airliners.de Logo

Callsign "German Eagle" - WDL heißt jetzt German Airways

WDL heißt künftig ganz offiziell German Airways. Nachdem die Schwester LGW die Corona-Flaute nicht überlebte, blickt Zeitfracht für die verbleibenden Maschinen einigermaßen optimistisch in die Zukunft. Ein künftiger Kunde fliegt zwar noch nicht, aber hat mittlerweile immerhin die Erlaubnis.

Leitwerk einer Maschine von German Airways © AirTeamImages.com / Markus Mainka

Bereits seit Herbst 2019 tritt die Airline-Holding der Zeitfracht-Gruppe unter dem Markennamen German Airways auf. Künftig soll die einzige verbleibende Fluggesellschaft der Holding auch offiziell und handelsrechtlich unter dem Namen German Airways auftreten.

Der entsprechende Eintrag ins Handelsregister sei vollzogen, teilte Zeitfracht mit. Im Anschluss habe das Luftfahrtbundesamt ein neues AOC für German Airways ausgestellt. Mit dem Namen ändere sich auch das Callsign von "WDL" zu "German Eagle". Der neue Icao-Dreilettercode laute ab sofort GER.

Die WDL-Flotte besteht aus fünf Maschinen vom Typ Embraer 190. Eine der Maschinen fliegt seit Anfang Juli für Air France im Wet-Lease und werde dies auch weiter tun, erklärte ein Sprecher airliners.de im vergangenen Monat. Aktuell sind Flüge zwischen Amsterdam und Straßburg mit der Maschine auf "Flightradar24" vermerkt. Mit drei weiteren Maschinen sei man derzeit im Charter-Geschäft unterwegs. So führt WDL respektive German Airways aktuell unter dem Label "Teamflieger" Flüge von europäischen Fußball-sowie Baskestballmannschaften oder auch Formel 1-Teams zu den Sport-Events durch.

Ego Airways startet erst im Sommer

Die fünfte Maschine wurde längerfristig an die virtuelle italienische Airline Ego Airways im Dry Lease abgegeben Die neue Fluggesellschaft sollte eigentlich im Dezember den Flugbetrieb ab Mailand-Malpensa aufnehmen, aufgrund der Crona-Krise wurde dieser Termin nun auf kommenden Sommer verschoben. Mittlerweile hat Ego auch ihr AOC von der italienischen Aufsichtsbehörde ENAC erhalten.

Neben WDL gehörte auch die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) zur Zeitfracht-Gruppe. Beide Airlines wurden gemeinsam unter der Dachmarke "German Airways" vermarktet. Die LGW hat die Corona-Krise allerdings nicht überlebt, nachdem Eurowings einen Wetlease-Vertrag über 17 Dash-8 aufgrund eigener Probleme gekündigt hatte. Alle Arbeitsverträge bei LGW wurden zum Juli gekündigt und das Unternehmen wird abgewickelt. Zuvor hatte sich das Management bemüht, neue Wet-Lease Partner zu finden, allerdings ohne Erfolg.

Mit dem Schriftzug WDL verschwindet ein altbekannter Name vom deutschen Airline-Himmel. Es handele sich um die zweitälteste Fluggesellschaft hierzulande, gegründet im Juni 1955, so der Eigner Zeitfracht. Mit dem neuen Namen wolle man die lange Tradition der Airline fortführen. Nachdem die ex-WDL selbst das Corona-Jahr 2020 mit all seinen Herausforderungen gemeistert habe, sei sie mit ihrem neuen Namen German Airways und einem modernen Markenauftritt flexibel für die Zukunft aufgestellt.

Dass die Umbenennung in erster Linie ganz praktische Gründe hatte, erklärte der damalige Zeitfracht-Chef Wolfram Simon-Schröter 2019. Hauptabsatzmarkt sei ganz Europa, in englischsprachigen Verkaufsgesprächen habe sich WDL "Doubleyou, Dee, El" einfach nicht gut kommunizieren lassen.

Seitdem hat WDL ihre Flotte komplett neu aufgestellt. Während die E190 in Dienst gestellt wurden, verließen die BAe-146 die Airline. Die sogenannten "Jumbolinos" prägten lange Jahre den Auftritt der WDL. Die Maschinen waren jedoch mit vier Triebwerken sprithungrig und boten eine geringere Kapazität als die hundertsitzigen Embraers.

Von: dk

Lesen Sie jetzt

"Das Revenue-Management muss grundsätzlich überdacht werden"

Corona & Pricing (4/5) Die Corona-Krise wird die Nachfrage für Flugtickets nachhaltig beeinflussen. Yield-Management-Systeme prognostizieren aber vielfach auf alten Daten. Warum Billigflieger viel agiler auf die neue Situation reagieren können, erläutert Revenue-Management-Experte Prof. Dr. Andreas Thams im Interview, das schon im Juni viele interessiert hat,

Lesen Sie mehr über

WDL German Airways Fluggesellschaften Corona-Virus Wirtschaft Marketing Management