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Regierung gibt Airlines Mitschuld an langen Kontroll-Warteschlangen

Die Bundesregierung sieht auch bei den Airlines eine Mitschuld für die langen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen. Diese würden mit ihren Gepäckregularien schnellere Prozesse verhindern.

Gepäckstücke in der Sicherheitsschleuse des Flughafens Frankfurt. © dpa / Uwe Anspach

An den teilweise langwierigen Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen tragen nach Ansicht der Bundesregierung auch die Fluggesellschaften eine Mitschuld. Verzögerungen entstünden etwa durch eine "hohe Zahl mitgeführter und sehr eng gepackter" Handgepäckstücke einschließlich elektronischer Geräte, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

"Luftfahrtunternehmen tragen hierzu bei, indem durch zusätzliche Gebühren für Reisegepäck die Mitnahme von Handgepäck für Reisende attraktiver ist, als das Aufgeben von Gepäck am Check-In-Schalter", zitierte die Zeitung aus dem ihr vorliegenden Schreiben des Ministeriums. "All dies erschwert eine zügige Röntgenbildauswertung, was zu einer längeren Verweildauer der Passagiere in der Kontrollspur führt."

Sicherheit hat oberste Priorität

Das Ministerium habe zugleich vor "schnelleren Prozessen" gewarnt, wenn diese mit Abstrichen an der Sicherheit erkauft würden. Denn der zivile Luftverkehr stehe nach wie vor im Zielspektrum des internationalen Terrorismus. Sicherheitsanforderungen und Passagierkomfort dürften sich nicht ausschließen. Das Innenministerium rief dazu gemeinsam mit der Luftverkehrswirtschaft im Jahr 2013 das Projekt "Prozessoptimierung der Passagiersteuerungs- und Sicherheitskontrollverfahren" ins Leben, schrieb die Zeitung. Im Oktober 2017 seien die Modellversuche an verschiedenen Flughäfen abgeschlossen worden.

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So lieferte das Projekt "Easy Security" am Flughafen Köln-Bonn bereits vielversprechende Ergebnisse, wie die Zeitung schrieb. Laut Innenministerium habe die Zahl der abgefertigten Passagiere bei konventionellen Kontrollspuren im Durchschnitt bei 190 Fluggästen pro Stunde gelegen. Durch den Einsatz der Test-Kontrollstelle mit Kontrollwegen zum parallelen Auflegen von persönlichen Gegenständen sowie begehbaren Körperscannern hätten dagegen 219,5 Fluggäste pro Stunde abgefertigt werden können.

Kontrollen in Deutschland sind ineffizient
Durchschnittliche Zahl kontrollierter Passagiere je Stunde
Brüssel 200
Madrid 200
Amsterdam 185
London-Heathrow 180
München 100
Hamburg 100
Köln/Bonn 95
Frankfurt 80

Passagierdurchsatz an ausgewählten europäischen Flughäfen - Passagiere pro Stunde und Spur. Quelle: airliners.de

Zuständigkeitsverteilung

LHR, BRU, AMS D
Zuständige Stelle Behörde/
Dienst-
leister
Airport/
Dienst-
leister
Behörde/
Dienst-
leister
Airport/
Dienst-
leister
Durchführung der
Kontrollen
X X (X)*
Vorgaben zur personellen Besetzung X X
Gestaltung der
Kontrollstelle
X X
Beschaffung der
Kontrolltechnik
X X (X)*
Prozessgestaltung X X
Kostenverantwortung X X
Anmerkung: * = Personal- und Warenkontrollen | Quelle: airliners.de

Von: dpa, br

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