Cargologic Germany hat deutsches AOC

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Cargologic Germany hat die Betriebserlaubnis vom LBA erhalten. Damit kann die Fracht-Airline mit einigen Monaten Verzögerung den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Gegen Kritik der Branche müssen sich die Macher weiter wehren.

Cargologic-Germany-Team feiert den Start in Leipzig/Halle. © Cargologic Germany

Deutschland hat eine neue Fracht-Airline. Cargologic Germany hat "nach vielen Monaten harter und engagierter Arbeit" die Betriebserlaubnis vom Luftfahrtbundesamt (LBA) erhalten, teilte die Airline am Montag gegenüber airliners.de mit.

Auch in der Liste der vom LBA genehmigten Luftfahrtunternehmen wird Cargologic Germany nun geführt. Damit ist die Airline bereit, den kommerziellen Betrieb aufzunehmen.

Cargologic Germany wird sich auf die Beförderung von Sendungen im schnell wachsenden E-Commerce-Handelssegment spezialisieren. Das Streckennetz soll den Angaben nach aus innereuropäischen Kurz- und Mittelstrecken bestehen. Zum Einsatz kommen zwei zu Frachtflugzeugen (P2F) umgebaute und geleaste Boeing 737-400F. Ende des Jahres beziehungsweise ab Anfang 2020 sollen drei weitere Frachter dieses Boeing-Baumusters folgen.

Start war für Mitte Februar geplant

Ursprünglich wollte die neue Frachtgesellschaft bereits Mitte Februar den Betrieb ab Leipzig/Halle aufnehmen. Die beiden Maschinen stehen schon seit einiger Zeit an ihrem Heimatflughafen in Sachsen. Jedoch dauerte die Prüfung durch das LBA deutlich länger, als Geschäftsführer Ulrich Ogiermann ursprünglich geplant hatte.

Dennoch läuft die deutsche Konkurrenz gegen die neue Frachtgesellschaft Sturm. Dabei geht es um die russischen Wurzeln der Cargologic Germany, die nach Auslegung der Konkurrenz lediglich ein Ableger der Volga-Dnepr Airlines ist.

"CargoLogic Germany ist eine hundertprozentige Tochter der britischen Cargologic Holding Ltd. Die CLG operiert als eine unabhängige deutsche Fluggesellschaft mit einem vollständig europäischen Managementteam mit Sitz am Flughafen Leipzig/Halle", betonte Ulrich Ogiermann am 11. September vor dem Aircargo Club Deutschland.

Deutsche Konkurrenz befürchtet russische Einflussnahme

Hintergrund der Befürchtungen ist, dass mit Cargologic Germany eine russisch kontrollierte Airline an den Verhandlungen um Luftverkehrsrechte zwischen Deutschland und Russland mit am Tisch sitzen könnte. "Die deutsche Regierung würde zum Steigbügelhalter russischer Expansionspläne im europäischen Luftverkehr, wenn sie Cargologic ein deutsches AOC erteilen würde", warnte daher Michael Engel, Hauptgeschäftsführer des deutschen Airline-Verbands BDF bereits im Juni.

Auch Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber ist daher bei der Einhaltung der Eigentümerregularien für eine "Mindestgröße", wie er im Gespräch mit airliners.de sagte. Solange für den internationalen Luftverkehr keine weltweit einheitlichen Rahmenbedingungen sichergestellt seien, beispielsweise über die Welthandelsorganisation, müsse die Vergabe von Verkehrsrechten behutsam erfolgen.

Von: br

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