führt Antigen-Schnelltests in Hamburg und Frankfurt ein

Die Abstrichzentren an den Flughäfen Hamburg und Frankfurt werden zusätzlich zu den PCR-Tests noch im November Corona-Antigen-Tests anbieten können. Dies folgt nach einem Testlauf mit der Lufthansa für ausgewählte Flüge.

Fujirebios Lumipulse-Testsystem für Antigen-Tests. © Fujirebio

Centogene wird die Testinfrastruktur an Flughäfen bald um Antigen-Tests erweitern. Hierzulande wurden Antigen-Tests erst mit der neuen nationalen Corona-Teststrategie Mitte Oktober zugelassen. Im Laufe des Novembers werden die beiden Testzentren in Frankfurt und Hamburg nun solche Antigen-Tests als Ergänzung anbieten.

Im Laufe des Novembers werden die beiden Testzentren Antigen-Tests als Ergänzung zu den herkömmlichen PCR-Tests anbieten. Zuvor wird das Verfahren in Kooperation mit der Lufthansa getestet.

Bisher war das Unternehmen in der Lage, grob 10.000 dieser Tests pro Tag an den vier Flughäfen Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt am Main durchzuführen. Diese Tests benötigen bis zum Ergebnis jedoch zwischen sechs bis teilweise 24 Stunden.

Antigen-Tests sind deutlich schneller

Mit den neuen Antigen-Tests beschleunigt sich das Verfahren nun an den Flughafenstandorten von Centogene deutlich. Zwischen 75 und 150 Minuten braucht es für einen Test, um ein Resultat zu bekommen, so der private Anbieter. Das klingt zunächst auch vergleichsweise lang, denn Antigen-Tests werden als landläufig als "Schnelltests" bezeichnet, die Resultate binnen weniger Minuten versprechen.

Das ist sogar so. Der von Centogene genutzte Test selbst stammt von dem japanischen Unternehmen Fujirebio und liefert Ergebnisse innerhalb 40 Minuten, nachdem das Sample im Labor eingetroffen ist. Dieser Umweg erklärt die Verzögerungen auf 75 Minuten in Hamburg und 2,5 Stunden in Frankfurt.

Lademechanismus der Lumipulse G1200-Testmaschine für Antigen-Tests. Foto: © Fujirebio

Der "Lumipulse G SARS-CoV-2 Ag"-Test ist laut Centogene bereits seit August in Japan im Einsatz, um Einreisende dort zu testen. Es ist einer von vielen Tests, die derzeit auf dem Markt sind.

Die Sensitivität gibt Centogene mit 93 Prozent an. Das ist vergleichsweise niedrig. Da Antigen-Tests in der Tendenz vor allem bei hoher Virus-Last anschlagen, hat der Test trotzdem eine gute Aussagekraft. Vor allem Reisende mit hohen Virusmengen werden erkannt.

Die Spezifität, wichtig für die Beurteilung, ob Gesunde korrekt erkannt werden, ist typischerweise deswegen sehr hoch. Angaben dazu machte Centogene allerdings nicht. PCR-Tests sind diesbezüglich nach derzeitigem Stand trotzdem genauer. Auch PCR-Tests lassen sich an Flughäfen vergleichsweise schnell durchführen, benötigen aber Zeit in Laboren, die derzeit vielfach an ihre Leistungsgrenzen stoßen und Testergebnisse daher oft erst Tage später vorliegen.

Mit der Doppeltestung im Fall eines positiven Antigen-Tests werden Falsch-Positive, also gesunde Menschen, die fälschlicherweise als infiziert eingestuft werden, über zwei unterschiedliche Verfahren abgesichert und müssen dann gegebenenfalls nicht in Quarantäne.

Mit dem zusätzlichen Angebot von Antigen-Tests wird nun ein Flaschenhals entschärft. Zuletzt kam es sogar im Centogene-Abstrichzentrum Frankfurt zu leichten Kapazitätsproblemen und Verzögerungen, wie anhand der Frankfurt-Statistiken zu erkennen ist. Am 7. November wurden jedoch nur 70 Prozent der Tests unter zwölf Stunden abgeschlossen. Eigentlich sollte das für fast alle Tests gelten. Immerhin schaffte Centogene nun fast alle PCR-Tests binnen 24 Stunden abzuschließen. Zusätzliche Wartezeiten schließt das Unternehmen derzeit aber nicht mehr aus, ist damit aber immer noch schneller als viele andere Labore

Erste Testläufe mit Antigen-Tests starten am 12. November

Wie angekündigt wird zunächst ab Donnerstag Passagieren auf einzelnen Flügen von Hamburg nach München ein kostenloser Antigen-Test angeboten. Lufthansa hat bereits 250.000 Antigen-Tests erworben und hofft damit, vor allem den internationalen Luftverkehr so wieder belegen zu können.

Diese ersten Tests hierzulande sind zum Einstudieren der neuen Testprozeduren gedacht. Das Verfahren für den Reisenden gleicht laut Centogene dem der PCR-Tests, es wird also ein Rachenabstrich vorgenommen. Mit diesen Abstrichen werden erste Erfahrung in der Praxis gesammelt, die dann für das Hochfahren der Kapazitäten genutzt werden.

Lufthansa und Centogene sind dabei nicht die Einzigen, die in Deutschland die Nutzung von Antigen-Tests vorbereiten. Tui ist ebenfalls dabei, Testkapazitäten für Reisende aufzubauen. Der Reiseveranstalter arbeitet allerdings nicht mit einem laborbasiertem Test, sondern mit einem Heimtest. Angeboten wird das für Reisen in die Kanaren. Das gilt auch für die FTI-Gruppe, die Schnelltests für 16 Euro bei Ankunft organisiert.

Die Antigen-Tests kommen damit kurz nachdem zahlreiche Labore eine Überlast meldeten. Derzeit sind die Labore in Deutschland des Alm-Vereins mit 97 Prozent ausgelastet. Diese Labore wickeln aktuell 85 bis 90 Prozent des PCR-Testvolumens ab. Aufgrund der enorm steigenden Infektionszahlen sind für Reisende kaum noch Laborkapazitäten verfügbar, die gleichzeitig zur niedrigsten Prioritätsgruppe gehören.

Derzeit sind acht Prozent der 1,44 Millionen Tests die in der Kalenderwoche 45 durchgeführt wurden positiv (PDF). Für die aktuelle Woche wurden die Kapazitäten noch einmal um fast 80.000 PCR-Tests erhöht. PCR-Testkapazitäten können jedoch nur noch begrenzt erhöht werden, da die notwendigen Reagenzien schwer zu beschaffen sind und aufgrund kurzer Haltbarkeiten auch nicht beliebig im Voraus gekauft und gelagert werden können.

Von: Andreas Sebayang

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