Cargo Logic Germany will im Juli abheben

Nach einigen Verzögerungen will die in Leipzig/Halle ansässige neue Frachtfluglinie Cargo Logic Germany starten. Geschäftsführer Ulrich Ogiermann betont die Eigenständigkeit der Airline.

Der erste Boeing 737-400 Frachter der neuen deutschen Cargo-Airline Cargologic am Airport Leipzig/Halle. © Cargologic Germany

Geschäftsführer Ulrich Ogiermann nennt erstmals einen konkreten Zeitraum für den Beginn des Flugbetriebs der neuen deutschen Frachtfluglinie Cargo Logic Germany: den kommenden Juli.

"Wir sind in der Endphase der Genehmigungsprozesse durch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA), um kommerzielle Flüge beginnen zu können", so der Manager in der jüngsten Ausgabe des Fachportals "CargoForwarder Global". Alle technischen und wirtschaftlichen Prüfungen seitens des LBA seien erfolgreich durchgeführt worden, fügte er hinzu.

Maschinen schon in Leipzig

Cargo Logic Germany (CLG) wird zunächst zwei von Passagier- zu Frachtflugzeugen (P2F) umgebaute und geleaste Boeing 737-400F einsetzen. Die beiden Maschinen stehen schon seit einiger Zeit an ihrem künftigen Heimatflughafen in Leipzig/Halle. Ende des Jahres beziehungsweise ab Anfang 2020 sollen drei weitere Frachter dieses Boeing-Baumusters folgen. Die Flugzeuge werden mit deutscher Kennung fliegen, weil hier amtlich durch das Braunschweiger LBA registriert.

Eine Konkurrenz zu traditionellen Fracht-Airlines wie etwa Lufthansa Cargo oder Air France-KLM Cargo sieht der Manager nicht. "Wir sind ein reiner Express-Carrier, der sich ausschließlich auf dieses Transportsegment konzentriert".

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Ogiermann bestätigte ein großes Marktinteresse an seiner Airline, die zur russischen Volga-Dnepr Group gehört, aber rechtlich und kommerziell völlig eigenständig sei, betonte der Manager. Es seien eine Reihe von Vorverträgen mit Speditionen geschlossen worden, wobei er auch auf Nachfrage keine konkreten Namen preisgab.

Eine "Hausairline" für einen speziellen Kunden, etwas den Online-Händler Amazon, sei CLG nicht, sondern "offen für alle Interessenten". Das künftige Streckennetz sei noch nicht definiert; es hänge vom konkreten Transportbedarf der Kapazitätsnutzer ab. Klar sei, dass es sich ausschließlich um innereuropäische Flüge handeln wird, betonte der Manager.

Zubringerdienste für andere Mitglieder der Volga-Dnepr-Gruppe, etwa Air Bridge Cargo, Atran Air oder die britische Cargo Logic Air, schloss er aus. "Wir sind komplett autonom aufgestellt". Inzwischen hat CLG rund 15 Kapitäne und Erste Offiziere am Standort Leipzig/Halle eingestellt, "die am liebsten gleich loslegen würden", sagt Ogiermann.

Ursprünglicher Start war doch "recht sportlich"

Deren Anzahl wird sich erhöhen, sobald die Flotte durch die Ankunft weiterer Frachter wächst. Die ursprüngliche Annahme, die Betriebsgenehmigung, das so genannte Air Operator’s Certificate (AOC), als Voraussetzung für die Aufnahme von kommerziellen Flügen bereits im März oder April zu erhalten, sei doch "recht sportlich" gewesen, räumte er ein. Das LBA ginge bei Betriebsprüfungen sehr gründlich und systematisch vor, wodurch sich der von seinem Unternehmen ursprünglich kommunizierte Terminplan nicht einhalten ließ.

"Trotzdem liegen wir, wenn wir im Juli starten, noch unter dem üblichen Schnitt von einem Jahr, den AOC-Genehmigungen normalerweise benötigen", betont der CLG-Geschäftsführer. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er nach erfolgtem Aufbau der Frachtfluglinie auch in der Folgezeit an deren Spitze bleiben wird.

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Von: Heiner Siegmund für airliners.de

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