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Bundeswehr erhält 2014 ersten A400M

Nachdem sich EADS mit den sieben Bestellnationen für den Militärtransporter A400M grundsätzlich geeinigt hat, wird mit einem Vertragsabschluss bis Sommer. Jedoch könnten die Kunden die Bestellungen leicht reduzieren.

Bug eines Airbus A400M © dpa

Nach der Einigung im Streit um den Militärtransporter Airbus A400M rechnet Frankreich damit, die Übereinkunft bis zum Sommer vertraglich festlegen zu können. "Wir werden bis Juni einen neuen Vertrag haben, wahrscheinlich sogar früher", sagte der französische Verteidigungsminister Hervé Morin am Montag in Paris. In den kommenden Tagen würden die sieben Vertragsstaaten mit Airbus Military eine Vereinbarung unterzeichnen, "ein oder zwei Monate" später werde der Vertrag dann endgültig beschlossen.

Zugleich sagte Morin, die Käuferstaaten könnten einige Bestellungen der Propellermaschinen zurücknehmen. Dabei werde es aber um nicht mehr als zehn Flugzeuge der Gesamtbestellung von 180 Maschinen gehen. Frankreich bleibe bei seiner Bestellung von 50 Flugzeugen. Großbritannien, das zunächst 25 Maschinen bestellten hatte, werde möglicherweise aber auf "zwei oder drei" Flugzeuge verzichten.

Bundeswehr erhält 2014 erste Maschine

Deutschland ist mit 60 Maschinen der größte Abnehmer. Die Bundeswehr wird 2014 die erste Maschine erhalten und damit fünf Jahre später als nach den ursprünglichen Planungen vorgesehen. Der Militär-Airbus soll bei der Luftwaffe das in die Jahre gekommene Transportflugzeug C-160 «Transall» ablösen.

Airbus hatte sich 2003 verpflichtet, 180 Maschinen des Typs A400M zu einem Festpreis von 20 Milliarden Euro auszuliefern. Das gesamte Entwicklungsprogramm für den europäischen Militärtransporter kam jedoch drei Jahre in Verzug. Der Erstflug fand am 11. Dezember 2009 im spanischen Sevilla statt.

Nach EADS-Angaben wird nunmehr der Vertragsfestpreis um zwei Milliarden Euro angehoben. Ferner werde von den Kunden 1,5 Milliarden Euro für Exportkredite bereitgestellt, im Gegenzug sollen die Nationen an zusätzlichen Verkaufserlösen beteiligt werden. Zugleich werde von den Bestellern auf Schadensersatzforderungen wegen der verzögerten Auslieferung des Militärflugzeuges verzichtet.

EADS erhöht Rückstellungen

Dennoch wird EADS die Rückstellungen für den A400M im Jahr 2009 um 1,8 Milliarden Euro vor Steuern erhöhen. Bisher hat waren dafür 2,4 Milliarden Euro aufgewendet worden. Das Konzernergebnis würde 2009 nach Bilanzierung der zusätzlichen Belastung negativ ausfallen, stellte der MDAX-Konzern, der die detaillierten Zahlen am 9. März veröffentlichen will, in Aussicht.

EADS betrachtete die Einigung «als eine solide Basis für die erfolgreiche Entwicklung des A400M». Das Unternehmen werde nach Möglichkeiten suchen, die A400M-Programmrisiken deutlich zu verringern und innerhalb des neuen Vertragsrahmens ein hochmodernes Produkt zu liefern, versicherte der Konzern den sieben Bestellnationen Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und Türkei.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums ist das Problem der Zuladung beim A400M gelöst. Hier werde sichergestellt, dass die vorgesehenen Systeme wie der neue deutsche Schützenpanzer «Puma» transportiert werden können. Die Einigung steht laut Ministerium noch unter Vorbehalt der jeweiligen nationalen Billigung.

Von: AFP, airliners.de

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